Der Tod als Hochzeitsgast

Frank Rehfeld

Published by Cassiopeiapress Extra Edition, 2018.

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Der Tod als Hochzeitsgast

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Der Tod als Hochzeitsgast

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ROMANTIC THRILLER VON Frank Rehfeld

Der Umfang dieses Buchs entspricht 116 Taschenbuchseiten.

Der junge, sehr berühmte und erfolgreiche Rennfahrer Rick Sanders lernt während eines Krankenhausaufenthalts die hübsche Krankenschwester Susan kennen. Daraus entwickelt sich eine große Liebe, die nur durch eine Hochzeit besiegelt werden kann. Allerdings passieren immer wieder schreckliche Mordanschläge auf Susan und Dinge, die niemand erklären kann. An ihrem Hochzeitstag gerät Susan wieder in Lebensgefahr und diesmal ist sie hoffnungslos auf sich alleine gestellt.

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EIN CASSIOPEIAPRESS Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de  

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EIN LEISER SUMMTON erscholl und gleichzeitig blinkte ein rotes Lämpchen an der Wand auf. Ärgerlich über die Störung blickte Susan Randall von ihrem Roman auf. Der Nachtdienst im Krankenhaus war ohnehin schon schlimm genug, aber mussten die Patienten auch noch dauernd nach ihr läuten?

Sie bereute den Gedanken sofort wieder. Er war nur ihrer schlechten Laune entsprungen. Sie liebte ihren Beruf als Krankenschwester und war für ihre Fröhlichkeit und ihr offenes Ohr für jedes Problem bei den Patienten beliebt.

Aber wer mochte seinen Beruf schon, wenn man mitten aus dem Urlaub zurückgerufen wurde, weil eine Kollegin ausfiel und man dann ausgerechnet noch deren Nachtschicht übernehmen musste? Wäre sie doch bloß schon in den ersten beiden Wochen weggefahren, wie sie es ursprünglich vorgehabt hatte. Dann hätte man lange versuchen können, sie in ihrer Wohnung anzurufen. Auch so hätte sie die Bitte natürlich ablehnen können, aber sie besaß nun mal ein viel zu weiches Herz. Immerhin konnte sie ihren Urlaub zu einer späteren Zeit nachholen.

Ihr Ärger verflog erst vollends, als sie einen Blick auf die Nummer unter dem blinkenden Lämpchen geworfen hatte.

Zimmer 312!

Der Gedanke elektrisierte sie förmlich. In dem Zimmer lag nur ein Patient, aber was für einer. Es handelte sich um Rick Landers, den berühmten englischen Rennfahrer, der zudem noch einen internationalen Bestseller über den Motorsport verfasst hatte.

Susan sprang auf und trat vor den Spiegel. Hastig überprüfte sie ihr Make-up. Eigentlich hatte sie es ja gar nicht nötig und normalerweise schminkte sie sich auch kaum, aber heute war ihr danach zumute gewesen. Ihr Gesicht war hübsch, auch wenn ihr die Nase stets ein wenig zu klein erschien. Dieser kleine Makel wurde aber von den ausdrucksstarken dunklen Augen und den sanft geschwungenen Lippen mehr als wettgemacht. Um ihre gertenschlanke Figur und das lange kastanienbraune Haar hätte sie sogar noch manches Mannequin beneidet.

Sie verließ das Schwesternzimmer und eilte über den von der Nachtbeleuchtung nur spärlich erhellten Gang. Ihre Kolleginnen hatten ihr von Landers erzählt, aber da ihr Dienst erst spät am Abend begonnen hatte, hatte sie ihn selbst noch nicht zu Gesicht bekommen.

Seit drei Tagen befand er sich bereits im Krankenhaus von Las Vegas. Zwar lebte ein Rennfahrer ständig mit der Gefahr, aber er hatte sich nicht etwa auf der Piste verletzt. Beim Verlassen seines Hotels war er von einer bislang unbekannten Person angefahren worden. Die Sache war ziemlich glimpflich ausgegangen, er hatte nur einige leichte Prellungen und eine Gehirnerschütterung davongetragen. Bei einem so berühmten und ständig von Gefahren umgebenen Mann wie Landers erschien Susan ein solches Schicksal geradezu lächerlich. Ein Rennfahrer, der von einem anderen - vermutlich betrunkenen - Fahrer angefahren worden war, das klang wirklich verrückt.

Sie öffnete die Tür zu seinem Zimmer. Obwohl sie dagegen ankämpfte, konnte sie nicht verhindern, dass ihr Herz automatisch schneller schlug.

Landers begrüßte sie mit einem strahlenden Lächeln und Susan spürte, wie ihre Knie weich wurden. Der Rennfahrer sah genauso aus, wie sie ihn aus Zeitschriften und vom Fernsehen her kannte.

Die strahlend blauen Augen dominierten in seinem jugendlichen Gesicht, das von blondgelockten Haaren umrahmt wurde. In den Wangen hatten sich zwei Grübchen gebildet, die zeigten, das er oft und gerne lachte. Seine Haut war braungebrannt.

Susan Randall schluckte, um den Kloß in ihrem Hals loszuwerden. Sie ärgerte sich über sich selbst. Nun gut, Landers mochte ein weltberühmter Rennfahrer sein, aber das war noch kein Grund, sich wie ein Schulmädchen aufzuführen, das unvermittelt seinem Lieblingsstar gegenüberstand. Ihre Arbeit in Las Vegas hatte es mit sich gebracht, dass sie dauernd irgendwelchen berühmten Leuten begegnete.

"Sie haben geläutet?", fragte sie und bemühte sich, ihre Stimme möglichst sachlich klingen zu lassen. Die Frage war natürlich Blödsinn, aber es war der Standartsatz, den sie immer sagte, wenn sie gerufen wurde.

"Sie müssen neu hier sein", sagte Landers, ohne auf ihre rhetorische Frage einzugehen. Dazu lächelte er schon wieder. "Und ich habe geglaubt, alle Schwestern in diesem tristen Krankenhaus bereits kennengelernt zu haben. An jemanden, der so hübsch ist wie Sie, hätte ich mich bestimmt erinnert."

Mit einem Schlag fühlte Susan sich ernüchtert. Das Kompliment aus so berufenem Mund hätte ihr schmeicheln müssen, aber es bewirkte das genaue Gegenteil. Es führte ihr vor Augen, dass Rick Landers als Playboy beinahe ebenso bekannt war, wie durch seinen Beruf. Kaum eine Woche verging, in der sein Name nicht in den Klatschspalten der Zeitungen auftauchte, stets gepaart mit dem Namen und dem Photo irgendeiner Schönheit.

Sie hatte diese reichen Verführertypen nie ausstehen können. Wahrscheinlich lag es daran, dass es mehr als genug von dieser Sorte in Las Vegas gab und sie hatte bislang nur schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht. Die Leute, an die sie geraten war, hatten alle nur einen kurzen Flirt und eine heiße Nacht im Sinn gehabt. So etwas wie Liebe oder auch nur das Gefühl ernst genommen zu werden, hatte sie bei denen nie verspürt. Sie hatten nicht einmal ein Hehl daraus gemacht, dass sie sie lediglich als einen vergnüglichen Zeitvertreib betrachteten.

Landers machte sicherlich keine Ausnahme. Schon seine Art, wie er über ihre Kolleginnen sprach, zeigte das. Mit einem Schlag war jedes Gefühl von Bewunderung, das Susan für ihn empfunden hatte, wie fortgeblasen.

"Was möchten Sie?", fragte sie kühl.

Rick Landers ließ sich durch ihre abweisende Art nicht aus der Ruhe bringen. Er besaß sogar die Frechheit, sie noch freundlicher anzulächeln.

"Da es unfair ist, wenn Sie mich kennen, ich Sie aber nicht, möchte ich erstmal Ihren Namen erfahren."

"Bedauere, aber der gehört nicht zum Serviceangebot des Krankenhauses", entgegnete Susan schlagfertig.

Spätestens jetzt musste der Rennfahrer eigentlich merken, was sie von ihm hielt, aber wenn er es erkannte, dann ließ er sich zumindest nichts anmerken. Vielleicht kannte er es auch gar nicht anders, als dass ihm alle Mädchen zuflogen und hielt ihre Reserviertheit nur für Show.

"Schade, dann taugt der ganze Service schon nichts", kommentierte er. "Dann erzählen Sie mir aber wenigstens, was ein Mädchen wie Sie in einem Krankenhaus macht, wo Ihnen bei Ihrem Aussehen doch bei Film und Fernsehen alle Türen offenstehen."

"Ganz einfach, weil dieser Beruf mir Spaß macht", antwortete Susan mit liebenswürdiger Freundlichkeit. "Zumindest, solange ich nicht dauernd von aufdringlichen Patienten belästigt werde, denen scheinbar gar nichts fehlt."

Das saß. Verdutzt schaute er sie an. Das Lächeln auf seinem Gesicht erlosch. "Sie sind wohl am Nordpol zwischen lauter schlechtgelaunten Eisbären aufgewachsen?", maulte er. "Deren Charme haben Sie jedenfalls geerbt. Eigentlich habe ich nur geläutet, weil ich Durst habe und mir das Mineralwasser ausgegangen ist. Würden Sie mir bitte eine neue Flasche bringen?"

Susan nickte und verließ hastig das Zimmer. Es kam ihr selbst fast wie eine Flucht vor. Sie konnte sich nicht erklären, wieso ihre Knie immer noch zitterten. Was fanden die anderen nur alle an an diesem Berufscasanova?

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IN DEN NÄCHSTEN TAGEN hatte sie kaum noch mit Rick Landers zu tun. Zwei Mal musste sie auf sein Zimmer, aber beide Male befand sie sich in Begleitung einer Kollegin und sprach kaum mit ihm.

Dafür dachte sie um so häufiger an ihn. Obwohl sie sich selbst darüber ärgerte, konnte sie sein nettes Lächeln und die Komplimente nicht vergessen. Zwei Seelen rangen in ihrer Brust. Einerseits fand sie seine Art immer noch abstoßend, aber gleichzeitig gefiel Landers ihr auch ein wenig. Es ärgerte sie sogar, wenn eine ihrer Kollegin in ihrer Anwesenheit von ihm sprach, denn stets handelte es sich um Schwärmerei. Es schien keine Krankenschwester auf der Station mehr zu geben, der Landers nicht den Kopf verdreht hatte.

Soll er doch, sagte Susan sich. Hauptsache ihr passierte das nicht. Wenn diese dummen Gänse auf den Kerl hereinfielen...

Zugleich wusste sie, dass es ihr selbst nicht sehr viel anders ergangen war, auch wenn sie sich weigerte, es sich einzugestehen und immer noch froh war, wenn sie nicht zu ihm gehen musste. Es fiel ihr nicht einmal schwer, sich darum zu drücken, da jede Kollegin dankbar war, wenn sie ihr diese Aufgabe überließ.

Dennoch bedeutete es für Susan Randall einen harten Schlag, als sie nach einer Woche erfuhr, dass Landers am nächsten Tag entlassen werden sollte. Auch wenn sie kaum etwas mit ihm zu tun hatte, war er fast schon ein Bestandteil ihrer Arbeit geworden.

An diesem Abend hatte sie wieder allein Nachtdienst. Zum ersten Mal, seit sie diesen Beruf ausübte, hing ihr Blick die ganze Zeit über wie gebannt an den Lämpchen. Nach allem, was sie von Rick Landers zu wissen glaubte, würde er sich melden, egal wer gerade Nachtdienst hatte. Es erschien ihr so gut wie unvorstellbar, dass er an seinem letzten Abend hier nicht wenigstens kurz zu flirten versuchen würde. Sie wartete darauf und erstmals versuchte sie gar nicht erst, sich etwas anderes einzureden.

Als der Summer tatsächlich aufklang und das Lämpchen über Landers Zimmernummer zu blinken begann, schrak sie zusammen und sprang auf. Sie rannte fast über den Gang und riss die Tür auf.

"Guten Abend, Miss Randall", grüßte der Rennfahrer schon, bevor er sie sehen konnte.

"Woher wussten sie, dass ich es war?", erkundigte sich Susan verblüfft.

"Man hat mir erzählt, dass sie heute Nachtdienst hätten. Wären Sie bereit, sich ein paar Minuten mit mir zu unterhalten? Bitte denken Sie nichts Falsches, ich werde bestimmt nicht mehr so frech wie letztens sein."

Sein Gesicht war ernst und drückte eine bange Erwartung aus. Nichts von seiner siegesgewohnten Überheblichkeit, die er bei ihrer ersten Begegnung an den Tag gelegt hatte, war mehr darin zu finden. Wäre es nicht gerade bei ihm so abwegig gewesen, hätte Susan gefunden, dass er fast verzweifelt aussah. Auf alle Fälle erkannte sie, dass ihm viel an ihrer Antwort liegen musste.

Sie zögerte.

"Ich kann nicht so einfach aus meinem Zimmer fortbleiben. Wenn andere Patienten nun..."

"Nur ein paar Minuten", bat Landers. "Es ist wirklich sehr wichtig für mich."

"Also gut, aber wirklich nur ein paar Minuten. Ich werde die Tür offenlassen, dann kann ich hören, wenn das Rufsignal ertönt."

Sie nahm auf dem zweiten leeren Bett Platz und schaute Landers erwartungsvoll an.

"Sie halten mich für einen schrecklichen Playboy und arroganten Verführer, nicht wahr?", begann er. "Leugnen Sie es gar nicht erst, ich sehe es Ihnen an. Ich bin sogar froh, dass Sie so denken, denn von Ihrem Standpunkt aus haben Sie Recht. Es entspricht nun mal dem Image, dass man um mich herum aufgebaut hat. Irgendwann sah ich ein, dass man ein solches Auftreten tatsächlich überall von mir erwartet und ich habe es aufgegeben, dagegen anzukämpfen, um meine Popularität zu erhalten. Vielleicht kann ich auch kaum noch aus meiner Rolle heraus. Sie haben es wahrscheinlich mitbekommen, wie ich auf Ihre Kolleginnen gewirkt habe."

Susan wollte etwas sagen, aber er schüttelte fast unmerklich den Kopf und lächelte schmerzhaft.

"Sie glauben mir vielleicht nicht, aber es ist mir ungeheuer schwergefallen, diesen Knopf zu drücken und ausgerechnet Sie zu rufen. Dennoch bin ich froh, dass gerade Sie Nachtdienst haben. Sie waren die einzige hier, die nicht auf meine Masche hereingefallen ist. Es ist schön, von allen Seiten bewundert und verehrt zu werden, aber es macht auch einsam; auf eine andere Art, als man sich das gewöhnlich vorstellt. Keine dieser Frauen, mit denen die Zeitungen mir ein Verhältnis anzudichten versucht haben, hat mich ernsthaft interessiert und mit kaum einer habe ich wirklich etwas gehabt. Die starke Ablehnung, die Sie mir entgegengebracht haben, hat mir gezeigt, dass Sie sich von den anderen Mädchen hier unterscheiden. Es kommt selten vor, dass mir jemand so offen wie Sie die Meinung sagt."

"Warum erzählen Sie mir das, Mr. Landers? Sehen Sie mich durch meinen Widerstand als ein besonders interessantes Objekt in Ihrer Sammlung an?", fragte Susan spitz. Sie wusste, dass es nicht stimmte und ihr schlug das Herz bis zum Hals, aber ihre Worte waren eine unterbewusste Schutzreaktion, um sich ihm nicht sofort völlig auszuliefern.

Landers schaute sie traurig an.

"Ich habe Angst gehabt, dass Sie so etwas sagen würden, aber darum geht es mir wirklich nicht, das müssen Sie mir glauben. Sie haben mich beeindruckt, nicht nur, weil sie mich nicht mögen, sondern auch durch Ihre Schlagfertigkeit und weil Sie wirklich sehr hübsch sind. Ich weiß, das klingt jetzt wieder nach einer Phrase, aber ich meine es ehrlich. Bitte geben Sie mir Gelegenheit, Sie ein wenig kennenzulernen. Besuchen Sie mich in den nächsten Tagen auf der Rennbahn. Sie werden mich bestimmt dort antreffen, denn durch diesen Unfall habe ich viel an Training nachzuholen. Würden Sie das tun? Es läge mir sehr viel daran."

Susan musterte ihn einige Sekunden lang. Er schien wirklich ernst zu meinen, was er sagte. Es freute sie, dass sie sich in ihm getäuscht hatte und mit einem Mal schmeichelte ihr auch seine Einladung.

"Übermorgen habe ich meinen freien Tag", überlegte sie laut. "Also gut, ich werde kommen. Aber bilden Sie sich nichts darauf ein, es wird sich wirklich nur um ein ganz harmloses Gespräch handeln, das kann ich Ihnen im Voraus schon versichern. Nicht mehr."

"Nicht mehr", wiederholte Rick Landers. Die Erleichterung und Freude waren ihm deutlich anzusehen.

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DER NÄCHSTE TAG SCHIEN nicht enden zu wollen. Landers wurde in aller Frühe entlassen, als Susan noch nicht im Krankenhaus war. Als sie mittags ihren Dienst antrat, nahm die alltägliche Routine sie sofort wieder auf.

Doch sie war nervös und unkonzentriert und beging einen Flüchtigkeitsfehler nach dem anderen. Glücklicherweise fiel es niemandem auf. Sie hielt sich so weit wie möglich zurück und erzählte niemandem von ihrer Verabredung mit dem Rennfahrer. Sie wollte keinen Neid schüren und es bedeutete ihr nichts, damit anzugeben.

Die Uhrzeiger schienen doppelt so langsam wie sonst vorzurücken, bis Susan endlich Dienstschluss hatte. Um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein, legte sie sich früh ins Bett.

Am nächsten Morgen zog sie ein luftiges Sommerkleid an, das zwar schlicht gearbeitet war, ihre Figur aber hervorragend zur Geltung brachte. Mit ihrem Kleinwagen machte sie sich auf den Weg zur Rennbahn, die etwas außerhalb der Stadt lag. Einige Wagen drehten auf der Piste bereits ihre Runden. Der Geruch von Motoröl, Autoabgasen und heiß gefahrenen Reifen lag über der Bahn.

Unsicher betrachtete sie die zahlreichen Hallen und Boxen. Trotz der frühen Morgenstunden hatten sich eine Reihe von Zuschauern eingefunden, die wohl hauptsächlich gekommen waren, um Autogramme zu ergattern.

Susan schlenderte zwischen den Boxen umher. Sie wusste nicht einmal, für welche Marke Landers fuhr, wie sollte sie ihn da in dem Durcheinander entdecken?

Sie wandte sich an einen Mechaniker, der mit verschränkten Armen an einer Halle lehnte und die Wagen beobachtete.

"Entschuldigen Sie, wo kann ich Rick Landers finden?"

Der Mann betrachtete sie herablassend. "Box siebenundzwanzig", murmelte er nach einer kurzen Pause. "Das ist dahinten, wo die meisten Leute stehen."

"Danke schön."

Susan machte sich wieder auf den Weg. Einige bewundernde Pfiffe von Zuschauern schallten hinter ihr her. Sie beachtete es nicht, sondern setzte ihren Weg unbeirrt fort, bis sie die angegebene Box erreicht hatte. Auch hier standen einige Mechaniker herum und wieder erkundigte sie sich nach Rick Landers.

"Dort vorne fährt er gerade", erklärte einer der Männer und deutete auf einen schwarzen Wagen, der über die Piste raste. Susan beobachtete das Fahrzeug. Ihr wurde Angst und Bange, als sie sah, wie waghalsig Landers in die Kurven schlitterte. Nach einigen Runden bremste er den Wagen an der Box ab und stieg aus. Er wechselte ein paar Worte mit einem Mechaniker. Dabei machte er einen recht frohen Eindruck. Die Probefahrt schien ganz zu seiner Zufriedenheit ausgefallen zu sein.