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Buch

Ganz egal, ob man bei Ikea verzweifelt, das erste Treffen mit den Schwiegereltern vermasselt, mit einem Teenager unter einem Dach lebt oder es beim Feiern etwas übertrieben hat – Situationen, die einen aus dem seelischen Gleichgewicht bringen, gibt es mehr als genug. Nur: Wie schafft man es, dass sie weder mit einem Nervenzusammenbruch noch in einem Weinkrampf enden? Marie Robert hat die Lösung: Laden Sie doch mal Platon, Spinoza, Nietzsche und Co. zu sich nach Hause ein und schildern Sie ihnen bei einer Tasse Kaffee, was so los ist in Ihrem Alltag. Was hätte Kant auf eine Trennungs-SMS geantwortet? Ist das Gras grüner bei Epikur? Und Aristoteles? Hätte er sich noch einen Wodka genehmigt? Endlich kommen die Philosophen aus ihren Bibliotheken heraus – und werden zu unseren Komplizen. Zwölf Philosophien, die uns dabei helfen, die Überraschungen des Lebens mit Humor zu nehmen.

Autorin

Marie Robert lehrt Philosophie und Französisch an der Universität sowie am Lycée. Zudem gründete sie in Marseille eine eigene Grundschule mit angegliedertem Kindergarten, die nach der Montessori-Pädagogik ausgerichtet sind.

Marie Robert

Auf einen Kaffee mit Kant

Überlebenstipps für den Alltag von
den 12 größten Philosophen

Aus dem Französischen
von Kristin Lohmann

Die französische Originalausgabe erschien 2018 unter dem Titel »Kant tu ne sais plus quoi faire« bei Flammarion/Versilio, Paris.

Alle Ratschläge in diesem Buch wurden von der Autorin und vom Verlag sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden.
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Deutsche Erstausgabe Dezember 2019

Copyright © 2018 der Originalausgabe: Flammarion/Versilio

Copyright © 2019 der deutschsprachigen Ausgabe:
Wilhelm Goldmann Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH,
Neumarkter Str. 28, 81673 München

Dieses Buch wurde vermittelt von Susanna Lea Associates

Umschlag: Uno Werbeagentur, München

Umschlagmotiv: FinePic®, München

Redaktion: Nadine Lipp

Satz: Fotosatz Amann, Memmingen

KW ∙ Herstellung: CB

ISBN 978-3-641-24205-3
V002

Besuchen Sie den Goldmann Verlag im Netz

Der Gemeinde Buffignécourt,
der Petite Maison,
der Rue Didot
und ihren Bewohnern.

Inhalt

Vorwort

Spinoza bei Ikea

Oder: Die Begierde und ihr Verdruss

Aristoteles und der Brummschädel

Oder: Aus Erfahrung lernen

Just do it, Nietzsche

Oder: Eine Frage der Selbstüberwindung

Keine Breaking News in Epikurs Garten

Oder: Ethik der Achtsamkeit

Speeddating mit Platon

Oder: Taumel der Liebe

Pascal und die Vergänglichkeit

Oder: Lernen, die Zeit zu botoxen

Besser Levinas als Valium

Oder: Pubertätskrise versus Krise des anderen

Heidegger und das Hundefutter

Oder: Wie ich den Tod meines Haustieres überlebe

Kant und das Verlassenwerden

Oder: Wenn Vernunft und Leidenschaft getrennte Wege gehen

Bergson und sein Start-up

Oder: Arbeit als Selbsterschaffung

Wittgenstein, meine Schwiegereltern und ich

Oder: Kultur und Vielfalt

Mill und die Sache mit der Ehrlichkeit

Oder: Auf den rohen Eiern der Wahrheit

Dank

Register

Personenregister und genannte Werke

Vorwort

Nach einer vierstündigen Odyssee durch Ikea stand ich in der Selbstbedienungshalle und war völlig am Ende. Um mich herum lauter meterhoch gestapelte Kartons, die mein Ohnmachtsgefühl ins Unermessliche wachsen ließen. Ich war den Tränen nahe und bereit, der nächsten Person, die einen schwedischen Namen aussprach, eine schallende Ohrfeige zu verpassen. Dabei hatte ich mich auf diesen Ikea-Besuch gut vorbereitet. Ich hatte eine sorgfältige Liste angelegt und den Katalog quasi auswendig gelernt. Hatte mein strategisches Denkvermögen aktiviert und war felsenfest davon überzeugt, seine Effizienz gleich glänzend unter Beweis zu stellen. Aber meine Vorbereitungsstrategie hatte nicht genügt, die Mission war gescheitert. Ich befand mich im absoluten Krisenmodus und wusste nicht mehr weiter.

Immerhin gelang mir noch ein Kraftakt: Ich versuchte mich daran zu erinnern, was mir im Laufe meines Lebens in solchen Situationen geholfen hatte. Erst spielte ich mit dem Gedanken, mich einfach auf ein Bett namens Viking zu legen oder mir eine Flasche Wodka zu besorgen. Nach einem kurzen Moment des Zögerns beschloss ich, ein probateres Mittel zu finden. Und so fiel mir Spinoza ein, der bereits seit Jahren zu meinen Lieblingsdenkern gehört. In eine Ecke gekauert, stellte ich mir vor, wie er mit einem Cappuccino auf mich zukommt und ein paar aufmunternde Worte an mich richtet. Ich hörte auf zu weinen und dachte über seine Konzepte nach. Es gelang mir, Abstand zu gewinnen und meine Emotionen zu ordnen. Und dann wurde mir plötzlich bewusst, dass seine Philosophie gerade meinen Nachmittag gerettet hatte.

So entstand die Idee zu diesem Buch: zwölf Krisensituationen und zwölf Philosophen, die uns da raushelfen. Der Fokus sollte auf diesen kurzen Momenten liegen, die einem komplett entgleiten. Auf den Minuten des reinen Chaos, in denen alles zu schwanken beginnt und wir unserer Wut, unseren Tränen und Schuldgefühlen, unserem Unverständnis und unserer Scham ausgeliefert sind, kurz: auf den Momenten, in denen wir uns verlieren. Jeder kennt solche Situationen, und, glauben Sie mir, ein paar ermutigende Worte, die sich seit Jahrhunderten bewährt haben, helfen da am besten.

Es wäre doch viel zu schade, wenn die Philosophie in den Bibliotheken verstauben würde. Mein Anliegen ist, dass ihr wieder ein zentraler Platz in unserem Alltag eingeräumt wird. Sie könnte bei geselligen Abenden, in unseren Gesprächen am Arbeitsplatz und in der Freizeit und vor allem in unserem Alltag viel präsenter sein. Sie könnte wieder den Platz einnehmen, den sie jahrtausendelang innehatte, denn sie ist keine abstrakte und anspruchsvolle Theorie, sondern eine Weisheit, die uns wirklich weiterbringt. Die Philosophie ist nicht auf theoretische Kenntnisse reduziert, sondern umfasst letztlich alles, was unser Leben verbessern und erleichtern kann. Sie ermöglicht uns, das, was uns beschäftigt, mit einem gewissen Abstand zu betrachten, ganz gleich, ob es sich um anstrengende Teenager, den Tod unseres Haustiers oder das nächste Date handelt.

Die Philosophie von ihrem Podest herunterzuholen ist auch ein Akt der Würdigung, der zudem dafür sorgt, dass uns dieses so wertvolle Wissen wieder vertrauter wird. Damit wir bei der nächsten Krise einfach Aristoteles, Platon oder Kant auf einen Kaffee in unser Wohnzimmer einladen, statt in Panik zu verfallen.

Marie Robert

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