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HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Für die Richtigkeit der Angaben wird trotz sorgfältiger Recherche keine Haftung übernommen. Der Autor und der Verlag haben den Inhalt dieses Buches mit großer Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Sie übernehmen keinerlei Haftung für eventuelle Schäden, die als Folge von Handlungen und/oder gefassten Beschlüssen aufgrund der gegebenen Informationen entstehen.

IMPRESSUM

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Copyright © 2021 Cadmos Verlag GmbH, München

Konzeption & Fachredaktion: Ing. Veronika Schubert, www.medienbuero-garten.at

Lektorat: Ing. Barbara P. Meister MA, FachLektor.at

Covergestaltung, grafisches Konzept und Satz: Gerlinde Gröll, www.cadmos.de

Fotos am Umschlag: Ulrike Ploberger (Titelbild), Christoph Böhler (U4)

Illustrationen am Umschlag: ARTvektor, Polar_lights15, Lena L und Aluna1/Shutterstock.com

Wiederkehrende Illustrationen im Buchkern: Ian Millán-Ruiz; Polar_lights15 und ju.hrozian/Shutterstock.com

Druck: www.graspo.com

Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Das Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Alle Rechte vorbehalten.

Abdruck oder Speicherung in elektronischen Medien nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch den Verlag.

Printed in EU

ISBN 978-3-8404-7574-0
eISBN 978-3-8404-6628-1

SONDEREDITION

Oberösterreichische Nachrichten

ISBN 978-3-8404-8530-5

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INHALT

Vorwort

Wilde Bienenträume

Oase für die Insektenwelt

Wilde Blüten in luftiger Höhe

Neue Natürlichkeit ist Livestyle

Niemals in der Natur ausgraben!

Wildpflanzen sind pflegeleicht

Mondviole, Wiesen-Salbei

Blauer Natternkopf, Odermenning

Heidenelke, Nesselblättrige Glockenblume

Echte Schlüsselblume, Glockenblume

Gartenfragen zu Wildblumen

Gemüse & Obst auf kleinstem Raum

Kulinarische Genüsse frisch vom Balkon

Der Balkon wird zum Gemüsegarten

Welche Pflanzgefäße und Erden sind gefragt?

Herausforderung Wasserversorgung

Tomate

Chilis, Gurke

Mangold, Pflücksalate, Rucola

Bohne, Erbse

Gartenfragen zum Thema Gemüse

Paradiesäpfel & Beerenträume

Beeren als Balkon-Naschobst

Die Schlanken sind im Vormarsch

Johannisbeere, Ribisel, Minipfirsich

Brombeere, Säulenapfel

Heidelbeere

Erdbeere, Himbeere

Gartenfragen zum Thema Obst

Kräuterlust im Topf

Würzen und Heilen

Wenn Gaumen und Nase gärtnern

Manche mögen’s heiß

Pyramiden voller Kräutervielfalt

Schnittlauch, Petersilie

Oregano, Salbei, Thymian

Lavendel, Rosmarin, Zitronenverbene

Minze, Strauchbasilikum

Gartenfragen zum Thema Kräuter

Kinderstube auf dem Fensterbrett

Vorziehen macht Lust auf mehr

Aussäen macht Freude

Mikroorganismen für gesundes Wachstum

Pikieren – der Nachwuchs wird vereinzelt

Gartenfragen zur Aussaat und Vermehrung

Blütenrausch in Töpfen

Ein Paradies für alle Jahreszeiten

Der Frühling kommt mit Duft und Farbe

Gestellte Blumenkästen

Schneeglöckchen blühen unter Gehölzen

Kissenprimel, Schneeglöckchen

Hornveilchen, Vorfrühlingsalpenveilchen

Hyazinthen

Minigulpen, Narzissen

Das grüne Wohnzimmer im Sommer

Die beste Versorgung

Schädlinge rechtzeitig bekämpfen

Pelargonie

Surfinie, Zweizahn

Elfenspiegel, Fuchsie

Zauberglöckchen, Zauberschnee

Die Farben des Herbstes

Buntes Laub, Gräser und späte Blüten

Besenheide, Chrysantheme, Hebe, Purpurglöckchen

Scheinbeere, Skimmie

Dem Winter ein Schnippchen schlagen

Insektenhotels, Nistkästen und Dekoration

Schutz mit Jute und Vlies

Christrose, Gräser

Buntblättriger Salbei, Efeu, Stacheldrahtpflanze

Gartenfragen zu blühenden Balkonblumen

Traum vom Süden

Ein Stück Italien auf dem Balkon

Wasser und Dünger für Kübelpflanzen

Die Größe beachten

Japanischer Liguster, Klebsame

Überwintern – das kann Sorgen machen

Citrus, Feige

Oleander

Lagerstroemia, Olive

Enzianbaum, Palmen

Gartenfragen zu mediterranem Flair

Grün übers Jahr

So sind Balkon & Terrasse immer attraktiv

Immergrüne Gehölze mitten in der Stadt

Gießen kann auf Balkonen zur Mühe werden

Statik prüfen lassen

Blasenspiere, Kirschlorbeer

Rispen-Hortensie, Rhododendron

Eibe, Rose

Buchs, Stechpalme

Grüne Wände: Garteln in der dritten Dimension

Sichtschutz mit Kletterhilfe

Keine Angst vor Haftwurzlern

Kletterpflanzen zur Wandbegrünung

Gartenfragen zur Dauerbepflanzung

Zimmer voller Blüten

Damit das Zuhause bunter wird

Blühende Zimmerpflanzen

Weihnachtsstern

Hitze von Heizkörpern meiden

Gute Pflege – viele Blüten

Anthurie, Bromelie

Amaryllis, Usambaraveilchen, Drehfrucht

Alpenveilchen, Azalee, Begonie

Schmetterlingsorchidee

Gartenfragenzu blühenden Zimmerpflanzen

Grünpflanzen für ein gutes Zuhause

So sieht der „Urban Jungle“ heute aus

Blattpflanzen sind die grünen Helden

Glücksfeder

Saubere Luft – ohne Staub

Woher sie kommen, was sie mögen

Schädlinge zeigen falschen Standort an

Fensterblatt, Gummibaum

Geldbaum, Schusterpalme, Strahlenaralie

Elefantenfuß, Zimmertanne, Bogenhanf

Goldfruchtpalme, Grünlilie

Gartenfragen zu grünen Zimmerpflanzen

Grünes Glück für jeden Raum

Welche Pflanze für welches Zimmer?

Das Wohnzimmer wird grün

Keine Küche ohne Pflanzen

Grünes Vorzimmer auch bei weing Licht

Dschungelfeeling im Badezimmer

Auch im Schlafzimmer grünt es

Kein Arbeitszimmer ohne Pflanzen

Wintergarten – das grüne Paradies

Zimmergärten im Glas – so wird‘s gemacht

Grüne Vitamine aus Samenkörnern

Keimboxen und Microgreens

Vitamin-Power durch Sämlinge

Wenig Aufwand: Wasser, Licht und Wärme

Gemüsebeete in der Wohnung

Alfalfa, Erbsen

Mungobohnen

Kresse, Linsen Gemüsebeete in der Wohnung

Radieschen, Sonnenblumen

Gartenfragen zu Sprossen und Microgreens

Nicht willkommene Besucher

Schädlinge und Krankheiten

Wenn Laus, Mehltau & Co. zuschlagen

Schädlinge

Krankheiten

Anhang, Index

Register mit deutschen und botanischen Namen der porträtierten Pflanzen

VORWORT

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WENN DIE WELT KOPFSTEHT, DANN GIBT UNS DIE NATUR KRAFT! PFLANZEN AUF DEM BALKON, DER TERRASSE ODER DER FENSTERBANK MACHEN MUT UND GEBEN HOFFNUNG – WENN MAN DAS WACHSEN, GEDEIHEN UND ERNTEN BEOBACHTET. UND WENN BIENEN SUMMEN UND SCHMETTERLINGE IN LUFTIGER HÖHE VORBEISCHAUEN, DANN SCHMECKEN KRÄUTER, SALATE, OBST UND BEEREN AUS EIGENER PRODUKTION NOCH BESSER!

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LIEBE GARTLERINNEN UND GÄRTLER!

Es waren schon außergewöhnliche Zeiten, als ich zum ersten Mal als Student ohne Garten leben musste. Weit weg von daheim, wo der Garten der Kindheit so viel Erlebnis und Erfahrung bescherte, musste ich plötzlich mit nur eineinhalb Quadratmeter Balkon auskommen. Doch ich nutzte die Chance! Garteln war damals kein Lifestyle, Kräuter ziehen kein Lebensgefühl und frische Beeren kein Superfood. So gab es bei mir zunächst einfach eine Mischung aus Zier- und Genusspflanzen, und praktisch alles, was in „meinem“ Garten daheim wuchs, wuchs dann auch auf dem Balkon. Der Nachbar, der seine Terrasse ebenfalls im vierten Stock hatte, meinte angesichts des Dschungels: „Dass hier noch Menschen Platz finden!“ Ja, wir fanden Platz. Schon damals wohnte ich mit meiner Frau zusammen, und obwohl der Balkon übervoll mit Pflanzen war, hatte ein kleiner Tisch mit zwei Hockern Platz. Radieschen gab es daheim im Garten schon früh im Jahr, denn ich hatte dort in meiner Heimat Frühbeete und später ein kleines Gewächshaus. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Miniglashäuser und Vliesabdeckungen auch auf unserem kleinen grünen Stadtparadies in luftiger Höhe einfanden. Dadurch begann das Gartenjahr im zeitigen Frühjahr. Vorgezogen auf der Küchenfensterbank standen neben den Küchenkräutern Salate in den Startlöchern, ehe sie in kleinen Blumenkisterln ausgepflanzt wurden. Tomaten wurden vorgezogen, genauso wie Pfefferoni (von Chili sprach damals noch niemand), Stangenbohnen, Erbsen, Zucchini und Gurken. Ein Garten Eden, ein kleines feines Schlaraffenland … Und weil das Gartenjahr für mich auch nicht mit dem einsetzenden Frost enden sollte, gab es in der Wohnung Zimmerpflanzen in allen Variationen. Die gab es übrigens schon davor, als eine erste Studentenbude gerade einmal 20 Quadratmeter maß, aber ein großes Fenster viel Licht hereinließ und so Philodendron, Yucca & Co. kräftig wachsen ließ. Heute ist Garteln mitten im Leben angekommen, „Urban Jungle“ nennt man das Zimmerpflanzenparadies im Wohnzimmer, und Jung und Alt pflanzen, ernten und genießen – drinnen und draußen. Auch ohne Garten!

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© Christoph Böhler

Ihr Biogärtner

Karl Ploberger

WWW.BIOGAERTNER.AT

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© Christoph Böhler

DRAUSSEN

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GARTELN
ohne
GARTEN

Wilde

Bienenträume

OASE FÜR DIE INSEKTENWELT

Schmetterlinge, die von Blüte zu Blüte gaukeln, summende Bienen und das zarte Blühen von Hunderten Wiesenblumen auf einer einsamen Bergwiese. Von einem Stück unberührter Natur träumt der Mensch von heute und soll es haben. Wildblumen wachsen auch im Kleinen auf Terrasse, Balkon und Fensterbank. Die Üppigkeit der Blüten ist zwar eine andere als die von Pelargonien & Co., doch genau diese Zartheit im Wachsen und Blühen macht den Reiz aus.

WILDE BLÜTEN IN LUFTIGER HÖHE

Pelargonien, Petunien, Tagetes und Zinnien – die Liste könnte man endlos fortsetzen. All diese Balkon- und Beetpflanzen findet man in unseren Gärten, auf den Balkonen und in Parks. Und doch gibt es seit einiger Zeit die Faszination für das Ursprüngliche, das Heimische. Wildstauden sind gefragt – als robuste Alternative, als Nahrungsquelle für viele Tiere und letztlich oft als unbekannte Köstlichkeit in der Küche. Denken Sie nur an die Gundelrebe, die im Rasen oft Sorgen bereitet und auch im Kisterl gut gedeiht.

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Die Rundblättrige Glockenblume wächst auch in luftiger Höhe

© Ploberger

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© Christoph Böhler

NEUE NATÜRLICHKEIT IST LIFESTYLE

„Hirsch Haarstrang“, „Quirl Salbei“, „Milder Mauerpfeffer“, „Teufelsabbiss“ oder „Nickendes Perlgras“ – allein die deutschen Namen machen neugierig. Was lange Jahre nur im Biologieunterricht oder in Pflanzenlexika zu finden war, ist nun salonfähig geworden. Verkehrsinseln ergrünen mit heimischen Pflanzen, Blumenbeete im Garten erfreuen mit den robusten heimischen Gewächsen. Und selbst in der Stadt findet man sie in alternativen Balkonkisterln.

Oft aber scheitern die Blumenfreunde, weil sie die Ansprüche der heimischen Wildpflanzen nicht kennen. Wer beispielsweise eine Packung Blumenwiesensamen in ein Kisterl streut, hat oft wenig Erfolg, denn es gibt einige Vorlieben, die diese wilden Blumen haben. Heimische Stauden und einjährige Kräuter – vor allem jene in der Blumenwiese – benötigen einen absolut offenen, durchlässigen Boden, ohne von anderen Pflanzen bedrängt zu werden. Im Garten muss dazu die oberste Humusschicht mit dem Rasen abgetragen, dann die Erde tiefgründig gelockert und möglichst viel grober Sand eingearbeitet werden. Und niemals düngen! In Blumenkisterln, in Schalen oder auf Gründächern muss die Erde genauso nährstoffarm sein. Wildblumen benötigen, wenn man sie einmal in die richtige Erde (siehe „Weise Erkenntnis“) gepflanzt hat, nur etwas Wasser. Das war’s. Und viele Pflanzen in solchen Kisterln kommen jedes Jahr wieder, ohne dass man immer wieder neu pflanzt.

NIEMALS IN DER NATUR AUSGRABEN!

Keinesfalls, und darauf sei hier ausdrücklich hingewiesen, darf man Pflanzen in der Natur ausgraben. Da dies meist dann erfolgt, wenn sie blühen, sind außerdem ihre Überlebenschancen gering. Besorgt man sich aber bei Fachgärtnereien die vorgezogenen Jungpflanzen, dann erreicht man schon nach wenigen Wochen eine eindrucksvolle Wirkung. Nicht nur für uns! Denn das Besondere an Wildpflanzen ist, dass sie die wahren Nahrungsquellen für Insekten sind.

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© vic_nick/Shutterstock.com

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DIE AUSWAHL AN WILDBLUMEN IST ENORM, UND DOCH SOLLTE MAN IMMER DARAUF ACHTEN, WELCHE LICHT- UND BODENVERHÄLTNISSE GEWÜNSCHT WERDEN. DAS IST BEI WILDPFLANZEN VIEL WICHTIGER ALS BEI DEN ÜBLICHEN BALKONBLUMEN.

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WILDPFLANZEN SIND PFLEGELEICHT

Kommt es einmal vor, dass man das Gießen vergisst, dann überstehen das die meisten problemlos. Sie vertrocknen zwar oberirdisch, aber der Wurzelstock bleibt erhalten. So sprießt nach einem erlösenden Wasserguss bald wieder saftiges Grün und lässt die Trockenzeit rasch vergessen. Besonders bei großen Dachbepflanzungen überrascht es, wie flott sich die Pflanzflächen regenerieren – ohne Bewässerung oder Extrapflege.

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© MOARA GOMES/Shutterstock.com

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Weise Erkenntnis

Ohne Packungserde und Dünger erfolgreich

Blumenerde, wie man sie im Frühjahr palettenweise in Gartencentern findet, ist für unsere Wilden nicht geeignet. Besser ist es, wenn man von einem Spaziergang mit einem Kübel Maulwurfserde heimkommt. Gemischt mit viel Sand, Tongranulat und Lavagrus entsteht das ideale Pflanzsubstrat. Wer dazu keine Gelegenheit hat, besorgt sich Aussaaterde und/oder Kakteenerde. Noch etwas Wichtiges: Ist das Düngen bei anderen Pflanzen das Um und Auf für ein kräftiges und gesundes Wachstum, so ist es bei den heimischen Wildpflanzen genau umgekehrt. Je weniger gedüngt wird, desto herrlicher ist die Blütenpracht.

# weiseerkenntnis

AUSDAUERNDES SILBERBLATT: DIE MONDVIOLE LUNARIA REDIVIVA

Warum ich gerade diese Pflanze empfehle, ist wegen ihres Duftes! Der zarte Veilchenduft gehört für mich im Mai zum ersten Höhepunkt im Garten. In der Dämmerung tänzeln Nachtfalter um die Blüten. Mich beeindrucken dabei „meine Kolibiris“ – die Taubenschwänzchen.

Die Mondviole wächst nicht nur dort, wo sie am liebsten gedeiht, nämlich im Halbschatten, sondern praktisch überall. Das macht sie so besonders. Je nach Standort wird sie einmal nur knapp knöchelhoch, an anderer Stelle geht sie einem bis zum Bauchnabel.

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© Fotokon/Shutterstock.com

Blütenreich durch Aussaat und Rückschnitt

Der deutsche Name „Mondviole“ kommt übrigens von den später erscheinenden silbrigen Samenständen. Für mich ist das gleich die zweite bzw. dritte Zierde dieser Pflanze, die gern auch ein zweites Mal blüht, wenn man sie bald nach der ersten Blüte stark zurückschneidet. Die Pflanze lässt sich durch Samen gut vermehren, und wer ein wenig Guerilla-gärtnern will, streut sie in der Stadt in Parkanlagen im Halbschatten an Stellen aus, wo Blüten und Duft fehlen.

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© Munimara/Shutterstock.com

INSEKTEN-MAGNET: WIESEN-SALBEI SALVIA PRATENSIS

Wie wichtig der Wiesen-Salbei in der Natur ist, zeigt die Tatsache, dass nicht weniger als 22 Hautflügler (da gehören Bienen und Hummeln dazu) sowie neun Schmetterlinge die blauen Blüten besuchen. Wer die Bepflanzung mit dem Steppensalbei (Salvia nemorosa) kombiniert, hat eine besonders lange Blütezeit und damit Insektenmagnete für viele Wochen.

Das liegt daran, dass sich der Steppensalbei durch eine großartige Nachblüte im August und September auszeichnet und so die Blütenperiode deutlich verlängert.

Anspruchslos und pflegeleicht

Ab Mai bis Ende August schiebt sich eine Blüte nach der anderen aus der Blattrosette des Wiesen-Salbeis.

In der Natur wächst die Staude an trockenen, nährstoffarmen Standorten. Alle Salbeisorten/-arten sind anspruchslos, gut winterhart und überdauern Frostperioden problemlos.

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© Birgit Bierschenk/Shutterstock.com

RAFFINIERTE VERMEHRUNG: ODERMENNIG AGRIMONIA EUPATORIA

Der Sonnenanbeter gilt als Dauerblüher. Von Juni bis September öffnen sich die Blüten der Pflanze, die je nach Bodenbeschaffenheit nur 15 cm oder auch 50 cm hoch wird. Früher diente sie als Färbepflanze, denn die ganze Pflanze mit ihren Wurzeln färbt Wolle gelb. Odermennig ist außerdem eine beliebte Futterpflanze für viele Insekten und eine Heilpflanze, die bei Erkältungskrankheiten als Tee und bei Entzündungen äußerlich angewendet wird.

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Selbst gemachte Odermennig-Tinktur

© Madeleine Steinbach/Shutterstock.com

Verbreitung durch Tiere

Die gelben Blütenkerzen sind dann am schönsten und kompaktesten im Wuchs, wenn der Boden nährstoffarm ist. Allerdings sollte er nicht zu trocken sein. Bezeichnet wird dieser Standort als einer mit „frischem“ Boden. Die Pflanze hat eine raffinierte Vorgehensweise, sich zu vermehren. Die Samen sind mit kleinen Borsten versehen, die sich am Fell von Tieren (oder an der Hose des Gärtners) festhaken und so für die Verbreitung sorgen. Diese Sorgen wird man auf dem Balkon nicht haben, dafür aber eine Pflanze, deren Blätter beim Zerreiben duften, die Spitzen der Blüten sogar zart nach Marillen.

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© Kymme/Shutterstock.com

SO GENÜGSAM: BLAUER NATTERNKOPF ECHIUM VULGARE

Man sollte nicht enttäuscht sein, wenn der Natternkopf im ersten Jahr nur eine Blattrosette zeigt. Erst im zweiten Jahr folgt die Blüte. Meist ist sie blau, es gibt aber auch weiße und rosafarbene Sorten. Der Natternkopf wird je nach Bodenverhältnissen zwischen 30 und 100 cm hoch. Er ist für Insekten sehr wichtig. Man sagt, dass mehr als 40 Schmetterlinge hier Futter finden. Auch Wildbienen und Mauerbienen gehören zu den „Kostgängern“. Dort, wo eigentlich nichts wächst, da ist er zu Hause. Der Natternkopf gehört zu den ersten, die einen Straßenrand erobern. Dementsprechend anspruchslos ist diese Pflanze. In einem Topf mit viel schottriger Erde ist der Natternkopf am besten aufgehoben.

Sofort zurückschneiden oder Selbstaussaat?

Ist die Blüte vorbei, sollte man sofort zurückschneiden, dann gibt es auch im kommenden Jahr wieder eine Blüte. Trotzdem ist es sinnvoll, einige Pflanzen aussamen zu lassen, dann entwickelt sich ein Bestand.

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KEIN KALK FÜR DIE HEIDENELKE DIANTHUS DELTOIDES

Nelken zählen seit einiger Zeit wieder zu den Newcomern im Garten und auf dem Balkon. Daher dürfen sie auch in einem Wildblumenkisterl nicht fehlen. Die wilden Nelken gehören zu denjenigen, die sehr häufig auf spezielle Standorte angewiesen sind. Die Heidenelke gehört zu den Pflanzen – der Name sagt es schon –, die dort am besten gedeiht, wo wenig Kalk im Boden ist.

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© Ploberger

Weniger ist mehr!

Mit einfachen Mitteln lässt sich die passende Erdmischung herstellen: Quarzsand, Splitt (Tongranulat), vermischt mit ein wenig Aussaaterde. Ist der Platz in voller Sonne, beginnt das Blühen!

Die Blütezeit der Nelke beginnt im Juni und endet im August. Wer die Samenstände ausschneidet, wird noch mehr Blüten bekommen. Ansonsten sät sich die Heidenelke gern aus. Wichtig ist es, dass sie nie zu viel gegossen wird und niemals einen Dünger bekommt. Es genügt, wenn man im Frühjahr etwas frische sandige Erde aufstreut.

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Gartenirrtümer

Dünger bringt Heidenelke zum Blühen

Nicht der Dünger ist es, der so manche Pflanze zu ihrer schönsten Pracht bringt, sondern das karge Leben. Nicht umsonst sind unsere schönsten Blühflächen die Blumenwiesen. Dort, wo der Boden karg ist, wenig Wasser, dafür aber viel Sonne zur Verfügung steht, ist das Blühen und die Insektenvielfalt am größten. Daher sollten die vielen Dachflächen in den Städten, die ähnlich karge Voraussetzungen bieten, als Naturoasen genutzt werden.

# gartenirrtum

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DAUERBLÜHER: NESSELBLÄTTRIGE GLOCKENBLUME CAMPANULA TRACHELIUM

Unter den vielen Glockenblumen zählt diese zu meinen Favoriten, denn die „Nesselblättrige“ ist ein Dauerblüher und sehr genügsam: Ob voller Schatten oder doch ein wenig mehr Licht – überall wächst sie und wird zwischen 30 und 80 cm hoch. Fürs Erste sieht die nicht blühende Pflanze beinahe wie eine Brennnessel aus; doch kaum öffnen sich die violetten Blüten, ist sie ein Blickpunkt. Die Glockenblume ist eine ideale Futterpflanze für zahlreiche Bienen und Hummeln.

Sonnig und durchlässig

Sehr heiße Standorte sagen ihr nur bedingt zu, aber bei mir wächst sie im Garten im Schotterbett eines trockenen Bachlaufs in voller Sonne. Sie sät sich bereitwillig aus, was bei Gründächern zu beachten ist, da schnell große Flächen von ihr eingenommen werden können, wenn man nicht rechtzeitig die Blütenstände nach dem Abblühen entfernt.

DIE GOLDENE MIT MAL: ECHTE SCHLÜSSELBLUME PRIMULA VERIS

Was wäre ein Frühling ohne Schlüsselblumen? Und wenn schon, dann die „Goldene“, wie sie bei uns immer genannt wurde. Im Gegensatz zur „Hohen Schlüsselblume“ hat sie in ihren Blüten ein oranges Zentrum. Als Heilpflanze werden die Blüten in Tees gegen Erkältung verwendet.

Wie spezialisiert manche Schmetterlinge sind, zeigt der Schlüsselblumen-Würfelfalter, für den diese Pflanze eine wichtige Futterpflanze für seine Raupen ist. Auch zu sehen sind hier der Zitronenfalter, der Kleine Fuchs sowie viele Hummeln.

Karge Erde, kalkhaltiges Wasser

In der Natur findet man die Echte Schlüsselblume am Waldrand, wo der Boden gut wasserdurchlässig und eher nährstoffarm ist. Kalk mag sie, das erleichtert auch das Gießen auf dem Balkon mit Leitungswasser. Schädlinge gibt’s im Naturkisterl keine, denn alle Tiere leben in enger Symbiose mit den Pflanzen. Also nicht enttäuscht sein, wenn Teile der Blätter plötzlich abgebissen sind. Wer sich über die flatternden Schmetterlinge freut, muss auch die Raupen mögen.

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Tipp für die Gelassenheit

Glockenblumen als robuste Vielfaltsboten

Mehr als 300 Arten in Hunderten Sorten bereichern Natur und Garten – solche, die als Polster Pflasterfugen füllen (z. B. die Karpatenglockenblume – Campanula carpatica) oder auf Dächern wachsen, oder solche, die dicke Polster bilden (Hängeglockenblume – C. poscharskyana