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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 

Über die Autorin:
 
Angela Troni, geboren 1970, hat vier Jahre in einem großen deutschen Verlag gearbeitet, bevor sie sich 1999 als freie Lektorin und Übersetzerin selbstständig machte. Von ihr sind bisher zwei literarische Kochbücher sowie zwei erfolgreiche Geschenkbücher »Frauen ticken einfach anders. Mit weiblicher Logik ans Ziel« und »Gebrauchsanweisung für Männer und Frauen« erschienen. Angela Troni lebt und arbeitet in München.

Sämtliche in diesem Buch gefundenen orthografischen und/oder grammatikalischen Fehler dürfen vom Entdecker behalten werden.

Alles nicht so schlimm
Gram-ma-tik – allein wenn Sie dieses Wort schon hören oder lesen, läuft Ihnen eine Gänsehaut über den Rücken? Beim Gedanken an den Deutschunterricht in der Schule wird Ihnen schlecht? Außer der inzwischen ohnehin überholten Eselsbrücke »Trenne nie das s vom t, denn es tut den beiden weh«, die im Übrigen mit Grammatik so viel zu tun hat wie die russische Sprache mit Russisch Brot, ist nichts bei Ihnen hängen geblieben? Und spätestens als Ihr Lehrer etwas von Kongruenz im Numerus und im Genus oder Präpositionalgefügen mit Genitivattribut gefaselt hat, haben Sie beschlossen, für den Rest Ihres Lebens eine mittelschwere Grammatikallergie zu kultivieren?
Recht so!
Immerhin geht es nicht wenigen Menschen hierzulande wie Ihnen und Sie sind bei weitem nicht allein auf weiter Flur. Denken Sie nur mal an »den Deutschen ihre liebsten Fehler« oder all »die vielen Fehler, wo alle ständig machen«. Falls Sie bisher gar nicht wussten, dass diese Formulierungen falsch sind, lassen Sie sich davon bitte nicht großartig irritieren, sondern lesen Sie einfach weiter und tun Sie so, als wäre nichts gewesen. Sie werden sich in diesem Buch noch ausführlich damit befassen dürfen, und spätestens dann werden Sie es sich merken – versprochen. An dieser Stelle sollten Sie vorerst nur eines verinnerlichen: Es ist alles halb so wild. Ehrlich!
Sie wissen doch: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Oder, um beim Thema zu bleiben: Kaum etwas wird so geschrieben, wie von der Rechtschreibkommission beschlossen. Ein Rechtschreibchaos hat sich seit dem 01.07.1996 in dieser Republik breit gemacht, und ein jeder nutzt die dankbare Ausrede: »Bei den vielen Überarbeitungen der Reform weiß doch kein Mensch mehr, wie was geschrieben wird«, um klammheimlich so weiterzumachen wie bisher und seine eigenen orthografischen sprachlichen und grammatikalischen Schwächen munter zu vertuschen.
Leider hilft es jedoch nicht wirklich, wenn Sie sich bei der Frage, ob es nun »Klaus oder Petra kommt heute Abend« oder »Klaus oder Petra kommen heute Abend« heißt, damit herauszureden versuchen, dass Sie nicht wissen, ob Sie sich bei der Wahl der richtigen Variante nun nach der alten oder der neuen Rechtschreibung richten sollen. Warum? Ganz einfach: Es handelt sich um Grammatik!
Und die hat die Rechtschreibkommission mitnichten angetastet, was letztlich bedeutet: Hier herrschen deutlich länger beschlossene Regeln. Nur leider kennt die im Zweifelsfall auch niemand. Schade eigentlich! Dabei sind diese »komplizierten« Regeln bei weitem nicht so schwer, wie sie auf den ersten Blick aussehen. Und für all die anderen Stolperfallen, die das Deutsche außerdem für uns bereithält, gibt es ebenfalls zahlreiche Tricks.
All denjenigen, denen das immer noch zu anstrengend klingt, sei zum Trost gesagt: keine Panik! Heutzutage kann man sogar mit den »döö̸fsten« Deutschfehlern berühmt werden. Das beweist nicht zuletzt Naturtalent Verona Pooth, die mit Sprüchen wie »Da werden Sie geholfen« sogar in die Grammatikannalen Einzug hielt. Was lernen wir daraus? Koketterie und Mut zur Lücke helfen auch weiter.
In diesem Sinne: eine vergnügliche Lektüre!

Die »ultimativsten« Grammatiktests
Jetzt mal ehrlich. Wie steht es um Ihre Deutschkenntnisse?
Ist bei Ihnen aus grammatikalischer Sicht tatsächlich Hopfen und Malz verloren? Mogeln Sie sich seit Jahren irgendwie durch den Regel-Dschungel? Oder haben Sie die deutsche Sprache mit all ihren Tücken fest im Griff?
Egal ob Sie in der grammatikalischen Kreisklasse spielen oder in der ersten Bundesliga: Hier können Sie Ihre Kenntnisse auf die (zum Teil harte) Probe stellen und herausfinden, wie es wirklich um Ihre Beziehung zur deutschen Sprache steht. Der Test ist in drei Stufen eingeteilt: Greenhorns, Otto Normalverbraucher und Profis; vorgeschoben ist noch ein Test, mit dessen Hilfe Sie ermitteln können, welcher Grammatik-Typ Sie sind. Stürzen Sie sich also ins Vergnügen und stellen Sie sich den Fragen.

Vorab – Alles eine Typfrage

Haben Sie sich schon einmal gefragt, welcher Grammatiktyp Sie sind? Mit Sicherheit nicht. Komisch! Dabei stürzen Sie sich doch garantiert sonst auf jedes x-beliebige Horoskop und lassen keinen noch so absurden Psychotest unbeantwortet. Zwar werden Sie hier nicht erfahren, ob der Genitiv in diesem Jahr günstig für Sie steht und ob Ihr Aszendent Akkusativobjekt sich negativ auf Ihr Glück in der Liebe auswirkt, aber Sie können endlich mal Ihre Deutschkenntnisse richtig einschätzen. Ist das nichts? Also, ran an die Aufgaben!
Kreuzen Sie bei den folgenden Aussagen jeweils an, ob Sie diesen zustimmen oder nicht.
Die Auswertungen sowie die Lösungen für alle weiteren Tests finden Sie dann im hinteren Teil des Buches.
1. Bei dem Wort Kopulativkomposita müssen Sie eher an Sex als an zusammengesetzte Substantive denken.
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2. Sie können mit absoluter Sicherheit sagen, dass Oddset bei Pars pro TOTO nicht die Finger im Spiel hat.
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3. Exzeptivkonditionalsatz, Pertinenzdativ und Resultativkonstruktion hören sich so kompliziert an, dass Sie nicht mal für Geld wissen wollen, worum es sich dabei handelt.
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4. Sie wissen auf Anhieb, worin der Unterschied zwischen scheinbar und anscheinend besteht.
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5. Die korrekte Anwendung der Kommaregeln beschäftigt Sie nicht wirklich. Schließlich haben Sie auch noch andere Hobbys.
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6. Sie haben schon einmal mit dem Gedanken gespielt, eine Gesellschaft zur Rettung diskriminierter grammatikalischer Formen zu gründen – selbst auf die Gefahr hin, dass Sie deren einziges Mitglied sind … und auf Dauer auch bleiben werden.
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7. Abtönungspartikel – das klingt doch irgendwie nach einem Bestandteil von Wandfarbe oder Make-up.
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8. Sie haben immer die aktuelle Duden-Ausgabe im Haus.
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9. Sie können alle Wortarten, die es im Deutschen gibt, aus dem Effeff aufzählen.
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10. Bei E-Mails schreiben Sie einfach drauflos und achten nicht weiter auf Rechtschreibung und Grammatik. Schließlich wollen Sie hier keinen Nobelpreis gewinnen, sondern Zeit.
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11. Sie sagen häufiger Sätze wie »Das macht Sinn«, »Das erinnere ich jetzt nicht« oder »Ich war geschockt«.
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12. Wann, wo und warum der Dativ oder Genitiv steht – darum sollen andere sich kümmern. Bisher hat noch jeder verstanden, was Sie von ihm wollen, und das reicht Ihnen.
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13. Sie lesen auch schon mal ein Buch der schönen Sprache wegen und nicht nur in der Hoffnung auf ein Happy End.
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14. Sie kennen den Unterschied zwischen Konjunktiv I und II.
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15. Die Rechtschreibreform lässt Sie völlig kalt. Sie schreiben einfach weiter wie bisher.
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16. Wenn Sie in der Zeitung wiederholt auf Grammatikfehler stoßen, juckt es Sie durchaus in den Fingern, in einem Leserbrief Ihrer Empörung Luft zu machen.
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17. Deutschsprachlich und deutschsprachig ist für Sie dasselbe. Hat schließlich beides mit Deutsch zu tun.
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18. Im Deutschunterricht hatten Sie immer schon eine gute Note.
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19. Wenn Sie einen Brief mit Word schreiben, sind Sie jedes Mal sehr dankbar für die Rechtschreibhilfe und machen auch Gebrauch davon.
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20. Und sonst? Haben Sie schon fertig?
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Nachdem Sie nun Ihren persönlichen Grammatiktyp bestimmt haben, sind Sie mental bestens für die folgenden drei Tests gerüstet. Wenn Sie sich nicht sicher fühlen, beginnen Sie lieber mit dem Greenhorn-Test. Bestehen Sie diesen mit Bravour, wird Sie das gewiss für die weiteren Aufgaben beflügeln.

Der Greenhorn-Test – Ein bisschen Spaß muss sein

Zum Aufwärmen wollen wir die Sache erst mal ganz locker angehen und ein bisschen die Grammatikmuskeln dehnen. Entspannen Sie sich, greifen Sie zum Stift und legen Sie los. Den Telefonjoker können Sie sich getrost für später aufheben – Sie werden ihn nämlich ganz sicher noch brauchen.
1. Eine Firma wirbt für ihren Service mit dem Slogan »Da werden Sie geholfen«. Ist dieser Satz grammatikalisch korrekt?
a. Na klar, schließlich kommt das immer so im Fernsehen.
b. Mir doch egal. Heutzutage muss sich eh jeder selbst helfen.
c. Um Himmels willen, nein. Es muss richtig »wird Ihnen« heißen. Das ist doch eine Verballhornung der deutschen Sprache.
d. Das war zwar ursprünglich mal falsch, wurde aber inzwischen als richtig in den neuen Duden aufgenommen.
2. Welcher der folgenden Sätze ist ohne Fehler?
a. Du kannst dich auf mich verlassen.
b. Du kannst dir auf mir verlassen.
c. Du kannst dich auf mir verlassen.
d. Du kannst dir auf mich verlassen.
3. Welcher der folgenden Sätze ist richtig? Die Koryphäen in seinem Garten verloren im Herbst ihre Blätter.
Oder: Die Koniferen in seinem Garten verloren im Herbst ihre Blätter.
a. Ich habe nicht die geringste Ahnung. Schließlich bin ich keine Konifere auf dem Gebiet.
b. Ganz einfach: der zweite Satz natürlich, eine Koryphäre ist jemand, der außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt, und kein Baum.
c. Der erste Satz ist richtig, keine Frage.
d. Keiner von beiden. Zwar muss es Koniferen heißen, doch handelt es sich dabei um Nadelbäume und die haben keine Blätter.
4. In welchem der folgenden Sätze ist der Gebrauch des Partikels »wo« korrekt?
a. Die Frau, wo gerade angerufen hat, will sich morgen noch mal melden.
b. In dem Moment, wo die Frau angerufen hat, war ich unter der Dusche.
c. Die Mutter führte ihren Sohn in das Spielzimmer, wo sich die anderen Kinder aufhielten.
d. Das Buch, wo ich mir gestern erst gekauft habe, ist nicht so spannend wie erwartet.
5. Nehmen wir mal an, Ihre noch sehr rüstige Großmutter vertreibt sich die Zeit, indem sie das bekannte Lied »Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad« in die Tat umsetzt. Handelt es sich bei dem fahrbaren Untersatz dann um …
a. … meiner Oma ihr Motorrad?
b. … Omas Motorrad?
c. … meiner Oma sein Motorrad?
d. Meine Oma hat gar kein Motorrad. (Schade!)
6. Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz. Ein durchwachsenes Kotelett ist mir lieber …
a. … als ein trockenes Hühnerbrustfilet.
b. … wie ein trockenes Hühnerbrustfilet.
c. … als wie ein trockenes Hühnerbrustfilet.
d. Ich bin Vegetarier und mir wird allein beim Gedanken an Koteletts und Hühnerbrüste schlecht.
7. Die Begriffe transitive und intransitive Verben sind Ihnen sicher schon mal irgendwo begegnet. Nur wo?
a. Eindeutig klar: Das hat etwas mit »transportieren« zu tun, daher auch die »Transitstrecke« und die »Transsibirische Eisenbahn«.
b. Transitive und intransitive Verben können mir noch gar nicht begegnet sein, weil es sie nämlich gar nicht gibt. Es muss richtig transzendent und intranszendent heißen.
c. Das kommt aus dem Lateinischen, »trans« bedeutet über, über … hinaus; es geht also um übersinnliche Angelegenheiten.
d. Keine Frage: Es handelt sich dabei um zielende sowie nicht zielende Verben.
8. Sie sitzen im Restaurant, und das Gericht, das Ihr Tischnachbar gerade mit Wonne verspeist, weckt Ihren Appetit. Sie winken den Ober herbei und sagen: »Ich hätte gerne das Gleiche wie der Herr nebenan.« Daraufhin geht der Ober zum Nachbartisch, nimmt dem Mann den Teller weg und stellt ihn wortlos vor Sie hin. Was ist da schief gelaufen?
a. Der Ober ist ein ungehobelter Kerl, über den ich mich stante pede beim Restaurantchef beschwere.
b. Ich bin selbst schuld, schließlich hätte ich bei der Restaurantkategorie wissen müssen, dass der Ober eine Grammatikniete ist und »dasselbe« mit »das Gleiche« verwechselt.
c. Der Ober wollte mir damit klar machen, dass ich keine Grammatikmanieren habe und gefälligst »dasselbe« und nicht »das Gleiche« zu ihm hätte sagen müssen.
d. Nichts, ich lasse es mir munden und sage anschließend zum Ober: »Die Rechnung geht dann an den Nebentisch. Danke!«
9. Zum Jahreswechsel fassen die meisten Menschen gute Vorsätze. Doch meist halten diese nicht sehr lange. Woran mag das liegen? Denken Sie bitte daran, die grammatikalisch richtige Antwort anzukreuzen.
a. Da ich derlei grundsätzlich skeptisch gegenüberstehe, ist es mir gleich, ob die Vorsätze lang halten.
b. Ganz einfach: Daran, dass die Liste der Vorsätze oft zu lange ist und die meisten sich zu viel vornehmen.
c. In diesem Fall daran, dass »lange« in dem oben genannten Satz falsch ist. Es muss korrekt »lang« heißen.
d. Daran, dass die meisten Menschen nicht lange genug durchhalten und wieder zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren.
10. Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Richtig oder falsch?
a. Richtig natürlich. Schließlich handelt es sich dabei um ein bekanntes Zitat.
b. Ich war noch nie bescheiden und solche Weisheiten sind mir grundsätzlich egal.
c. Der Satz ist falsch, es muss »sie« statt »ihr« heißen.
d. Der Satz ist eigentlich falsch, doch weil es sich reimen muss, gilt hier eine Ausnahmeregel.

Otto-Normalverbraucher-Test – Jetzt mal Spaß beiseite

So, Sie haben sich also gerade ein bisschen aufgewärmt und sind damit hoffentlich gut gerüstet für die grammatikalischen Grauzonen, die bei dem folgenden Test auf Sie warten. Denn diesmal geben wir schon etwas mehr Butter bei die Fische, sprich, hier kommen Sie uns nicht mehr so leicht davon. Schauen Sie genau hin und kreuzen Sie bei jedem der nun folgenden Sätze an, ob er Ihrer Meinung nach richtig (R) oder falsch (F) ist.
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Profi-Test – Da hört der Spaß auf

Hoffentlich haben Sie sich warm angezogen, bevor Sie weiterlesen, diese Übung ist nämlich garantiert nichts für Grammatik-Weicheier. Denn hier warten die wirklich kniffligen Fragen auf Sie. Wenn Sie schon bei den vorangegangenen Prüfungen Schwierigkeiten hatten, sollten Sie bei diesem Härtetest gar nicht erst antreten.
Für den Besserwisser aus dem Büro nebenan ist diese Übung jedoch genau richtig. Damit treiben Sie ihm garantiert den Schweiß auf die Denkerstirn.
Viel Spaß!
1. Auf einem Zettel stehen untereinander die Wörter Obst und Gemüse. Worum handelt es sich?
a. Um Homonyme.
b. Um Hyperonyme.
c. Um Hyponyme.
d. Um Akronyme.
e. Um den Einkaufszettel für den Wochenmarkt.
2. Was ist »umsonst«?
a. Ein Modaladverb.
b. Ein Modalverb.
c. Nichts. Bekanntlich kostet ja sogar der Tod das Leben.
d. Ein Modalpartikel.
e. Ein Modalitätsverb.
3. Weil meine Schwester beim Einparken nicht aufgepasst hat, hat sie das Auto ihres Nachbarn angefahren. Worum handelt es sich bei dem unterstrichenen Part?
a. Um einen Finalsatz.
b. Um einen Modalsatz.
c. Um einen Kausalsatz.
d. Um einen typischen Fall von Frau am Steuer.
e. Um einen Konzessivsatz.
4. Wie viele der folgenden Adjektive stehen im Positiv? Schlechter – miesest – gemeiner – hässlicher.
a. Was soll bei diesen negativen Wörtern positiv sein?
b. Alle vier.
c. Drei von vier.
d. Zwei von vier.
e. Eins von vier.
5. Weinend vor Freude nahm sie ihren verloren geglaubten Bleistift von dem ehrlichen Finder entgegen. Was ist das?
a. Ein Partizip Perfekt.
b. Ein Partizip Plusquamperfekt.
c. Ein Partizip Imperfekt.
d. Eine emotionale Überreaktion.
e. Ein Partizip Präsens.
6. Herrje, was bist du denn so ängstlich? Worum handelt es sich bei dem ersten Wort des Satzes?
a. Um ein eindeutiges Zeichen von Ungeduld.
b. Um eine koordinierende Konjunktion.
c. Um eine Interjektion.
d. Um ein Indefinitpronomen.
e. Um eine subordinierende Konjunktion.
7. Schlaf, Kindchen schlief. Was ist da passiert?
a. So etwas nennt man Apophonie.
b. Eine morphologische Veränderung durch Ablaut.
c. Eine morphologische Veränderung durch Alliteration.
d. Eine morphologische Veränderung durch Umlaut.
e. Da ist jemand nicht textsicher.
8. Was verbirgt sich hinter dem Ausdruck »ein weißer Schimmel«?
a. Ein Pleonasmus.
b. Ein Pferd.
c. Ein Polysyndeton.
d. Ein Neoplasmus.
e. Ein Oxymoron.
9. Was verbirgt sich am Ende des folgenden Satzes? In den letzten Jahren hat es schwer gelitten, das Ansehen der Universität Berlin.
a. Ein Genitivobjekt.
b. Ein Genitivus partitivus.
c. Ein Genitivsubjekt.
d. Ein Beweis für die Bildungsmisere in Deutschland.
e. Ein Genitivattribut.
10. Welche Aussage trifft auf die drei folgenden Wörter zu? Zwischenrufer – Zechpreller – Taschendieb.
a. Es handelt sich um unverschämte Personen.
b. Es handelt sich um Dekomposita.
c. Es handelt sich um Synonyme.
d. Es handelt sich um Oxymora.
e. Es handelt sich um Komposita.

Stolperfallen von A bis Z
So, nachdem Sie sich hoffentlich erfolgreich durch die diversen Grammatiktests gearbeitet haben, wartet nun der Lexikonteil dieses Buches mit einer bunten Fülle an sprachlichen Ungereimtheiten auf Sie.
Rechtschreib- und Kommaregeln finden in diesem Werk übrigens nur am Rande Beachtung, schließlich handelt es sich hier nicht um einen Survival Guide für Legastheniker. Es geht vielmehr um die döö̸fsten Deutschfehler und wie man sie möglichst klug umgehen kann.
Die zahlreichen Beispiele aus der Alltagssprache und die ungewöhnlichen Eselsbrücken mögen Ihnen trotz des trockenen Themas Spaß an der Lektüre garantieren. Sollten Sie trotzdem an der einen oder anderen grammatikalischen Hürde scheitern, so bedenken Sie bitte, dass es in Ihrem eigenen Interesse ist, diverse Regeln als gegeben hinzunehmen und nicht zu hinterfragen. Erstens sprengt das den Rahmen jedes sinnvollen Zeitvertreibs mit dem Thema Grammatik, zweitens gibt es sicher genügend andere Gesetzmäßigkeiten, die Sie nicht en detail erklären, dafür aber problemlos anwenden können, und drittens gilt im Zweifelsfall immer noch Folgendes:
a. Frauen haben immer Recht.
b. Sollte dies wider Erwarten einmal nicht zutreffen, tritt automatisch Punkt A) in Kraft.
Nun müssen Sie nur noch »Frauen haben« durch »Grammatik hat« ersetzen, und schon dürfte auch dem Letzten unter Ihnen klar sein, wie die Chose funktioniert. Falls nicht, machen Sie sich nichts daraus, weibliche Logik lässt sich schließlich auch nicht erklären.

abber Arm

Sollten Sie im Laufe Ihres Lebens jemals einen abben Arm zu beklagen haben – wozu es hoffentlich niemals kommen wird -, haben Sie offenbar mehr als ein körperliches Problem. Denn es steht außer Zweifel, dass Sie nicht nur dringend eine Armprothese brauchen, sondern am besten auch gleich noch den GrammatikNotarzt rufen sollten.
Der wird Sie hoffentlich mit offenen Armen empfangen und Sie anschließend in die Notaufnahme des Klinikums für sprachamputierte Adverbien bringen. Keine Angst, Sie sind dort bestens aufgehoben und garantiert in guter Gesellschaft. Neben abben Armen und Beinen tummeln sich in der anerkannten Spezialklinik jede Menge weitere linguistisch schwer Verletzte: zue Fenster, sehre Gespanntheit, hoffentliche Verbesserungen, vorgesterne Treffen, neuliche Briefe, aufe Schranktüren, balde Rückrufe, sogleiche Besuche, ofte Wiederholungen und andere Patienten mit tragischem Schicksal.I.
Falls Sie für derlei Unfälle nicht vorgesorgt und keine entsprechende Zusatzversicherung bei Ihrer Krankenkasse abgeschlossen haben, sollten Sie die folgende Regel dringend in Ihre sprachliche Hausapotheke aufnehmen:
Stellen Sie niemals Adverbien als Beifügung (Attribut) einem Substantiv voran!
Damit dürften Sie nun hinreichend gegen abbe Arme, Beine und sonstige sprachliche Verstümmelungen von Adverbien aller Art gefeit sein. Wir verzichten an dieser Stelle auf Beispielsätze und wünschen Ihnen stattdessen ein langes Leben bei guter – grammatikalischer wie körperlicher – Gesundheit und überhaupt: Hals- und Beinbruch!
 
 
Adjektivdeklinationkühles bayerisches Bier
Adverbienabber Arm

als/wie

Wer als sagt, darf nicht zwangsläufig auch wie sagen, vor allem dann nicht, wenn es um sprachliche Korrektheit geht und der gemachte Vergleich nicht hinken soll. Die Regeln hierzu sind übrigens alles andere als schwer, sie sind nämlich klar wie – und nicht als – Kloßbrühe.
Wollen Sie eine Ungleichheit ausdrücken oder die Tatsache, dass zwei Dinge verschieden sind, benutzen Sie den Partikel als. Er steht grundsätzlich nach anders, keiner, niemand, nichts und umgekehrt. Wenn Sie dagegen die Gleichheit von zwei Dingen, Lebewesen oder Zuständen betonen möchten, so heißt es richtig wie, vor allem in der Kombination mit so. Die unzulässige Verbindung als wie streichen Sie dagegen am besten gleich ganz aus Ihrem Gedächtnis.
Beim Komparativ steht demnach immer als, beim Positiv wie, zumindest so gut wie immer. Ausnahmen bestätigen wie so oft die Regel, und zwar bei: sowohl als/wie auch, so wenig als/wie möglich, doppelt so hoch als/wie, so bald als/wie möglich. In jenen Fällen sind nämlich beide Partikel zulässig.
Weitere Stolperfallen mit als lassen Sie sich am besten von der ➜ kompetenten Optikerin Ihres Vertrauens oder ➜ Christina als Verantwortlicher erklären.
Falsch Richtig
Julia nimmt am liebsten einen Krimi mit in die Badewanne. Sie findet nichts so schön als im warmen Wasser zu liegen und ein gutes Buch zu lesen.Julia nimmt am liebsten einen Krimi mit in die Badewanne. Sie findet nichts so schön wie im warmen Wasser zu liegen und ein gutes Buch zu lesen.
Wie ich mich arglos aus dem Fenster lehnte, fiel mir ein Tannenzapfen auf den Kopf.Als ich mich arglos aus dem Fenster lehnte, fiel mir ein Tannenzapfen auf den Kopf.
Lieber ließe sich der treue Knappe foltern, wie den Aufenthaltsort seines Königs zu verraten.Lieber ließe sich der treue Knappe foltern, als den Aufenthaltsort seines Königs zu verraten.
Zweifelsohne ist sein Zustand heute schlimmer wie gestern.Zweifelsohne ist sein Zustand heute schlimmer als gestern.
Im Mathematikunterricht wissen die anderen immer alles besser wie ich, aber beim Fußballspielen bin ich unschlagbar.Im Mathematikunterricht wissen die anderen immer alles besser als ich, aber beim Fußballspielen bin ich unschlagbar.
Ohne die plastische Chirurgie wäre so manche Mutter wohl kaum hübscher wie ihre Tochter.Ohne die plastische Chirurgie wäre so manche Mutter wohl kaum hübscher als ihre Tochter.
Dieser neue Computer ist sein Geld einfach nicht wert, ich habe nichts wie Probleme mit ihm.Dieser neue Computer ist sein Geld einfach nicht wert, ich habe nichts als Probleme mit ihm.
Dieses Kind hat nichts wie Unsinn im Kopf.Dieses Kind hat nichts als Unsinn im Kopf.
Nichts ist so bestechend als die Wahrheit.Nichts ist so bestechend wie die Wahrheit.
Nichts stärkt die Abwehrkräfte so gut als wie eine eiskalte Dusche jeden Morgen.Nichts stärkt die Abwehrkräfte so gut wie eine eiskalte Dusche jeden Morgen.

anscheinend/scheinbar

Wenn hier scheinbar kein Fehler vorliegt, ist anscheinend etwas schief gelaufen.
Der Unterschied zwischen scheinbar und anscheinend scheint eine schwierige Sache zu sein. Zwar klingen die beiden Wörter irgendwie zum Verwechseln ähnlich, doch lassen sie sich keinesfalls nach Belieben vertauschen. Oh nein, der Unterschied ist klein, aber fein. Denn nicht alles, was scheinbar richtig ist, ist auch anscheinend okay und umgekehrt. Es kommt schon genau darauf an, was Sie im Einzelfall ausdrücken wollen, und zwar unabhängig davon, ob Sie irgendeinen Schein wahren möchten oder nicht.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wieso es hier nicht auch so eine wunderbare Regel geben kann wie »Gar nicht wird gar nicht zusammengeschrieben« – unkompliziert, logisch und eingängig dazu. Tja, so leicht kommen Sie der deutschen Grammatik bei anscheinend und scheinbar eben nicht davon. Immerhin ist sie dafür berüchtigt, schwierig zu sein, und will ihrem Namen anscheinend alle Ehre machen.
Allerdings dürfen Sie an dieser Stelle nicht verzagen, frei nach dem Motto »Erstens kommt es anders und zweitens als es scheint« sind vielmehr Eigeninitiative und Kreativität gefragt. Wo es auf den ersten Blick keine Lösung gibt, wird eben eine gesucht. Und gefunden: Die magische Formel für den richtigen Gebrauch von scheinbar und anscheinend lautet:
scheinbar = nur dem äußeren Schein nach = in Wirklichkeit anders
anscheinend = offenbar = vermutlich = allem Anschein nach so, wie es wirkt
Derart auf den Punkt gebracht, ist der Sachverhalt auf einmal gar nicht mehr so schwer und einleuchtend dazu. Na also, geht doch!
Falsch Richtig
Er ist nicht zu unserem letzten Treffen gekommen. Scheinbar hat er keine Lust gehabt.Er ist nicht zu unserem letzten Treffen gekommen. Anscheinend hat er keine Lust gehabt.
Der Vortrag des Biologie-professors war unglaublich langweilig. Die Zeit wollte anscheinend nicht vergehen.Der Vortrag des Biologie- professors war unglaublich langweilig. Die Zeit wollte scheinbar nicht vergehen.
Sieh mal, bei Winters brennt noch Licht. Scheinbar haben sie vergessen, es auszuschalten, bevor sie in Urlaub gefahren sind.Sieh mal, bei Winters brennt noch Licht. Anscheinend haben sie vergessen, es auszuschalten, bevor sie in Urlaub gefahren sind.
Das Auto ist anscheinend grün, dabei liegt es nur am Licht. Es ist nämlich blau.Das Auto ist scheinbar grün, dabei liegt es nur am Licht. Es ist nämlich blau.
Sie will über das Ende ihrer Beziehung nicht reden. Scheinbar hatten die beiden eine furchtbare Auseinandersetzung zum Schluss.Sie will über das Ende ihrer Beziehung nicht reden. Anscheinend hatten die beiden eine furchtbare Auseinandersetzung zum Schluss.
Die Linie ist nur anscheinend gerade. Wenn man genauer hinsieht, merkt man, dass sie leicht schief ist.Die Linie ist nur scheinbar gerade. Wenn man genauer hinsieht, merkt man, dass sie leicht schief ist.
Vater hat scheinbar nicht zugehört, was Mutter gesagt hat, sonst hätte er eine Blautanne und keine Fichte als Weihnachtsbaum gekauft.Vater hat anscheinend nicht zugehört, was Mutter gesagt hat, sonst hätte er eine Blautanne und keine Fichte als Weihnachtsbaum gekauft.

Antibiotikum

Liebe Patientin, lieber Patient, bitte lesen Sie den folgenden Beipackzettel sorgfältig durch, weil er wichtige Informationen über den Gebrauch des korrekten Plurals des Wortes Antibiotikum enthält.

ZUSAMMENSETZUNG

Laut Kluges Etymologischem Wörterbuch der deutschen Sprache ist Antibiotikum ein medizinischer Fachbegriff, »entlehnt aus frz. antibiotique, dieses aus neuengl. antibiotic, einer Neubildung zu griech. biotikós (lebensfähig, zum Leben gehörig) und anti- (gegen). So benannt als ›ein lebende Erreger abtötendes Mittel‹.«

ANWENDUNGSGEBIETE

Bakterielle Infektionen des grammatischen Systems, darunter auch falsche Pluralbildung von Fremdwörtern auf -um.

GEGENANZEIGEN

Das Wort Antibiotika darf keinesfalls angewendet werden, wenn lediglich eine Tablette oder ein Medikament bezeichnet werden soll, da es sich dabei um den Plural handelt; der einzige von der Grammatikaufsichtsbehörde GAB zur Anwendung zugelassene Singular lautet Antibiotikum. Die Pluralformen Antibiotikums sowie Antibiotikas sind ebenfalls unzulässig.

NEBENWIRKUNGEN

Bei falscher Anwendung kann es zu grammatikalischen Ausfallerscheinungen sowie Missverständnissen in der Kommunikation mit Mitpatienten kommen.

WECHSELWIRKUNGEN

Die Kombination mit anderen Grammatikfehlern, etwa falsche Konjunktivanwendung oder die Nichtbeachtung der Regeln zum korrekten Gebrauch von Apostrophen, kann zu schwer wiegenden sprachlichen Schäden führen und sollte daher dringend vermieden werden. Die Einnahme von Alkohol kann sich ebenfalls negativ auf die richtige Anwendung der Pluralformen des Wortes auswirken.

DOSIERUNG UND ART DER ANWENDUNG

Halten Sie sich bitte strikt an die Anordnungen Ihres Grammatikarztes. Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, so teilen Sie diese unverzüglich dem behandelnden Mediziner mit.
Wir wünschen Ihnen gute Besserung!
Falsch Richtig
Karla trank am Silvesterabend keinen Alkohol, da sie ein Antibiotika nehmen musste.Karla trank am Silvesterabend keinen Alkohol, da sie ein Antibiotikum nehmen musste.
Der Arzt verschrieb dem kleinen Mädchen Antibiotikas gegen den entzündeten Katzenbiss.Der Arzt verschrieb dem kleinen Mädchen Antibiotika gegen den entzündeten Katzenbiss.
Das ist jetzt schon das dritte Mal in diesem Jahr, dass ich Antibiotikums nehmen muss. Das kann so nicht weitergehen.Das ist jetzt schon das dritte Mal in diesem Jahr, dass ich Antibiotika nehmen muss. Das kann so nicht weitergehen.