FBI Special Agent Owen Burke - Satan war ihr Gott

Pete Hackett

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

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Special Agent Owen Burke | Satan war ihr Gott | Krimi von Pete Hackett

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Further Reading: 10 Morde, 10 Killer - 10 Krimis auf 1400 Seiten: Ermordet und ermittelt

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Special Agent Owen Burke

Satan war ihr Gott

Krimi von Pete Hackett

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Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author  www.Haberl-Peter.de

© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

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»ES IST DER DRITTE Mordfall dieser Art«, gab der Assistant Director zu verstehen. Sein Gesicht war fast maskenhaft ernst. »Der Psychiater Dr. Daniel Shahan wurde am 12. September ermordet, Rechtsanwalt David Strouth am 21. Oktober, und gestern Abend starb Mel Rankin, seines Zeichens Richter beim Criminal Court. Es ist sicher, dass bei Shahan und Strouth ein und derselbe Täter am Werk war. Das hat die ballistische Analyse der Kugeln ergeben, die sie töteten. Weiterhin ist anzunehmen, dass es sich bei dem Mörder des Richters ebenfalls um denselben Täter handelt. Auch Rankin wurde mit einem Schuss ins Herz getötet, und auch auf seinem Leichnam lag ein aus Pappe gefertigter, zerrissener Drudenfuß.«

Special Agent Owen Burke runzelte die Stirn. »Ein Pentagramm«, murmelte er, um nach kurzer Überlegung fortzufahren: »Man findet diese geometrische Figur als Symbol bei verschiedenen Religionsgemeinschaften, aber auch bei den Freimaurern, in der Magie und im Wappenwesen ...«

»Und bei den Satanisten«, fügte der AD hinzu. Diese Worte standen wie ein Manifest im Raum.

»Sie denken ...?«

Der Direktor des FBI New York zuckte mit den Schultern. »Wir wissen es nicht. Aber es ist davon auszugehen, dass ein Serienmörder am Werk ist. Der Grund für die Morde kann Rache sein, und mit  den zerrissenen Pentagrammen, die bei den Leichen gefunden wurden, versucht der Mörder möglicherweise eine falsche Spur zu legen.«

»Wenn ich Sie richtig verstanden habe, Sir, dann haben Sie den Fall soeben uns übertragen«, sagte Owen Burke. »Serienmord fällt in die Zuständigkeit des FBI.«

Ein angedeutetes Lächeln umspielte den Mund des AD. »So ist es, Agent. Hier, die Unterlagen.« Der AD nahm einen roten Schnellhefter von seinem Schreibtisch, den er Owen Burke reichte. »Bei Ihnen beiden weiß ich den Fall in den besten Händen. Mich halten Sie bitte auf dem Laufenden.« Der AD machte eine kurze Pause, dann setzte er noch einmal an und sagte: »Wir werden nicht umhin kommen, eine Pressekonferenz abzuhalten. Und wir wollen der Presse soviel Material wie möglich liefern. Ich verlasse mich auf Sie, Gentlemen.«

Burke nahm den Schnellhefter. Als er und Ron Harris in ihrem gemeinsamen Büro angekommen waren und Platz genommen hatten, sagte er: »Ein Arzt, ein Rechtsanwalt und ein Richter. Dahinter könnte System stecken. Der Arzt könnte dem Gericht ein negatives Gutachten geliefert haben, aufgrund dieses Gutachtens erfolgte eine Verurteilung. Bei dem Rechtsanwalt handelt es sich entweder um den Anwalt der Gegenseite – oder er verteidigte den Betroffenen, allerdings nicht zu dessen Zufriedenheit.«

»Also suchen wir den Fall heraus, an dem Dr. Shahan als Gutachter, Rechtsanwalt Strouth und Mel Rankin als Richter beteiligt waren, und schon haben wir unseren Mörder.« Ron Harris lachte fast belustigt auf. »Wenn deine Vermutung ins Schwarze trifft, Kollege, dann handelt es sich bei dem Killer um einen geistigen Blindgänger. Meinst du nicht auch? Er hätte eine Spur gelegt, die auf geradem Weg zu ihm führt. Dass der Kerl so naiv ist, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.«

Burke verdrehte die Augen. »Ich habe lediglich laut gedacht, alter Freund«, knurrte er. »Und Gedanken werde ich mir wohl noch machen dürfen.«

Ron Harris' Gesicht war ernst geworden. »Gerade weil es so naiv erscheint, könnte es so sein. Wir werden jedenfalls mal überprüfen, ob es eine Verurteilung gibt, bei der der Arzt, der Rechtsanwalt und der Richter eine Rolle spielen.«

»Was es wohl mit dem Pentagramm auf sich hat?«, murmelte Owen Burke wie im Selbstgespräch.

»Möglicherweise hat der Chef recht und der Mörder versucht damit eine falsche Spur zu legen. Vielleicht aber handelt es sich bei ihm um einen Satanisten, den die drei Ermordeten möglicherweise mit vereinten Kräften hinter Gitter geschickt haben.«

»Sprechen wir zunächst einmal mit den Angehörigen der Opfer«, schlug Owen Burke vor. »Zuallererst aber schauen wir uns an, was bisher an Erkenntnissen vorliegt. Und dann will ich mal Verbindung mit der Spurensicherung aufnehmen ...«

Sie benötigten anderthalb Stunden, um die Gutachten der SRD und die Aussagen der Polizisten, die jeweils an den Tatorten waren, sowie der möglichen Zeugen und Angehörigen durchzulesen und einer ersten Auswertung zu unterziehen. Dann rief Burke bei der Scientific Research Division, abgekürzt SRD, an. Als er den zuständigen Beamten an der Strippe hatte, nannte er seinen Namen, seinen Dienstgrad und die Dienststelle, dann fragte er: »Gibt es schon neue Erkenntnisse in der Mordsache Rankin?«

»Was wissen Sie denn schon in dieser Angelegenheit?«, erkundigte sich der Beamte von der SRD. »Ich will Sie nämlich nicht mit Fakten langweilen, die Sie schon kennen.«

»So gut wie gar nichts«, antwortete Burke. Er hatte den Lautsprecher des Telefonapparates aktiviert, damit Ron Harris hören konnte, was gesprochen wurde. »Außer, dass der Mord am 12. Dezember zwischen 19 und 20 Uhr stattfand, dass der Richter in seiner Wohnung erschossen wurde, dass sich seine Gattin zum Zeitpunkt des Mordes im Fitnessstudio befand und dass möglicherweise eine Verbindung mit den Morden an Dr. Shahan und Rechtsanwalt Strouth besteht.«

»Recht viel mehr kann ich Ihnen auch noch nicht sagen, Agent. Es sind erst knapp vierzehn Stunden vergangen, seit der Richter ermordet wurde. Wir haben eine Reihe von Fingerabdrücken festgestellt, aber aufgrund dessen hat sich noch keine heiße Spur ergeben. Die meisten der Abdrücke dürften von der Familie Rankins stammen. Es gibt auch einiges an DNA-Material, aber das auszuwerten dauert noch. Die Kugel konnte der Ballistik noch nicht zugeleitet werden, weil sie noch im Körper steckt und eine Obduktion frühestens morgen stattfindet.«

»Das ist in der Tat nicht viel mehr, als das, was ich bereits wusste«, knurrte Burke. »Aber ich hätte es mir denken können. Wenn sich irgendwelche Erkenntnisse ergeben, dann informieren Sie uns bitte. Vielleicht notieren Sie sich gleich meine Durchwahlnummer und die meines Partners.«

»Ich habe Ihre Nummern«, versetzte der Kollege von der Spurensicherung.

Burke verabschiedete sich und legte auf. »Fahren wir in die 88th Street«, sagte er. »Doch vorher rufe ich Mrs. Rankin an. Ich will den Weg da hinauf nicht umsonst machen.«

Nach dem Telefonat war klar, dass sich die Witwe des Richters in ihrer Wohnung befand. Die Agents mussten auf die West Side. Wie immer waren die Straßen verstopft, die Agents hüllten sich in Geduld. Der Gleichmut, mit dem sie die Situation tagtäglich ertrugen und sogar akzeptierten, grenzte fast schon an Ergebenheit.

Es handelte sich um das Gebäude Nummer 113. Ron Harris fand eine Parklücke zwischen einem Müllcontainer und einem Mitsubishi, der auch schon mal eine bessere Zeit gesehen hatte, manövrierte den Dodge Avenger geschickt hinein und stellte schließlich den Motor ab.