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KARL PLOBERGER

GENAU SO GEHT

BIO-GARTEN!

2O JAHRE

ERFAHRUNGEN

DES INTELLIGENTEN

FAULEN GÄRTNERS

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HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Für die Richtigkeit der Angaben wird trotz sorgfältiger Recherche keine Haftung übernommen.

Der Autor und der Verlag haben den Inhalt dieses Buches mit großer Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Sie übernehmen keinerlei Haftung für eventuelle Schäden, die als Folge von Handlungen und/oder gefassten Beschlüssen aufgrund der gegebenen Informationen entstehen.

IMPRESSUM

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Copyright © 2020 Cadmos Verlag GmbH, München

Konzeption & Fachredaktion: Ing. Veronika Schubert, www.medienbuero-garten.at

Lektorat: Ing. Barbara P. Meister MA, FachLektor.at

Covergestaltung, grafische Konzept und Satz: Gerlinde Gröll, www.cadmos.de

Bilder am Umschlag: Christoph Böhler (Karl Ploberger), Dusan Zidar/Shutterstock.com (Gummistiefel)

Illustrationen: Ian Millán-Ruiz

Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Das Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar.

Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Alle Rechte vorbehalten.

Abdruck oder Speicherung in elektronischen Medien nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch den Verlag.

ISBN: 978-3-8404-7571-9

eISBN: 978-3-8404-6631-1

SONDEREDITIONEN

Kleine Zeitung

ISBN 978-3-8404-8520-6

DLV / Kraut&Rüben

ISBN 978-3-8404-8521-3

Oberösterreichische Nachrichten

ISBN 978-3-8404-8522-0

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INHALT

Vorwort

Das Jahr 2000

Der neue Gemüsegarten

Wenn Mäuse zu Gartenplanern werden

Garteln kompakt für Gemüsegärtner

Gemüse für den Vitamingarten

Gartenreisen: Great Dixter in England

Gartenfragen zum Gemüsegarten

Das Jahr 2001

Ein „echtes“ Moor

Statt eines langweiligen Pools

So entsteht ein Moor

Moorpflanzen

Der Unterschied zum Moorbeet

Gartenreisen: Egelseemoor in Österreich

Gartenfragen zu Moor, Moorbeet & Co.

Das Jahr 2002

Blumenwiesen-Liebe

Mein Vergleich macht mich sicher

Zwiebelwahnsinn treibt Blüten

Schritt für Schritt zur Blumenwiese

Ein Stück pflegeintensiver Rasen darf sein

Gartenreisen: Woking in England

Gartenfragen rund um Rasen & Blumenwiese

Das Jahr 2003

Der Hof wird zum Winterquartier

Kübelpflanzen sind meine große Leidenschaft

Gut durch den Winter

Kamelien, eine Empfehlung

Blütenrausch mit Azaleen

Den Frühling vortreiben

Gartenreisen: La Réunion in Frankreich

Gartenfragen rund um Kübelpflanzen

Das Jahr 2004

Der Kompost reift

Erde zu Erde – mein wichtigster Platz!

Das Einmaleins des Kompostierens

Mein Kompost-Rezept

So kommt die Rotte in Schwung

Gut Ding braucht Weile

Gartenreisen: Fürken in Deutschland

Gartenfragen rund um den Kompost

Das Jahr 2005

Start mit Säulenobst

Die Welt der schlanken Bäume

Erfahrungen mit Säulensteinobst

Beerenglück, ganz kompakt

Bestens versorgt und gut geschnitten

Gartenreisen: Buchs in der Schweiz

Gartenfragen zu Obstbäumen

Das Jahr 2006

Gehölze als Kulisse

Kleine Geschenke mit großer Wirkung

Riesenblätter in der Staudenrabatte

Besondere Gehölze

Bewachsene Haselnuss

Gartenreisen: Cisterna di Latina in Italien

Gartenfragen rund um Bäume und Sträucher

Das Jahr 2007

Beerenträume werden wahr

Ob Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren

Süße Verführung

Weintrauben im Garten

Blaues Wunder

Gartenreisen: Eskilsby in Schweden

Gartenfragen zu Beeren

Das Jahr 2008

Grüne Träume unter Glas

Ein Gewächshaus musste her!

So soll das Glashaus sein

Gezielte Wasserversorgung

Erfolgsfaktor Sauberkeit

Biologische Schädlingsbekämpfung

Gartenreisen: Wien in Österreich

Gartenfragen rund ums Gewächshaus

Das Jahr 2009

Ein Häuschen im Grünen

Das Waldhaus heißt Gäste willkommen

Zurück zur Kindheit

„Salettl“ von Ramblerrose verschluckt

Lauschige Sitzplätze im Garten

Gartenreisen: Wuppertal in Deutschland

Gartenfragen zum Thema Sitzplätze

Das Jahr 2010

Der gute Ton

Das kleine, feine Tonstudio im Naturgarten

Ist der Tontopf der bessere Topf?

Platz zum Umtopfen

Damals wie heute

Frostfestigkeit lässt sich fördern

Der gute Ton macht’s!

Gartenreisen: Sarrod in Ungarn

Gartenfragen rund um Töpfe

Das Jahr 2011

Ein Meer von Zwiebelblumen

Der Zwiebelwahnsinn hat mich erwischt

Schneeglöckchen in der Blüte teilen

Krokusnester

Narzissen- oder Zierlauchwiese

Traumhafte Prärielilien

Gartenreisen: Oostwold in den Niederlanden

Gartenfragen rund um Blumenzwiebeln

Das Jahr 2012

Das neue Tomatenhaus

Ein Zuhause für die Paradiesäpfel

Paradeiserkultur à la Ploberger

Das ideale Tomatenhaus

Was sind Tomtatoes?

Gartenreisen: Frauenkirchen in Österreich

Gartenfragen zur Kultur von Paradeisern

Das Jahr 2013

Frühbeet mit Spargel

Mein Hochbeet-Eldorado und seine Funktionen

An die Kette, fertig, los!

Spargel im geschützten Hochbeet

Gartenreisen: Tulln in Österreich

Gartenfragen rund ums Hoch- und Frühbeet

Das Jahr 2014

Liebe zu Pelargonien

Eine Reise als Beginn meiner Sammelwut

Gut gepflegt und überwintert

Vorbeugen gegen die Pelargonienwelke

Sukkulente Formen und Duftgeranien

Gartenreisen: Kapprovinz in Südafrika

Gartenfragen rund um Pelargonien & Co.

Das Jahr 2015

Der neue Toskanagarten

Leben ist Veränderung! Ein Garten ist niemals fertig!

Sitzplätze, Kübelpflanzen und italienisches Flair

Wie entstehen Gärten oder neue Gartenteile?

Gartenreisen: Kent County in England

Gartenfragen zum mediterranen Sitzplatz

Das Jahr 2016

Rosenträume werden wahr

Wie im Märchenschloss und voller Duft

Ramblerrosen für intelligente faule Gärtner

Nicht alle wachsen in den Himmel

Rosenschnittregeln von Fergus Garrett

Kein Schnitt bei Ramblerrosen

Gartenreisen: Albrighton in England

Gartenfragen zu Rosen

Das Jahr 2017

Welt der Kräuter

Im Reich der Gewürzpflanzen unterwegs

Kräuterhügel wird zum Minzkogel

Aus aller Welt

Wie Sammelwut entsteht

Kultur im Beet und in Töpfen

Gartenreisen: Umbrien in Italien

Gartenfragen zu Kräutern

Das Jahr 2018

Der Wald verschwindet

Wenn plötzlich der Schatten weicht

Unterpflanzung im Schattenreich

Plötzlich dem Licht ausgesetzt

Gartenreisen: Guildford in England

Gartenfragen rund um Klima und Schatten

Das Jahr 2019

Die neue Terrassenmauer

Eine Mauer, die verbindet

Günstiges Kleinklima für Pflanzen

Herausforderung Hanggarten

Materialauswahl

Gartenreisen: Meran in Südtirol

Gartenfragen rund um Mauern und Hanglagen

Nachwort & Ausblick 2020 und die nächsten Jahre

Wohin geht die Reise?

Fotostrecke: Karl Ploberger ganz privat

Stichwortverzeichnis

VORWORT

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20

JAHRE

DER GARTEN

FÜR INTELLIGENTE FAULE!

Wer hätte es damals gedacht, als mein Buch „Der Garten für intelligente Faule“ erschien, dass es nach so langer Zeit noch immer gedruckt und verkauft wird?

Begonnen hat alles schon viel früher – mit meinen vielen Berichten in Radio und Fernsehen über das biologische Gärtnern. Vor gut 35 Jahren war „bio“ eine Randerscheinung, und oftmals wurde ich belächelt. „Dein Schmierseifenwasser – da waschen sich doch die Blattläuse nur die Haare!“ Diese Zeiten sind längst vorbei, und der Erfolg des Buches „Der Garten für intelligente Faule“, die geniale „Natur-im-Garten-Bewegung“ und viele andere Initiativen, hat das naturgemäße Gärtnern zum Standard und das konventionelle Gärtnern zum Außenseitertum gemacht. Der Slogan „Der Garten für intelligente Faule“ hat dazu vielleicht einen kleinen Beitrag geleistet.

„Mit der Natur und nicht gegen die Natur“ ist die Devise, und das in allen Bereichen – im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Denn eines hat sich auch in diesen 20 Jahren des „faulen Gartelns“ gewandelt. Das Gärtnern ist einerseits zum Livestyle geworden, andererseits rücken immer mehr Menschen ihre Bemühungen, gesunde Lebensmittel zu bekommen, in den Vordergrund.

Daher sind die Balkon- zu den Gemüsegärten der Städter geworden. Statt Rosen und Pelargonien gedeihen hier nun Kräuter und Gemüse.

Auch wenn es beim Garteln – wie immer und überall im Leben – manchmal Rückschläge gibt, die Freude am Arbeiten mit den Pflanzen, das Ernten und Genießen bleiben ungebrochen. In den 20 Jahren seit meinem ersten Buch habe ich viele Erfahrungen gesammelt, meinen Garten vergrößert, verändert, verbessert und immer wieder Neues ausprobiert. Alle diese Gartenirrtümer, weisen Erkenntnisse, Tipps für die Gelassenheit sind mit 200 Gartenfragen in diesem Buch gesammelt worden. Damit auch die nächsten zwei Jahrzehnte das Garteln genauso viel Spaß macht wie in den vergangenen!

Unsere Erde und wir haben einen nachhaltigen
Umgang mit unserer Natur verdient!

Ihr Biogärtner

Karl Ploberger

WWW.BIOGAERTNER.AT

Das Jahr

2000

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DER NEUE

GEMÜSEGARTEN

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Familie Ploberger genießt den Garten wann immer sich Gelegenheit dazu bietet.

Fotos © Christoph Böhler

WENN MÄUSE ZU GARTENPLANERN WERDEN

Acht Jahre sind wir schon im neuen Haus, der Garten wird allmählich „dreidimensional“, war doch kein einziger Baum auf dem Grundstück und der Gemüsegarten war noch dort, wo wir ihn von Beginn an haben wollten – direkt neben der Küche. Bei meinen Radiosendungen über Gartengestaltung betonte ich immer wieder, wie wichtig es doch sei, dass der Gemüsegarten ganz nahe der Küche angesiedelt sein sollte. Der Weg zu Schnittlauch und Petersilie darf nicht zu weit sein, sonst gibt’s oft keine frische Würze – vor allem, wenn das Wetter schlecht ist.

Doch unser erster Gemüsegarten in bester Küchenlage musste im Jahr 2000 übersiedelt werden, weil sich der Boden durch den Hausbau wandelte, für Gemüse sich zu viel Staunässe bildete und zudem ein paar Plagegeister auf den Plan traten. Wühlmäuse nämlich fraßen sämtliche Wurzeln, insbesondere Karotten standen auf ihrem Speiseplan. Der neue Gemüsegarten ist mittlerweile 20 Jahre alt und wurde eine Festung. Er besteht aus 100 m2 Beeten, einem Glashaus und ist von einer unterirdischen Betonmauer eingefasst.

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Vom Garten in die Küche. Die Ernte fällt bei Plobergers immer reichlich aus.

Fotos © Christoph Böhler

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„Oberirdisch fällt die Mauer kaum auf. Ist sie doch exakt geschalt und nur 20 cm hoch. Doch unter der Erde beißen sich meine Wühlmäuse nun die Zähne aus. 90 cm Stahlbeton, teilweise 50 cm stark …!“

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# tippfürdiegelassenheit

Tipp für die Gelassenheit

Mulchen für die „wahren intelligenten Faulen“

Es ist DIE Säule des biologischen Gärtnerns und eigentlich nur der Natur abgeschaut. So wie der Laubteppich im Wald den Boden schützt und feucht hält, genauso bedeckt der Biogärtner den Boden mit organischem Material. Zu Beginn war das bei mir bloß Rasenschnitt, später kamen klein geschnittene Brennnesseln und sogar ausgerissenes Unkraut als Bodenbedeckung infrage. Und das alles nur deshalb, weil Regenwurm & Co. etwas futtern wollen und daraus den besten Humus machen.

GARTELN KOMPAKT FÜR GEMÜSEGÄRTNER

Garteln macht Spaß. Ob nun die ganze Familie vollversorgt werden soll oder auch nur die eine oder andere Vitaminlieferung für die Küche vorgesehen ist: Wichtig ist, dass der Garten gut geplant wird.

Ein sonniges Plätzchen, hervorragende, tiefgründig gelockerte Erde – und schon kann’s losgehen. Der Regenwurm ist mein Hausfreund! Kompost, organischer Dünger und noch einige Male Quarzsand machen den Boden über die Jahre zu einem lockeren, wasser- und nährstoffspeichernden Erdreich.

Wer direkt ins Gemüsebeet säen möchte, sollte eine wichtige Regel niemals vergessen: „Wer früh sät, wird spät ernten.“ Denn für die Pflanzen ist nichts schlechter als ein kalter Start ins Leben. Viele Gemüsepflanzen können gar nicht direkt im Freiland angebaut werden, sie müssen vorgezogen werden.

GEMÜSE FÜR DEN VITAMINGARTEN

Bohnen (Phaseolus vulgaris) – Ob Busch- oder Stangenbohnen, hier gilt: Niemals vor Mitte Mai säen, denn die Keimlinge sind extrem kälteempfindlich.

Erbsen (Pisum sativum) – Palerbsen, Markerbsen und Zuckererbsen; sie gedeihen fast überall, weil sie sich (wie die Bohnen) „den Boden selbst düngen“. Alte Äste oder ein niedriger Zaun sind ideale Rankhilfen.

Gurken (Cucumis sativus) – Sosehr ich auf alte Sorten stehe, bei den Gurken nehme ich immer die neuen, rein weiblichen, oftmals veredelte (auf Feigenblattkürbis), denn die wachsen immer und besonders kräftig.

Karotten (Daucus carota ssp. sativus) – Auch hier gibt es viele unterschiedliche Sorten; mein Favorit ist „Fly away“, weil sie keine Karottenfliegen anlocken.

Kartoffeln (Solanum tuberosum) – Sind die Shootingstars. Ich setze sie im Topf oder in der sogenannten Kartoffelpyramide. Da benötigen sie wenig Platz. Besonders interessant sind die farbigen Sorten und die interessanten nicht heimischen Varietäten.

Kohl (Brassica oleracea) – So weit das Auge reicht: Weißkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Sprossenkohl. Alle lieben humose, nährstoffreiche Böden. Besonders bequem: der „Ewige Kohl“. Hier kann man jahrelang Blätter abschneiden.

Kürbis (Cucurbita pepo) – Brauchen viel Platz, sind bei mir immer auf dem oder beim Komposthaufen. Die Topsorte ist der Hokkaido-Kürbis, weil er nicht zu große Früchte mit nussigem Geschmack liefert und mit der Schale verwendet werden kann.

Paprika (Capsicum annuum) – Lieben einen warmen, sonnigen Platz und humose, lockere Erde. Beste Erfolge habe ich erzielt, wenn ich sie in Töpfen kultiviert habe. Im Glashaus war es ihnen immer zu heiß.

Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) – Typische Einsteigerpflanze für Hobbygärtner. Aufpassen: Es gibt Frühjahrs- und Sommerradieschen. Wer die falschen sät, erntet nur Blätter.

Rhabarber (Rheum rhabarbarum) – Darf in keinem Garten oder auch auf der Terrasse fehlen. Interessante Erfahrung: In großen alten Waschtrögen mit viel Dünger gepflanzt, gedeiht er prächtig.

Salate (Lactuca sativa) – Das Wichtigste überhaupt: Wählen Sie neben dem Kopfsalat den Feldsalat und vor allem Schnittsalat. Besonders robust sind Rauke oder Rucola. Alle drei Wochen nachsäen – dann endet die Salatproduktion nie.

Spinat (Spinacia oleracea) – Zählt zu den wichtigsten Pflanzen im Biogarten, weil Spinat die ideale Mischkulturpflanze ist. Was übrig bleibt, abschneiden und den Boden damit mulchen.

Tomaten (Lycopersicon esculentum var. esculentum) – Gibt es in vielen Sorten, Größen und Formen; unbedingt unter Glas- oder Foliendach ziehen, sonst kommt es zu Braunfäule. Ich geize immer aus, gebe ins Pflanzloch Kompost, Brennnesselblätter und Hornspäne und dünge mit Brennnesseljauche.

Zucchini (Cucurbita pepo) – Benötigt sehr viele Nährstoffe; am Fuß eines Komposthaufens ist der ideale Platz (obenauf wird die Erde zu sehr ausgelaugt). Wenn zu Beginn Früchte faulen, dann die ersten drei bis vier Fruchtansätze ausbrechen. Die Pflanze muss erst genug Wurzeln für die Fruchtbildung entwickeln.

Zwiebeln (Allium cepa) – Nicht bloß die normale Zwiebel anbauen, sondern auch Lauch/Porree,

Schalotten und natürlich Knoblauch (Allium sativum); alle lieben humosen, lockeren und warmen Boden. Am besten Quarzsand einarbeiten.

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Foto © Nataly Studio/Shutterstock.com

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# meingartenschatz

Mein Gartenschatz

RUCOLA (Eruca sativa)

Nein! Es ist nicht Basilikum. Rucola hat für mich DEN Geschmack des Südens oder, genauer, jenen der Toskana. Kein Salat kommt dort ohne die würzigen Blätter aus – und so ist es auch bei uns.

Blätter: Sehen wie Löwenzahn aus, haben einen scharfen Senfölgeschmack.

Kultur: Einfach; entweder in Reihen aussäen (mit etwas Kompost in der Saatreihe) oder vorgezogene Pflanzen setzen. Wenn Rucola blüht, sind die Blätter zu intensiv im Geschmack und leicht bitter. Dann die Pflanze kräftig zurückschneiden und auf die neuen zarten Blätter warten.

Besonderheit: Einige Pflanzen blühen lassen, dann wandert Rucola durch Selbstaussaat durch den Garten und keimt in Pflasterritzen, in Töpfen von Kübelpflanzen oder am Gartenweg.

Verwendung: Nicht nur für Blattsalate, auch auf Pizzen, als Pesto und vor allem in Kräuteraufstrichen.

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# weiseerkenntnis

Weise Erkenntnis

Keine Panik bei Schädlingsinvasion

Ein paar Blattläuse sind Ihre Sorgenkinder? Gehen Sie ein paar Wochen in den Urlaub, und das Problem ist gelöst! Die Natur heilt vieles selbst. Ohrwürmer, Marienkäfer, Vögel und andere Nützlinge sind die eigentlichen Helfer, auf die wir uns verlassen können. Und wird es doch einmal zu viel, setzen Sie auf die biologischen Pflanzenschutzmittel wie Schmierseife, Orangenöl und Mikroorganismen.

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Schädlinge sind noch kein Grund zur Panik.

Foto © Christoph Böhler

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# gartenirrümer

Gartenirrtümer

Die Mischkultur ist wichtiger als die Fruchtfolge!

Gute Nachbarn – schlechte Nachbarn. So kennt man das. Und es ist auch eine sehr wichtige Grundlage für das korrekte Bepflanzen von Gemüsegärten. Zwiebeln gehören zu den Karotten, weil der Geruch, den die Zwiebel verströmt, die Möhrenfliege vergrault. Umgekehrt irritiert der Geruch der Karotte die Lauchfliege. Mischkultur war im Jahr 2000 noch das Wichtigste für mich, doch ich machte mit der Zeit andere Erfahrungen. Zuerst pflanzte ich exakt nach den Vorgaben zur perfekten Nachbarschaft, doch irgendwann wurde mir das im Sinne des „intelligenten Faulen“ zu viel. Und egal, was ich nebeneinandersetzte, es funktionierte trotzdem, weil ich auf die Fruchtfolge achtete: Wächst in diesem Jahr Kohl auf dem Beet, dann kommt Kohl erst in fünf Jahren wieder hierher. Gleiches gilt für Zwiebelgewächse, die allesamt große Probleme mit Krankheiten und Schädlingen bekommen, wenn man sie zu oft hintereinander auf den denselben Platz setzt. Bestes Beispiel für mich ist die Petersilie. Sie ist absolut unverträglich mit sich selbst.

GARTENREISEN

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Karl Ploberger und Fergus Garrett, Headgardener Great Dixter.

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Fotos © Karl Ploberger

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# therealplogardentour

Mein allererster Garten, den ich in England besuchte, war Great Dixter. Nicht nur die herrlichen Blumenbeete, die üppigen Blumenwiesen, die kleine nostalgische Gärtnerei, sondern auch der geniale Gemüsegarten zogen mich in den Bann. Jahre später durfte ich in diesem Garten mit dem Headgardener Fergus Garrett gärtnern: Gehölze schneiden, Stauden teilen und – obwohl es nicht im Studienprogramm stand – immer wieder einen Blick in den Gemüsegarten werfen. Ein Gemüsegarten wie aus dem Bilderbuch – mit langen Reihen von Kohl, Mangold, Pferdebohnen, Zwiebeln, Lauch und vielem mehr.

DIE SEELE DES GARTENS

Genau das macht für mich dieses Anwesen aus: Es ist mehr als ein herrlicher Garten. Mehr als üppige, überquellende Blumenbeete. Es ist die Tatsache, dass Gärtnern Menschen aus aller Welt verbindet, denn der Vater dieses Gartens, Sir Christopher Lloyd, wollte der Jugend aus der ganzen Welt die Chance geben, hier in diesem Haus gärtnern zu lernen.

Great Dixter House and Gardens

Northiam, Rye TN31 6PH,

Vereinigtes Königreich

Geöffnet von März bis Oktober

(Montag geschlossen)

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GARTENFRAGEN

ZUM GEMÜSEGARTEN

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Im Biogarten Gemüse ernten denn selbst geerntetes Gemüse aus dem Biogarten schmeckt unvergleichlich gut.

Foto © Marian Weyo/Shutterstock.com

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Foto © Werner Schneider/shutterstock.com

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# livegartentipps

image Wir haben eine alte Thujenhecke gerodet und wollen nun ein Hochbeet errichten. Dürfen wir das dort aufstellen oder ist in den Wurzeln Gift drinnen?

Das können Sie absolut ohne Sorge machen. Richtig aufbauen – mit Gehölzschnitt, frischem Kompost, abgelagertem Kompost und als oberste Schicht Gartenerde (Hochbeeterde). Dann wird es bald das erste Gemüse geben.

image Warum beginnt meine Steckzwiebel oft zu blühen und entwickelt keine Zwiebeln?

Zwiebelpflanzen beginnen im zweiten Jahr zu blühen. Steckzwiebeln dürfen daher niemals kalt gelagert werden, weil sie sonst vermuten, dass der Winter schon vorbei ist und ihr zweites Jahr anbricht. Nur im ersten Jahr investieren sie ihre Kraft in die Zwiebelbildung. Übrigens: Die kleinsten Steckzwiebeln liefern die besten Erträge.

image Mein Buchs im Gemüsegarten ist endgültig eingegangen. Wie hieß der Buchsersatz, den Prinz Charles in Highgrove in den Gemüsegarten gepflanzt hat?

Gerade der ganz niedrige Bauerngartenbuchs (Buxus sempervirens ‘Suffruticosa’) wird extrem vom Pilz befallen. Gamander (Teucrium) ist ein idealer Ersatz, kann geschnitten werden oder man lässt ihn blühen – rosarot, ähnlich dem Lavendel.

image Wie mache ich es, dass ich im Garten Rosmarin als Hecke kultiviere? Ich habe das auf einigen Abbildungen in britischen Gartenbüchern gesehen.

Das hängt vor allem vom Klima ab. In einigen milden Gegenden wird es vielleicht gehen, aber generell ist Rosmarin nicht ganz winterhart. Das Wichtigste: extrem durchlässiger Boden (Kies, Sand zu gut 60 %), denn meist friert er nicht ab, sondern geht an Staunässe zugrunde.

image Meine Karotten keimen wieder einmal nicht. Wie war das mit dem Marmeladeglas-Trick?

Ganz einfach: 2–3 cm Quarzsand in ein Marmeladeglas geben, Karottensamen dazu. Ein wenig Wasser, dann gut schütteln und verschließen und im Zimmer in die Wärme stellen. Nach acht bis zehn Tagen in die Saatrillen leeren. So müsste es klappen.

image Ich war dieses Jahr im Februar übereifrig und hab schon Paradeiser/Tomaten angebaut. Jetzt werden die Pflänzchen aber immer länger und länger. Was soll ich machen?

Paradeisersämlinge, die zu lang werden, kann man „schrumpfen“. Die Pflanzen aus der Saatschale nehmen. Die zu langen Stängel um einen Finger wickeln und dann diese zusammengedrehten Triebe in Töpfe unter die Erde setzen. Die Pflanzen bekommen dort sofort Wurzeln und wachsen, wenn sie nun genug Licht haben, kompakt weiter.

image Ich habe im letzten Jahr Tomaten aus Samen gezogen, die ich selbst aus den Früchten geerntet habe. Doch nichts außer viel Grünzeug wuchs – keine Früchte. Was habe ich falsch gemacht?

Offenbar war die Saattomate eine sogenannte Hybridsorte. Die Originaltomate ist perfekt, vermehrt man sie aber, dann entstehen Pflanzen der eingekreuzten Vorgänger. Manchmal solche, die nur für den Wuchs zuständig sind und nicht für die Früchte. Vermehren lassen sich nur samenfeste Sorten.

image Ich habe dieses Jahr erstmals Salat im Spätherbst in mein Frühbeet gepflanzt. Einige Wochen konnten wir ernten, doch nun habe ich einmal den Schnee weggegraben und die Fenster geöffnet. Alle Blätter sind mit einem grauen pelzigen Überzug versehen. Darf ich sie gewaschen verwenden?

Nein, die sollten sie nicht verwenden. Grauschimmel entsteht immer dann, wenn die Luft zu feucht war. Daher gilt: Wenig gießen, mulchen (damit keine Feuchtigkeit verdunstet) und an schönen Herbsttagen immer gut lüften. Warten Sie aufs Frühjahr, vielleicht treibt der Salat wieder durch.

image Sorgen mit Maggikraut. Wie pflege ich mein Liebstöckel? Es will einfach nicht gedeihen.

Liebstöckel (landläufig als Maggikraut oder in Südösterreich als Luschstock bezeichnet) benötigt einen frischen und humusreichen Boden. Das bedeutet: lockere Erde, die nicht austrocknet. Viel Kompost und Hornspäne. Bester Standort ist im Halbschatten. Nicht zu viele Blätter (als Suppenwürze) abschneiden, dann wächst die Pflanze kräftig.

image Kann ich mein Hochbeet auch auf der Terrasse aufstellen? Ich besitze leider keinen Garten.

Auf Terrasse und Balkon muss man auf die Statik Rücksicht nehmen. Hier wird sich wahrscheinlich eher ein Tischbeet eignen. Der große Vorteil der Verrottungswärme geht dann freilich verloren. Wichtig ist ein vollsonniger Platz.

Das Jahr

2001

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Foto © Christoph Böhler

EIN „ECHTES“

MOOR

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In vielen Ländern steht Sonnentau (Drosera sp.) unter Naturschutz.

Foto © Ryzhkov Sergey/Shutterstock.com