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Gesellschaft begreifen


Gesellschaft begreifen

Einladung zur Soziologie
1. Aufl.

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Wissenschaft und Gesellschaft scheinen manchmal meilenweit voneinander entfernt. Doch gibt es einen Ort, an dem sie zusammentreffen: die Soziologie. Aber wie kann diese Wissenschaft helfen, unsere Gesellschaft zu erklären? Und welche Gründe gibt es, sich für ein Studium der Soziologie zu entscheiden?
Wissenschaft und Gesellschaft scheinen manchmal meilenweit voneinander entfernt. Doch gibt es einen Ort, an dem sie zusammentreffen: die Soziologie. Aber wie kann diese Wissenschaft helfen, unsere Gesellschaft zu erklären? Und welche Gründe gibt es, sich für ein Studium der Soziologie zu entscheiden?
Namhafte deutsche Soziologinnen und Soziologen laden ein, die Soziologie zu entdecken. Sie erklären, was sie persönlich an dieser Wissenschaft fasziniert und warum soziologisches Wissen wichtig für unsere Gesellschaft ist. Ihre Beiträge schildern anhand von zentralen Begriffen – zum Beispiel Macht, Arbeit oder soziale Ungleichheit – die vielfältigen Vorgehensweisen, mit denen sich Gesellschaft begreifen lässt. Dieses Buch ist bewusst keine lehrbuchhafte Einführung in einen Wissenschaftszweig, sondern eine unterhaltsame Lektüre, die Lust macht auf die Soziologie als Wissenschaft. Ein Beitrag über die beruflichen Möglichkeiten von Soziologinnen und Soziologen sowie ein Serviceteil für Studierende runden den Band ab.
Inhalt

Geleitwort
Hans-Georg Soeffner

Einleitung:
Willkommen in dieser Gesellschaft! Einladungen zur Soziologie
Uwe Schimank/Nadine M. Schöneck

Was hat ein Tschador im heute-journal zu suchen?
Monika Wohlrab-Sahr

Die verflixte Sache mit der Kompetenzdarstellung
Stefan Kühl

Gesellschaft zu Tisch
Eva Barlösius

Gleichheitsfiktionen in Paarbeziehungen
Cornelia Koppetsch

Arbeit, Herrschaft und soziale Ungleichheit
Holger Lengfeld

Geschlossene Gesellschaft: Eliten und Macht
Michael Hartmann

Keine Soziologie ohne Sozialpolitik
Georg Vobruba

Wenn die Kunden die Arbeit machen
G. Günter Voß

"Demokratisierung" der Kunst? Ja und nein
Jörg Rössel

Spitzensport in der Dopingfalle
Uwe Schimank

Schnelllebige Moderne
Hartmut Rosa

Empirisch forschen - warum und wie?
Nicole Burzan

Soziologen: Eingeborene unter Eingeborenen
Armin Nassehi

Und was willst du später damit machen? Über den beruflichen Verbleib von Soziologen
Andreas Ortenburger

Weiterführende Hinweise für Studieninteressierte
Bettina Kolwe/Ludwig Krüger/Sebastian Wagner
Warum Soziologie studieren?
Uwe Schimank ist Professor für Soziologie an der FernUniversität Hagen. Nadine M. Schöneck ist dort wissenschaftliche Mitarbeiterin.
Einleitung:
Willkommen in dieser Gesellschaft! Einladungen zur Soziologie
Uwe Schimank/Nadine M. Schöneck

Man kann mit der Gesellschaft zurechtkommen - oder auch nicht. Bei manchen Menschen ist das eine oder das andere ein durchgängiges Muster. Es gibt die lebenslangen Glückspilze, denen schon die Schule leicht fällt und später im Beruf alles gelingt, die eine harmonische Ehe führen und aus deren Kindern etwas wird, und die vielleicht sogar noch Seniorenmeister im Stadtmarathon werden … - und es gibt leider auch diejenigen, die überall schnell Probleme bekommen, Versager schon im Kindergarten, später ausgenutzt von "guten Freunden" und Vermietern, verheizt im Job und um die Rente betrogen. Die Glückspilze haben es nicht nötig, die Gesellschaft, in der sie so prächtig leben, genauer zu verstehen; ihnen legt die Gesellschaft alles in den Schoß. Den armen Teufeln am anderen Extrem wiederum dürfte es wohl auch nicht viel helfen, verstünden sie noch so gut, wie ihnen mitgespielt wird - es setzte den Qualen ihres Lebens nur noch die Krone auf.

Für die allermeisten von uns gilt freilich, dass wir uns weder am einen noch am anderen Extrem bewegen. Wir kommen teils ganz gut mit der Gesellschaft zurecht, ob es nun Familie, Beruf, Freizeitaktivitäten, politisches Engagement oder Geldanlagen sind; immer wieder gelingen uns Dinge sogar richtig gut! Doch teils haben wir Schwierigkeiten, uns zurechtzufinden, zu durchschauen, was da um uns herum vorgeht; und wir zerbrechen uns vielleicht lange den Kopf, wie wir uns in bestimmten wichtigen Angelegenheiten - Berufswahl, Umgang mit einem unangenehmen Vorgesetzten, Mobilisieren der Nachbarschaft gegen den Bau einer Schnellstraße - entscheiden sollten.

Dieses breite Mittelfeld des "Im-Großen-und-Ganzen-Zurecht-Kommens" ist die Zielgruppe, für die Soziologie interessant sein müsste. Denn in dieser Lage gibt es Verbesserungspotenzial. Wenn man hier bestimmte Situationen, in denen man sich befindet, hinsichtlich der wirkenden sozialen Kräfte und Kräfteverhältnisse besser durchschaute, wäre vielleicht (noch) mehr drin. Man könnte sich besser darauf einstellen, was auf einen zukommt; man wüsste, woran, jedenfalls kurz- bis mittelfristig, nicht viel zu ändern ist und worauf man folglich seine knappen Energien nicht verschwenden sollte; und man käme vielleicht auf andere Ideen, wie man sich entscheiden und verhalten könnte.

Um keine falschen Erwartungen zu wecken: Das Wissen, das die Soziologie Gesellschaftsmitgliedern anbieten kann, ist zumeist kein Wissen nach Art eines Kochrezepts: "Man nehme …, man tue …, und alles wird gut!" Dergleichen versprechen nur Unternehmens-, Familien- und sonstige Lebensberater. Man weiß inzwischen zur Genüge, dass die dort angepriesenen Patentrezepte für alle Lebenslagen in der konkreten Praxis oft überhaupt nicht, und wenn, dann höchstens von begrenztem Nutzen sind. Wer sich an aus dieser Ecke stammende Heilsversprechen klammern muss, dem ist kaum noch zu helfen. Die Soziologie jedenfalls liefert kein derartiges Rezeptwissen, sondern Orientierungswissen. Sie hilft dabei, Gesellschaft erst einmal zu begreifen - als Voraussetzung dafür, sich dann, entsprechend den besonderen Umständen der jeweiligen Situation, selbst Gedanken darüber machen zu können, was denn getan werden könnte und womit man sich wohl zumindest vorerst abfinden muss.

Die Soziologie klärt also auf, statt zu indoktrinieren; und sie setzt dabei auf ein aufklärungsbereites, ganz im Sinne Immanuel Kants das Wagnis des Selbst-Denkens auf sich nehmendes Publikum. Leute, die nichts lieber wollen, als an die Hand genommen zu werden, sollten die Finger von der Soziologie lassen.

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