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Buch

Gibt es eine Kraft, die uns trägt, die uns hält, wenn die Welt um uns zusammenfällt? Eine Stimme, die uns ins Ohr flüstert, dass alles gut ist, wie es ist? Dass alles einen Sinn hat, einen Plan, auch wenn sich unser Leben planlos oder fremdgesteuert anfühlt? Ja, es gibt diese Kraft. Aber wir können sie nicht einfach per Mausklick im Internet bestellen. Trotzdem hat sie ihren Preis: den Preis, dass wir alle scheinbaren Sicherheiten loslassen, wie gefüllte Bankkonten, Lebensversicherungen oder Heiratsurkunden. Wenn wir aufhören, in Äußerlichkeiten nach ihr zu suchen, dann ist sie da. In jedem von uns. Diese Kraft heißt Vertrauen. Urvertrauen.

Doch wie finden wir dieses Vertrauen? Eine Anleitung oder ein Rezept dafür gibt es nicht. In ihrem Mutmachbuch inspiriert Karen Christine Angermayer anhand ihrer eigenen Erfahrungen und Erlebnisse dazu, unseren ganz persönlichen Weg in das Vertrauen zu entdecken. Denn wer vertraut, hat mehr vom Leben!

Autorin

Karen Christine Angermayer studierte Diplom-Photoingenieurwesen und arbeitete beim Film, bevor sie sich im Jahr 2000 selbstständig machte. Sie ließ sich viele Jahre intensiv rund ums Wort und das erfolgreiche Schreiben ausbilden. Seit 14 Jahren ist sie als Autorin, Referentin, Schreibcoach und Trainerin für Privatpersonen und Unternehmen tätig. Ihre Kinder-, Jugend- und Sachbücher werden international gelesen, darunter der Schreibratgeber Verführung mit Worten: 33 Quickies für erfolgreiche Texte. Seit 2014 ist sie Geschäftsführerin des sorriso Verlags und begleitet andere Menschen bei der Entstehung ihrer Bücher.

www.worte-die-wirken.de

www.sorriso-verlag.com

Karen Christine Angermayer

Rein ins Vertrauen!

Wie wir jede Welle im Leben nehmen

Die Ratschläge in diesem Buch wurden von der Autorin und vom Verlag sorgfältig erwogen und geprüft, dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autorin bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene externe Links vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags für externe Links ist stets ausgeschlossen

1. Auflage

Originalausgabe März 2015

Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

© 2015 Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: Uno Werbeagentur, München

Umschlagfoto: Alan Graf/getty images; Teo Lannie/corbis images

Umschlagfoto/Rückseite: princigalli/iStock

Bildredaktion/Umschlagrückseite: Network! Werbeagentur, München

Redaktion: Antonia Meisner

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

KW ·Herstellung: IH

ISBN 978-3-641-14385-5

www.goldmann-verlag.de

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In Liebe und Dankbarkeit

für Unitia

für Johannes und Nike, meine Schätze

für den Tiger, Krieger und Kolibri, meinen Herzenslehrer

für unseren gemeinsamen Engel

und für den Ozean.

»Wir alle stammen aus dem Meer. Aber nicht jeder von uns fühlt sich dem Meer verbunden. Wir, die es tun, wir Kinder der Gezeiten, müssen immer und immer wieder dorthin zurück. Bis zu dem Tag, an dem wir nicht wiederkommen und nur das zurücklassen, was wir auf unserem Weg berührt haben.«

Frosty in Mavericks – Lebe deinen Traum

Inhalt

Prolog: Welcome home, willkommen zu Hause!

Teil 1: Vertrauen in die Liebe

Die »perfekte« Welle

Der vollkommene Start in die Liebe

Die vollkommene Dauer der Liebe

»You are joy«: Du bist die Freude

Vollständig sein

Die eigene Schöpfung annehmen

Übung: Adieu, Angst!

Übung: Fülle deine Zellen mit Liebe

Ein himmlisches Pflaster aufs Herz

Übung: Vergebung – Reset für ein reines Gefühl

Den heiligen Raum sauber halten

Grenzgänge: Die Liebe am seidenen Faden

Wenn die Liebe sich nicht blicken lässt

Schein und Sein: Was ist real?

Das Steuer in die Hand nehmen

Der kleine Unterschied

An die Liebe glauben

Kinder, Kinder! Eltern, Eltern!

Der Lauf der Sonne

Stärkende Gedanken

Teil 2: Vertrauen in unseren Beruf und unseren Geldfluss

Den Fuß in die Luft setzen

Danke, Kunden, dass ihr meine Rechnungen nicht bezahlt!

Das Schlimmste, was passieren kann

Unseren Geist bereithalten

Der Beruf, der uns in die Freiheit bringt

Adieu, Angst – auch beim Geld!

Das Jetzt und das Morgen

Ein Spiel von Geben und Nehmen

Geld ist ein Zahlungsmittel, kein Garant für Sicherheit

Das Geschäft mit der Angst

Die Illusion von Konkurrenz

Brennen ja, ausbrennen nein

50 000 Euro und ein verlorener Zwilling

Wer vollständig ist, ist frei

Übung: Meinen Erfahrungsradius erweitern

In Frieden mit dem, was ist

Vergebung in Gelddingen

Das magische Dreieck

Meisterprüfungen in Sachen Vertrauen

Im Gefühl der Fülle bleiben

Übung: Dank an Mutter Erde

Stärkende Gedanken

Teil 3: Vertrauen in unseren Körper und unser Wohlbefinden

Der »perfekte« Körper

Seismograf für alles, was mich bewegt

Wieder in die Verantwortung gehen

Übung: Von Kopf bis Fuß ein Segen

Was wirklich tödlich ist

Die wahren Ursachen auflösen

Von der Urangst ins Urvertrauen – Interview mit Dr. Wolf-Richard Nickel

Ohne Flipflops in die Dusche?

Meiner eigenen (Un-)Lust vertrauen

Wenn der Kinderwunsch sich nicht erfüllt

Körperliche Grenzerfahrungen: Wie weit geht Vertrauen?

Übung: Zeit für Vergebung

Übung: Emotional entgiften

Zur rechten Zeit am rechten Ort

Es ist nur der Körper, der geht

Stärkende Gedanken

Epilog: Alles, was du wissen musst

Anhang

Dank

Die Autorin

Hilfreiche Menschen und ihre Angebote

Inspirierende Literatur

Quellennachweis

Register

Prolog: Welcome home, willkommen zu Hause!

Im November ist es in Santa Monica noch so heiß, dass man einen Sonnenbrand auf der Nase bekommt, wenn man am Strand spazieren geht oder in einem der Straßencafés sitzt. Ich liebe diesen Ort, der sich nahtlos an Los Angeles anschließt und die »Stadt der Engel« mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Er ist mein zweites Zuhause geworden, meine Seelen-Heimat.

Wenn mein Flieger in Los Angeles landet und ich mit dem Taxi nach Santa Monica fahre, entspanne ich mich sofort. Ich sehe die Sonne durch die Palmen zwinkern, rieche die warme, süße Luft und lasse los, lasse alles los, was mich beschäftigt und in Atem hält. Ich atme tief ein und aus, diese ganz spezielle Mischung aus Palmenrinde, blühenden Bäumen, Sträuchern und dem Salz des Ozeans, und kann es kaum erwarten, das glitzernde Wasser zu sehen und den unendlichen Horizont.

Sobald mein Taxi hält, werfe ich meinen Koffer ins Appartement, wechsle ein paar Worte mit Sue, der das Haus gehört, und laufe an den Strand, dem Ozean entgegen, der mich mit weit ausgebreiteten Armen begrüßt: »Welcome home, willkommen zu Hause!«

Ja. Ich bin wieder da. Ich werde immer hier sein. Selbst wenn ich in Deutschland bin, brauche ich nur meine Augen zu schließen und höre die Stimme des Ozeans, sein Rauschen, sein Brausen, sein Flüstern. Er hat mir viel erzählt in den letzten Jahren, und auch ich habe ihm viel anvertraut – wie so viele Menschen, die jeden Tag zu jeder Jahreszeit an seinem Ufer entlanglaufen. Jeder von uns spricht laut oder leise zu sich selbst, während wir unsere Spuren im Sand hinterlassen und unsere Fragen und Sorgen, unsere Tränen und Misserfolge und auch unser Lachen, unsere Freude, unsere Erfolgserlebnisse und unsere filmreifen Liebesgeschichten. Hollywood ist nur einen Katzensprung entfernt.

Der Ozean scheint alles in sich aufzunehmen. Er hat für mich eine ganz besondere Kraft und ein unendliches Fassungsvermögen. Er hört sich alles an, was wir ihm erzählen, und mit dem nächsten seiner Atemzüge wischt er alle Spuren weg, die wir barfuß oder in Schuhen hinterlassen haben. Und er kommt wieder, immer wieder, Welle für Welle, jeden Tag, jede Nacht. Er kommt und geht, so gleichmäßig, als würden ihn die vielen Geschichten und Menschen an seinem Wassersaum gar nicht berühren. Und doch wirkt er auf mich nicht gleichgültig. Denn es kommen Antworten, oft ganz unerwartet. Es scheint, als nähmen die Wellen meine Fragen auf und ließen die Antworten ans Ufer rollen, wenn sie zurückkommen. Nicht immer am gleichen Tag, an dem ich die Frage gestellt habe, aber immer zur rechten Zeit.

Hier an diesem Ozean begann meine innere Reise in mein Vertrauen. In mein Vertrauen in die Liebe, in meine finanzielle Freiheit und in meinen Körper. Mehrere Jahre hat diese Reise gedauert, und der Ozean ist ein wichtiger Teil davon. Und Eleya, meine geliebte Freundin und Seelenschwester, die ich hier an diesem Strand kennenlernte, gehört auch dazu. Ich werde sie dir nachher vorstellen.

Es ist mir wichtig, dir zu sagen, dass dieses Buch keine Anleitung dafür ist, wie wir in unser Vertrauen kommen. Eine Anleitung oder ein Rezept dafür gibt es nicht. Ich glaube, dass jeder nur für sich allein ins Vertrauen finden kann. Was ich für dich tun kann – und dies gerne –, ist, meine eigene Geschichte mit dir zu teilen und Geschichten von Menschen, die mir begegnet sind. Ich wünsche mir, dass wir dich gemeinsam dazu inspirieren, dich selbst auf den Weg zu machen. Dass wir dir Schutz und Trost sind und Ermutigung auf deiner eigenen Reise.

Vertrauen ist meiner Erfahrung nach auch nichts, was man einmal erlangt und dann für immer behält. Auch ich erlebe immer wieder Momente, die mein Vertrauen auf den Prüfstand stellen. An manchen Tagen sind wir randvoll gefüllt von diesem schönen, warmen Gefühl, so als hätte jemand einen großen Eimer voller Seelenbalsam über uns ausgegossen. An anderen Tagen überwiegen die Ängste, die Unsicherheiten und der Zweifel. Ich glaube inzwischen, dass dies ganz normal ist und zum Leben dazugehört.

Wir können Vertrauen weder sehen noch beweisen. Wir können es fühlen, es in uns wachsen spüren und daran glauben, dass es existiert und wiederkommt, wenn es uns einmal abhanden gekommen ist. Die »Zutaten«, die jeder von uns braucht, um sein Vertrauen ins Leben zu spüren, sind ganz individuell. Jeder ist hier sein eigener Koch und rührt und fügt hinzu, bis die Mischung stimmt.

Ich sage bewusst »Vertrauen ins Leben«, weil es mir hier in diesem Buch um mehr geht als das reine Vertrauen zwischen zwei Menschen. Ich meine das Vertrauen in das Leben selbst, in das Gefühl: »Das Leben ist mein Freund. Ich bin allem gewachsen, was auch immer geschieht.«

Ich wünsche mir, dass alles, was ich erlebt habe, nicht nur einen Nutzen für mich hat, sondern dass es auch passiert ist, damit ich dir heute davon erzählen kann und du aus diesen Seiten etwas Wertvolles und Schönes mitnimmst, wie duftende Blüten oder einen glitzernden Stein, die man auf einem Spaziergang findet.

Nimm dir aus den folgenden Seiten, was sich für dich gut und hilfreich anfühlt, was dich inspiriert und stärkt. Vertrauen hat auch ganz viel mit Geduld zu tun und mit einer liebevollen Haltung zu uns selbst. Und es hat mit einer Wahl zu tun. Eine Wahl, die sich uns stellt, sobald wir morgens beim Aufwachen die Augen öffnen und die ersten Gedanken denken. In Eleyas Badezimmer hängt eine Postkarte am Spiegel. Ihre Schwester hat sie gemalt. Es ist eine ganz einfache Bleistiftzeichnung, die eine junge Frau zeigt. Sie trägt ein Kleid, das rot eingefärbt ist. Die junge Frau hebt den Saum ihres Kleides hoch und fragt: »What shall I carry today? Shall it be faith or fear?« Was soll ich heute tragen? Soll es das Vertrauen sein oder die Angst?

Um diese Wahl geht es: Was soll ich heute anziehen – in Bezug auf meine Partnerschaft, meine Kinder, meine Eltern, meinen Beruf oder meinen Chef, meine finanzielle Freiheit und auch in Bezug auf meinen Körper und seine Gesundheit? Was ziehe ich heute an, das Vertrauen oder die Angst?

Das Wort »faith« würde man in der direkten Übersetzung sicher mit »Glauben« übersetzen, doch ich finde das Wort »Vertrauen« umfassender und weiter. Darüber hinaus ist das Wort »Glaube« in unserem Sprachgebrauch mit religiösen Assoziationen belegt, um die es mir hier nicht geht.

Mein eigenes Vertrauen schöpfe ich auch durch meinen Glauben – an unseren Schöpfer und an die feinstofflichen Kräfte, die uns unterstützen. Das bedeutet nicht, dass du auch daran glauben musst, um dieses Buch zu lesen. Nimm meine Geschichte einfach als einen möglichen Weg von vielen.

Wollen wir ein Stück zusammen gehen, den Santa Monica Beach runter nach Venice oder rauf zum Pier, wo Forrest Gump seinen langen Lauf im Film beendete? Dann komm. Um diese Zeit ist immer eine Delfinfamilie unterwegs. Sie schwimmen ganz nah am Strand. Vielleicht sehen wir sie!

Teil 1: Vertrauen in die Liebe

Zerreiß deine Pläne. Sei klug

und halte dich an Wunder.

Sie sind lang schon verzeichnet im großen Plan.

Jage die Ängste fort

und die Angst vor den Ängsten.

aus: »Rezept« von Mascha Kaléko (1907–1975)