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Als im November 1989 die Mauer fiel, begann ein Großexperiment kontinentalen Ausmaßes: Die ehemaligen Staaten des »Ostblocks« wurden binnen kurzer Zeit auf eine neoliberale Ordnung getrimmt und dem Regime der Privatisierung und Liberalisierung unterworfen. Diese Transformation brachte Gewinner und Verlierer hervor: Russland glitt in ein wirtschaftliches Chaos ab, auf dem Präsident Putin sein autoritäres Regime begründete, Länder wie Polen, Tschechien oder Ungarn erholten sich und sind heute Mitglieder der EU. Während Warschau und andere Hauptstädte sich zu Boomtowns entwickelten, verarmten ländliche Regionen.

In seinem »elektrisierenden Buch« (Jens Bisky, SZ) legt Philipp Ther eine umfassende zeithistorische Analyse der neuen Ordnung auf dem alten Kontinent vor – und zwar erstmals in gesamteuropäischer Perspektive. Er räumt mit einigen Mythen rund um »1989« auf und präsentiert eine erste Bilanz der neoliberalen Ordnung.

Philipp Ther, geboren 1967, ist Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. Ther war zuvor unter anderem John F. Kennedy Fellow an der Harvard University und Professor am European University Institute in Florenz. Sein Buch Ethnische Säuberungen im modernen Europa wurde 2012 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Für Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2015 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik ausgezeichnet.

Philipp Ther

Die neue Ordnung

auf dem alten Kontinent

Eine Geschichte

des neoliberalen Europa

Aktualisierte Ausgabe

Suhrkamp

eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2016

Der vorliegende Text folgt der 1. Auflage der Ausgabe des suhrkamp taschenbuchs 4663.

© Suhrkamp Verlag Berlin 2016

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Umschlagfoto: Przemysław Zacharuk

Umschlaggestaltung: Hermann Michels und Regina Göllner

eISBN 978-3-518-73868-9

www.suhrkamp.de

Inhalt

1. Einleitung

Persönliche Vorbemerkungen 7 – Historisierung 17 – Ursprünge des Neoliberalismus 22 – Der Begriff der Transformation 26

2. Krisen und Reformdebatten der achtziger Jahre

Der Niedergang des Staatssozialismus 41 – Alternative Lesart des Kalten Krieges 45 – Die neoliberale Wende in West und Ost 47

3. Die Revolutionen von 1989 bis 1991

Ablauf und Reichweite der Revolutionen 58 – Erklärungsansätze 61 – Zentren und Akteure der Revolution 74 – Die »verhandelte« Revolution 79

4. Praxis und Nebenwirkungen des Neoliberalismus

Periodisierung der Transformation 86 – Transformationskrisen 89 – Systemimmanente Probleme 105 – Typologie der Reformresultate 112

5. Die zweite Welle des Neoliberalismus

Neoliberale Außendarstellung 123 – Die Flat-Tax-Systeme und der Populismus 125 – Humankapital 131 – Der neue Wohlstand 131 – Reiche Städte, armes Land 145 – Die Rolle der EU 158

6. Ostmitteleuropäische Metropolen im Vergleich

Äpfel und Birnen? Zu den Zielen des Vergleichs 176 – Die Ausgangsbasis 179 – Transformation von unten 183 – Die Gründerzeit 193 – Armes Berlin 201 – Boomtown Warschau 209 –Konvergenz der Metropolen 218

7. Bilanz nach der Krise

Ende des wirtschaftlichen Aufholprozesses? 229 – Der Verlauf der Krise 238 – Das Beispiel der Fremdwährungskredite 242 – Politische Reaktionen auf die Krise 248

8. Der Süden als neuer Osten

Dauer und Tiefe der Krise 257 – Migration als Ausweg 269 – Das Mental Mapping Europas 272

9. Kotransformation

Die Sozial- und Arbeitsmarktreformen in Deutschland 286 – Der Diskurs um die Zivilgesellschaft 298 – Die Politiker, die aus dem Osten kamen 305

10. Genutzte und verpasste Chancen

Die Partizipation an der Revolution 313 – Die Werte der Revolution 322 – Geburtswehen des vereinigten Europa 332 – Der Konflikt um die Ukraine 341 – Perspektiven nach dem Neoliberalismus 354

Anmerkungen

Ausgewählte Literatur

Bildnachweise

Dank

Orts- und Personenregister