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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2011 Sandra Storch

Alle Rechte vorbehalten

Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt

Zeichnungen, Layout und Covergestaltung: Sandra & Andreas Storch

Fotografien:

Sandra & Andreas Storch (www.FatVelvetBags.de): Schmutztitel, 17, 19, 22, 23, 44 u.r., 47 u., 49, 64 o.r., 69, 74, 75, 77, 118-120, 123, 129, 131, 136, 151 u., 155, 162, 175-178, 186, 188, 191, 210, 268, 272, 276-278

Nadine Müller (www.cat-passion.ch): 18, 20, 24, 25, 27, 29, 30, 71, 73, 87, 99, 100, 115, 116, 192, 193, 198, 203 o.l., 212 o., 213-215, 217, 219-221, 226-229

Nicole J. Noack (www.tierfotografie-mit-herz.de): Schmutztiel, 156, 185, 205 o., 205 u.l., 206 o., 207 o., 208, 274

Margret Grigoleit (www.kinderfotograf.de): 96, 194-196, 230, 231

Conny Ewen (www.tierpfotengrafie.de): 183 o.

Angelika Witzorky (www.vomhalternersee.de): 70, 72, 184, 187, 189, 190, 202 u., 203, 205 u.r., 207 u., 211

Elvira & George Janocha: 199 o.

Hermann Pabst: 200

Udo Mersmann: 26, 98, 204, 212 u., 224 o.l.

Stefan Kulpa: 28, 31, 33, 35, 37 o., 46, 48

Ulrike Joerres: 32 u.l., 37 u., 41

Gennermann-Sackschewski: 67 o.l., 67 u.l.

Susann Anton: 2x228 u.

Simone Wurth (www.lillysbar.de): 137, 150, 151 o.

S. Sieringer / J. Stöwer / P. Senoner (www.catwalk-kratzbaeume.de): 87 u., 88

Ulla: 42 o.

Angelika Niesel: 216, 222 u., 223-225

Maria Wellmeyer: 218, 222 o.

Annegret Exter: 59, 63 o.r., 63 u.r., 67 u.l. (Foto Herr Timmermann), 68

Cordula Knieling: 64 o.l., 64 u.l., 95

Iris Kuttner: 65

Ortrun Wagner: 63 o.l., 63 u.l.

Alla Schischkin: 206 u., 209

Bettina Kisters: 182, 183

Monique Nuijen: 58, 66

Nicole Rudorf: 199 u., 200 o., 202 o.

Ramona Schmid: 39

Olaf Schneider: 21

Marcus Skupin (www.welt-der-katzen.de): 45

Elke Becker: 32 o.l., 34, 38, 40, 42 u., 43, 44 o.l., 47 o., 182

Mieni van der Maas: 194 o.

Lachaize-Vazeille: 61

Heidrun Charlotte Nicolai: 233, 237, 240

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Übersetzung - auch auszugsweise -sowie die Vervielfältigung und Verbreitung jeglicher Art in Medien wie Film, Funk, Fernsehen, Internet und elektronischen Systemen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.

ISBN: 978-3-8448-6244-7

 

 

Für Church

Vorwort

Herkunft der Feliden, nahe und ferne Verwandte

Taxonomie

Grosskatzen (Pantheriae) umfassen vier Gattungen und sieben Arten

Gattung Panthera

Gattung Unica

Gattung Pardofelis

Gattung Neofelis

Acinonychinae umfassen nur eine einzige Gattung und Art

Gattung Acinonyx

Felinae (Kleinkatzen) umfassen 13 Gattungen und 28 Arten

Gattung Otocolobus

Gattung Prionailurus

Gattung Profelis

Gattung Catopuma

Gattung Puma

Gattung Leo pardus

Gattung Lynx

Gattung Herpailurus

Gattung Caracal

Gattung Oreailurus

Gattung Leptailurus

Gattung Oncifelis

Gattung: Felis

Auf den Spuren der Vergangenheit

Geschichte der Domestikation

Blaue Fakten und Legenden

Woher stammen aber nun unsere blauen, knuffigen Bärchen?

Was ist denn nun eine Kartäuserkatze?

Blaues Fell und blaues Blut

Wie soll denn nun ein Brite aussehen?

Mach‘s mal halblang!

Das Wesentliche

WCF - Rassestandard - Britisch Kurzhaar

Vor dem Einzug

Wie erkennt man einen seriösen Züchter

Wofür Pedigree?

Lieber ein Brite allein oder zu zweit?

Katze oder Kater

Was die Katze alles braucht

Transportkorb

Kratzbaum

Näpfe

Das stille Örtchen

Schlafplatz

Leine

Play with me

Vorsicht Falle

Pflege

Zuchtgedanken

Die erste Zuchtkatze

Der richtige Partner

Utopische Deckauflagen

Blutgruppen

Es existieren bei Katzen drei Blutgruppen

Es gibt drei verschiedene Krankheitsverläufe

Antikörper

Kleiner Crashkurs in Genetik

Ein Mönch mit coolen Regeln

Uniformitätsgesetz

Spaltungsgesetz

Rekombinationsgesetz

Die Symbolik der Genetik

Die geläufigsten Gene

Genotyp vs. Phenotyp

Der Briten Boom

Sind Kastraten überflüssig?

In Harmonie

Pheromone

Ernährung

Satt allein genügt nicht

Liste toxisch

Trockenfutter

Beispiel einer Zusammensetzung eines weniger geeigneten Futters

Beispiel einer Zusammensetzung eines geeigneten Futters

Nassfutter

Beispiel einer Zusammensetzung eines weniger geeigneten Futters

Beispiel einer Zusammensetzung eines geeigneten Futters

BARF (Bones and Raw Food = Biologisch Artgerechte Rohfütterung)

Selbst gekochtes

Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe

Was kann ich alles verfüttern

Supplementieren

Was man beachten sollte:

Wie krieg ich die Supplemente in die Katze?

Wie oft und wie viel sollte gefüttert werden?

Was soll man bei der Kittenfütterung beachten?

Barfen mit Kindern

Rezepte vom Lucky-Land

Hühner-Gelee

Hühner-Kraftbrühe

Schonkost

Schweinefleisch (gekocht)

Ulmenrinden-Sirup (bei Verstopfungen)

Britische Jagdgelüste

Perfekte Jäger

Ihr Jagdverhalten zeigt meist drei aufeinander folg ende Phasen

So angelt man sich Fische und Vögel

Surprise

Cat‘s Anatomy

Das Skelett

Der Kopf

Die Augen

Die Ohren

Innere Organe

Die Harn- und Geschlechtsorgane

Die Gliedmaßen

Die Haut

Sinne - nicht nur ihre Krallen sind scharf

Sehen

Hören

Fühlen

Riechen

Schmecken

Alles im Gleichgewicht

Der siebte Sinn

Die Farbenvielfalt - Jetzt wird´s bunt!

Die British White (weiss)

Die British Black (schwarz)

Die British Blue (blau)

Die British Red (rot)

Die British Cream (creme)

Die British Chocolate (braun)

Die British Lilac (lavendel)

Die British Cinnamon und Fawn (zimt und rehfarben)

Die British-Tabby

Die British Torties & Torbies (schildpatt und schildpatt-tabby)

Die British Bicolor (zwei farbig)

Die Britisch Harlekin

Die Britisch Van

Die Britisch Tricolor (drei farbig)

Die British Silver

Die British Golden

Golden Tipped oder Ticked

Die British Colorpoint

Bunt und Blauäugig

Aber geht dies auch gezielt?

Die British based caramel

Karamellisiert

Based Gencodes

Wenn das Bärchen mal krank wird

Der perfekte Tierarzt

HCM (Hypertrophe Kardyomyopathie)

Fachchinesisch HCM

PKD (Polycystic Kidney Disease)

Parasiten

Hautpilz

Infektionskrankheiten und Bakterielle Befälle

Katzenschnupfen

Katzenseuche

FIV

FIP

FelV

Tollwut

Sonstige Erkrankungen

Ohrentzündung

Augenentzündung

Kinnakne

Harnwegserkrankungen

Erbrechen

Verdauungsprobleme

Verstopfung

Durchfall

Nie aufgeben!

Impfungen

HD (Hüftgelenkdysplasie)

It‘s Showtime

Klassen

Titel

Bühnenshow

Weitere Preise

Best in Varietät

Sonderpreis

Ringrichten

Es gibt vier verschiedene Ringklassen

Disqualifikation

Was man als Aussteller alles einpacken sollte

Pimp my Cat

Showvorbereitung

Anmerkung

Danksagung

Literatur

www

Vorwort

Wie wahrscheinlich bei vielen Katzenliebhabern, begann meine britische Leidenschaft mit der Werbung. Egal ob Futter, Streu oder Katzenmilch, überall tappte eine plüschige Schönheit auf samtenen Pfoten über den Bildschirm. Ein Blick in die runden, bernsteinfarbenen Augen der schnurrenden Tiger und es war um mich geschehen. Ich fühlte mich schon immer zu Katzen hingezogen und lebte seit meiner Kindheit auch nie ohne. Mein Wunsch nach einer edlen Britisch Kurzhaarkatze in blau wurde immer größer, so dass sehr bald eine BKH in dieser Farbe bei mir einzog. Mein erster Brite war ein blauer, super lieber Kater mit einem Charakter, von dem man nur träumen kann. Er begleitete mich von Anfang an überall hin. Ob ich im Keller Wäsche aufhänge oder mich in den Garten setze, er weicht nicht von meiner Seite. Als unsere Tochter zur Welt kam, machte er es bei ihr genauso. Er schlief mit ihr zusammen im Laufstall und später schob sie ihn mit ihrem Puppenwagen durch die Gegend. Auch wenn sie mit ihm ein wenig zu wild kuschelt, weiß ich genau, er würde sie niemals verletzen. Briten haben einfach einen ganz besonderen Charakter, welcher perfekt zu ihrem gutmütigen Erscheinungsbild passt. Es sind für mich persönlich, die idealen Familienkatzen. Mittlerweile leben 19 Samtpfoten bei uns, wovon allein 18 Briten sind. Jede Katze hat ihre Eigenarten und ihre ganz persönlichen Wesenszüge. Sie sind alle sehr sanft, ruhig und doch verspielt. Die Rasse hat eine große, prachtvolle Farbvielfalt und es gibt sie sowohl als Kurz-, wie auch als Langhaarvariante. Fast alle Farbschläge sind anerkannt. Später werde ich noch auf jede einzelne Farbe eingehen und sie beschreiben. Zudem folgt: Was muss bei der Zucht beachtet werden? Wie verpaart man die Rasse vorteilhaft? Welche Augenfarbe hat sie und welche Charaktereigenschaften schreibt man ihr zu? Gerade bei den Briten schreibt der Zuchtstandart je nach Fellfarbe eine bestimmte Augenfarbe vor. Paart man jetzt zwei Briten mit unterschiedlichen Augenfarben, kann diese sehr darunter leiden und es ist sehr viel züchterischer Aufwand nötig, das wieder zu verbessern.

Doch ihre Beliebtheit hat auch Schattenseiten. Durch die große Nachfrage ist das Angebot gestiegen und immer mehr Katzenliebhaber widmen sich der Zucht der britischen Bärchen. Leider bedenken viele nicht, wie groß der Aufwand und die damit verbundene Verantwortung bei der Zucht sind. Es bringt nicht sehr viel, zwei Tiere miteinander zu verpaaren, die zwar der gleichen Rasse angehören, doch weder Farbe, noch Typ passen zueinander. Man sollte als Züchter auf gewisse Kriterien achten, den richtigen Blick für harmonische Verpaarungen finden und mit jeder Verpaarung versuchen, dem Standard einen Schritt näher zu kommen. Dabei sollte der Typ der Rasse erhalten bleiben und gegebenenfalls verbessert werden. Natürlich kommt es vor, dass man auch mal Fehler macht oder auch mal das eine oder andere Schicksal bewältigen muss. Der Sinn besteht darin, daraus zu lernen, neue Kraft zu schöpfen und weiter zu machen, um sein Zuchtziel zu erreichen. Leider steht nicht bei jedem dieser Gedanke im Vordergrund. Noch schlimmer ist jedoch, dass sich manche „Züchter“ gar keine Gedanken darüber machen. Geld, Bühnenerfolge oder einfach nur die Vermehrung ohne gerichtetes Ziel sollten nicht die Gründe einer Zucht sein. Dieses kann und wird auf Dauer auch nicht gut gehen. Ich habe dieses Buch geschrieben, damit Liebhaber und auch angehende Züchter den Blick für einen seriösen Züchter bekommen. Ich möchte den Zauber der Rasse vermitteln und ihn auch in Zukunft erhalten. Wenn man sich über die Rasse gründlich informiert und genau hinschaut, sieht man, wie ein Brite auszusehen hat. Ein Brite ist überall gerundet, mit einen dicken runden Kopf und weit geöffneten runden Augen. Wenn diese Augen einen anschauen, bringen sie selbst Eis zum Schmelzen. Wenn man die Briten so anschaut, könnte man meinen, sie würden einen anlächeln. Die kleinen gerundeten, weit auseinander gesetzten Ohren, der kurze Schwanz mit gerundeter Spitze und die dicken Pfoten auf stämmigen Beinen vervollständigen das Bild eines plüschigen Bärchens. Dieses Buch ist für alle da draußen, die sich vom Britenvirus infizieren lassen möchten.

Herkunft der Feliden, nahe und ferne Verwandte

Bevor wir uns mit der Herkunft der Britisch Kurzhaar beschäftigen, schauen wir doch mal, wo unsere Feliden überhaupt herkommen und wie lang der Weg zur edlen Rassemieze dauerte. Unsere Reise in die Vergangenheit beginnt in der Kreidezeit, vor ca. 65 Millionen Jahren. Das ist die Zeit, als die Ära der Dinosaurier zu Ende ging und die Säugetiere die Erde bevölkerten. Anfang des Tertiärs, im Paläozän, entwickelten sich aus ursprünglich primitiven Säugetieren eine Menge neue Familien. Sie unterteilten sich in verschiedene Arten, darunter auch die ersten Raubtiere. Sie hatten vor 60 Millionen Jahren noch starke Ähnlichkeit mit Insektenfressern. Man vermutet, dass die ersten ihrer Art auf Bäume lebten. Sie besaßen kurze Beine und Pfoten mit ausgeprägten Krallen, wie auch einen langen Schwanz. Die Größe konnte sehr unterschiedlich sein. Es gab Arten die klein waren wie ein Wiesel und andere erreichten die Größe eines Schäferhundes. Die für uns bedeutendste und wichtigste Art sind die Miaciden. Ein wichtiger Unterschied zu ihren Vorfahren waren ihre mächtigen Reißzähne. Diese sind charakteristisch für Raubtiere. Miaciden waren sehr erfolgreiche und geschickte Jäger. Aus ihnen entwickelten sich vor ca. 40 Millionen Jahren, im Paläozän, verschiedene Gruppen. Sie spalteten sich auf in die Gruppe der Nimravidae (oder Paläofeliden), die sich zu schwerfälligen Tieren entwickelten und in die für uns interessante Gruppe der Felidae (oder Neofeliden). Sie entwickelten sich mit der Zeit zu Proailurus, die sich weiterentwickelten zu Pseudaelurus. Diese wiederum spalteten sich im Miozän in zwei Abzweigungen. Eine entwickelte sich zu Tieren mit Säbelzähnen, die man wiederum in zwei Gruppen teilen kann. Zum einen die etwas leichter gebauten Machairodus und die Homotherium. Und zum anderen die schwer gebauten Megantereon und den bekannten Smilodon (der Säbelzahntiger). Sie besaßen große, markante Eckzähne, die sogenannten Säbelzähne. Diese waren dolchartig und von extremer Länge. Sie konnten mit ihren Säbelzähnen sogar Mammuts überwältigen. Doch einen Nachteil hatten sie: Sie waren nicht sehr geeignet für die Jagd und man vermutet, dass dies auch der Grund für ihr Aussterben war. Dies liegt ca. 13000 Jahre zurück. Auch die anderen Säbelzahnkatzen starben Ende des Pliozäns oder spätestens Anfang der Eiszeit aus, welche 15000 Jahre zurückliegt.

Der andere Zweig entwickelte sich erfolgreicher und teilte sich schließlich in unsere noch existierenden drei Hauptgruppen der Felidae. Sie umfasst die Pantherinae, das sind unsere heutigen Großkatzen, wie zum Beispiel Löwen, Tiger usw. Großkatzen besitzen die Fähigkeit zu BRÜLLEN. Diese Lautäußerung ist aufgrund einer anatomischen Besonderheit die Zuordnung und das Unterscheidungsmerkmal. Die anatomische Voraussetzung für das Brüllen ist eine unvollständige Verknöcherung des Zungenbeins. Dieses ist U-förmig und verbindet die Rückseite des Schädels mit dem Kehlkopf und der Luftröhre. Ein verknöcherter Zwischenast des Zungenbeins wird durch ein elastisches Band ersetzt. Das bewirkt eine höhere Beweglichkeit des Kehlkopfes und die Katze erlangt die Fähigkeit zu BRÜLLEN. Alle anderen Katzen, die ein verknöchertes Zungenbein besitzen, sind nicht in der Lage zu brüllen. Sie unterhalten uns mit dem klassischen Miau. Wie wohl überall gibt es die Sonderfälle, wo eine Klassifizierung noch nicht ganz klar ist. Aber darauf gehen wir hier nicht im Einzelnen ein. Ich möchte jedoch alle Gattungen kurz vorstellen, denn wohl jeder Katzenliebhaber ist von den wild lebenden Katzen fasziniert. Gerade die Großkatzen sind beeindruckend, aber auch die kleineren Arten haben einige Besonderheiten. Viele, ob nun Groß- oder Kleinkatzen, haben einiges mit unseren Stubentigern gemeinsam.

Es gibt drei Familien: Die Panthera umfasst alle Großkatzen. Die Acinonyx besteht einzig und allein aus den Geparden. Sie unterscheiden sich in vielen Punkten von unseren anderen Groß- und Kleinkatzen. Doch der wahrscheinlich wichtigste Unterschied ist, dass sie nicht in der Lage sind, ihre Krallen vollständig einzuziehen. Die dritte und für uns wichtigste Gruppe, sind die zahlreichen Vertreter der Felinae. Diese Gruppe umfasst alle kleineren Wildkatzen und unsere Haus- und Rassekatzen. Die Geburtsstunde der Felinae begann schon in der Epoche des Miozäns. Es ist sehr schwierig die Evolution der Katze präzise zurück zu verfolgen, da es kaum fossile Funde gibt, was durch das Klima der Lebensräume bedingt ist.

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Taxonomie

Die Einordnung in die jeweiligen Familien, Gattungen, Arten und Unterarten, nennt man Taxonomie. Hier gibt es verschiedene Varianten und wir widmen uns der verbreitetsten Taxonomie. Sie wurde von „Christopher Wozencraft“ aufgestellt. Unsere Hauskatze wird heute als Felis Catus bezeichnet, von Catus wurde auch das englische Wort Cats abgeleitet. Früher jedoch hatte sie den Namen Felis domesticus. Die Felis Catus gehört, wie die Bezeichnung und die Taxonomie schon deutlich zeigt, zu der Familie Felidae und der Gattung der Felis.

GROSSKATZEN (PANTHERIAE) UMFASSEN VIER GATTUNGEN UND SIEBEN ARTEN

GATTUNG PANTHERA

Image Löwe (Panthera leo)

Fangen wir mit dem König der Tiere an, dem Löwen. Er ist eine stattliche Erscheinung von einer Größe bis zu 2,40 m, bei einer Schulterhöhe von etwa 1,20m und er schafft es, ein Gewicht von 225kg auf die Waage zu bringen. Der Löwe ist sandfarben bis zu einem dunklen ockergelb. Besonders markant ist die beeindruckende Mähne der Löwenmännchen. Jungtiere besitzen dunkle Tupfen, die später verschwinden. Er hat einen relativ langen Schwanz mit einer besonderen, dunklen Schwanzquaste, in der sich ein zurück gebildeter Wirbel (Hornstachel) befindet. Leider ist über diesen nichts näheres bekannt, man weiß nicht wirklich, was er überhaupt für einen Sinn und eine Funktion hat bzw. hatte. Löwenmännchen beteiligen sich übrigens an der Brutpflege.

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ZOO DUISBURG

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ZOO BASEL

Sein Lebensraum ist die Savanne in Mittel- und Südafrika. Einige wenige asiatische Löwen findet man noch in Indien. Seltener kommt er in Wald- und Bergregionen vor, doch in den äthiopischen Bale-Bergen trifft man ihn sogar in 4000 Meter Höhe. Geschaffen ist der Löwe jedoch weder für den Regenwald, noch für die richtige Wüste. Er bevorzugt gemäßigtere Klimazonen. Man trifft ihn immer in großen Rudeln an. Löwen sind Familientiere und mögen die Gesellschaft der Artgenossen. Sie jagen, schlafen und fressen zusammen. Für die Jagd sind die Mädels zuständig. Sie sind sehr geschickte Rudeljäger und erlegen Zebras, junge Nashörner, sogar Elefanten, Giraffen und andere Huftiere. Das Leben in einer Gruppe sichert ihnen gute Chancen Beute zu machen und die Nachzuchten können besser bewacht und beschützt werden. Auch werden die Kleinen vom ganzen Rudel versorgt. Es ist daher günstig und gibt noch mehr Sicherheit für das Überleben der Jungtiere, wenn mehrere Weibchen zeitgleich ihre Jungen aufziehen. Erst mit einem Alter von ca. 16 Monaten sind sie nicht mehr auf die Hilfe der Großen angewiesen. Gefährlich wird es für die Kleinen, wenn sich Löwenmännchen ein eigenes Rudel suchen möchten. Übernimmt ein Löwe die Rudelführung, wird er alle männlichen Jungtiere töten, um seine eigenen Gene zu sichern. Denn nur er sorgt für Nachwuchs. Die Löwinnen nehmen dies meist nicht so hin und verteidigen ihre Jungen bis zum bitteren Tod. Männchen mit einer besonders eindrucksvollen Mähne zeigen mit dieser, dass sie sich in bester körperlicher Verfassung befinden. Ein Nahrungsengpass und ein schlechter Gesundheitszustand machen sich schnell an der Haarpracht bemerkbar. Junge Männchen haben keine Mähne, diese bildet sich innerhalb der ersten fünf Lebensjahre. Afrikanische Löwen haben auch generell, prächtigere Mähnen als Asiatische. Die Temperatur wirkt sich ebenfalls auf die Haarpracht aus: Je kühler der Lebensraum, desto prachtvoller ist die Mähne. Jungtiere besitzen noch ein leicht geflecktes Fell. Das Brüllen eines ausgewachsenen Männchens kann bis zu einer Entfernung von acht Kilometern noch zu hören sein. Dies ist ein Revierverhalten, manchmal brüllen Löwen auch zusammen als Gruppe. Sie sind die lautstärksten der Felidae. Löwen, die genug Nahrung haben, schlafen teilweise bis zu 20 Stunden am Tag. Melanismus ist bei Löwen nicht bekannt (zumindest gibt es bisher keine Beweise, für deren Existenz), doch es gibt selten Exemplare, die ein weißes Fell (Leuzismus) aufweisen. Dies kommt durch ein rezessives Gen zustande, sprich es kann von einem Löwen in seinem Erbgut getragen werden und kommt nur dann zum Tragen, wenn sich zwei dieser Tiere paaren. In freier Wildbahn sind solche Besonderheiten äußerst selten anzutreffen, da so ein auffällig gefärbtes Tier kaum Chancen hat, Beute zu machen. In Gefangenschaft kann so etwas jedoch gezielt gezüchtet werden. Löwen können ein Alter von 18 Jahren erreichen, wobei die Weibchen etwas älter werden als die Männchen. Der Löwe gehört zwar nicht zu einer bedrohten Art, doch sind auch seine Bestände rückläufig. Eine Ausnahme bildet hierbei der größte Löwe, der Berberlöwe (Panthera leo leo). Er bringt 295kg auf die Waage und ist eine Unterart. 1922 wurde der letzte lebende Berberlöwe in Marokko getötet und damit gilt dieses Prachtexemplar heute als ausgestorben. Dies stimmt nicht ganz, wenige Exemplare leben in Zoos, doch man ist sich nicht sicher, ob diese wirklich reinerbige Berberlöwen sind oder ob sie nur einen gewissen Anteil des Erbguts in sich tragen.

Image Tiger (Panthera tigris)

Diese eindrucksvollen Katzen können eine Größe von bis zu 2,80m erlangen und bis zu 300kg wiegen. Tiger sind die größten noch lebenden Katzen, mit Ausnahme der Liger. Diese entstehen aus folgender Verpaarung: Vater Löwe und Mutter Tiger. Da weibliche Tiere sehr stark ihre Größe vererben oder weil sich die Babys im Mutterleib einfach größer entwickeln, bringen diese Hybriden locker 500kg auf die Waage. Es gibt auch so genannte Tigons, welche das Ergebnis aus einer Verpaarung mit einen Tiger (Vater) und einer Löwin sind. Diese Tiere sind wesentlich kleiner. Doch solche Kreuzungen sind anormal und können zu Missbildungen führen, denn das Erbgut ist zu verschieden. In Zoos sind solche Paarungen möglich, doch zu Recht verboten. In freier Wildbahn würde es aufgrund der verschiedenen Lebensräume gar nicht erst zu solchen Verpaarungen kommen.

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LORO PARQUE TENERIFFA

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ZOO ZÜRICH

Das getigerte Fell dieser Großkatze zeigt dunkle, senkrechte Streifen (mackerel Zeichnung) auf einem ockergelben bis hin zu einem warmen, rötlichen Braunton. Es gibt auch viele Varianten, die zum Beispiel ein cremefarbenes Fell oder sogar ein schneeweißes Haarkleid besitzen, mit oder auch ohne dunkle Streifen. Diese Tiere haben dann, statt den üblichen grünen Augen, saphirblaue Augen. Im Gegensatz zu den geselligen Löwen ist der Tiger ein Einzelgänger. Sie verteidigen ihr Revier, besonders Weibchen die gerade einen Wurf haben. Tiger bleiben bis sie drei Jahre alt sind bei ihrer Mutter, darum sind Weibchen selten allein anzutreffen. Sie ziehen immer nur einen Wurf gleichzeitig auf. Auf dem Speiseplan des Tigers stehen hauptsächlich größere Huftiere, wie Antilopen, Hirsche, Wildschweine oder ähnliches. Nager und Vögel werden seltener verspeist. Ein Tiger schafft es sogar ein Krokodil, Gaurbullen, kleine Nashörner und Elefantenkälber zu erlegen. Seine Heimat sind die Wälder in Südasien, Südostasien, China und Sibirien. Der Sumatra Tiger unterscheidet sich genetisch grundlegend und müsste somit eigentlich einer eigenen Gattung zugeteilt werden.

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NAMIBIA

Image Leopard (Panthera pardus)

Diese Katzen bezaubern uns mit ihrer fantastischen, klaren Rosettenzeichnung. Sie waren einst das ideale Vorbild der Bengalzüchter und brachten den Anreiz für diese noch recht junge Rasse. Leoparden erreichen eine stattliche Größe von 1,70m und ein Gewicht bis zu 80kg. In südlichen Gebieten Afrikas kommen häufig Exemplare vor, die nur um die 30kg auf die Waage bringen. Sie sind leicht gebaut, auf hohen Beinen. Ihrem schlanken, gestreckten Körper folgt ein ebenfalls langer, schlanker Schwanz. Ihr Fellkleid ist sandfarben bis braungelb mit klaren, dunklen Rosetten. Eine Rosette ist ein dunkler Kreis mit hellerem Mittelpunkt auf der noch helleren Grundfarbe. Die Rosetten verlaufen meist in Längsrichtung über den Rücken. Doch je nach Art und Gebiet gibt es erhebliche Unterschiede im Aussehen, sowohl farblich als auch in der Form der Rosetten. Die Unterseite des Schwanzes ist meist sehr hell, fast weiß, genau wie die Beininnenseiten und der Bauch. Verallgemeinernd kann man sagen, dass die Waldleoparden eine intensivere Färbung aufweisen. Zu den relativ häufig vorkommenden Schwärzlingen, sagt man umgangssprachlich häufig „schwarzer Panther“. Doch diese Namensgebung bringt häufig Verwirrung bei der Einteilung der Großkatzen. Fälschlicherweise glauben viele Menschen, dass es sich hierbei um eine eigenständige Rasse handelt, was keineswegs der Fall ist. Es kommt auch oft zu Verwechslungen der Schwärzlinge mit Jaguaren oder sogar mit schwarzen Pumas, die den Kleinkatzen angehören. In dem Falle wäre die Verwechslung komplett. Panther ist einfach nur die lateinische Bezeichnung für Leopard. Sie leben in Regenwäldern, Steppen, Savannen, in den Randgebieten der Wüsten Afrikas, Kleinasien, Südasien und China. Sie haben die Eigenart, gern auf Bäumen zu ruhen, zu schlafen und sogar ihre Mahlzeiten in der luftigen Höhe zu verspeisen. Diese können unter anderem aus Hühnern, Affen, kleineren Huftieren und sonstiger, nicht zu großer, Beute bestehen. Beim Verzehr seiner Beute in luftiger Höhe geht der Leopard auch auf Nummer sicher, so dass kein anderes Raubtier ihm seine Mahlzeit abnehmen kann.

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Image Jaguar (Panthera onca)

Er erreicht eine Größe von 1,80m und hat ein Gewicht von um die 100kg. Damit ist er erheblich schwerer und muskulöser gebaut als ein Leopard. Der Jaguar ist die dritt größte Raubkatze mit einem eindrucksvollen Kopf. Sein Haarkleid zeigt uns eine dunkle Rosettenzeichnung auf gelbbrauner Grundfarbe, die bis hin zu einem Goldton gehen kann. Dies ist stark abhängig vom jeweiligen Lebensraum. Seine Rosetten sind in der Regel größer als die der Leoparden. Es gibt auch hier eine schwarze Variante. Bei genauerem Hinsehen kann man noch ein schwaches ghostmaking erkennen. Es ist aber lediglich eine Variante, die auf eine Mutation zurück zu führen ist. Sie kennzeichnet keine eigene Art. Der Jaguar ist kräftig und kurz gebaut mit einem dicken, kurzen Schwanz. Dieser attraktive, stämmige Einzelgänger lebt in den Urwäldern, Savannen, See- und Sumpfgebieten in Süd- und Mittelamerika. Vom Wasser wird er scheinbar angezogen er kann hervorragend schwimmen! Sein Speiseplan setzt sich aus Fischen, Reptilien und anderen kleineren wie auch größeren Tieren zusammen, zum Beispiel Faultiere, Affen, Tapire, bis hin zu Hirschen. Wie die meisten Katzen, ist er ein Anschleichjäger. Ausgestattet ist der Jaguar mit einem besonders kräftigen Gebiss. Er tötet, indem er seinem Opfer die scharfen Eckzähne in den Schädel schlägt, so vermag er es sogar Schildkrötenpanzer zu öffnen!

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ZOO KREFELD

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ZOO KREFELD

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ZOO KREFELD

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ZOO ZÜRICH

GATTUNG UNICA

Image Schneeleopard (Unica unica)

Der Schneeleopard, auch Irbis genannt, erreicht eine Größe von bis zu 1,50m und wiegt bis zu 75kg. Sein sehr graues, sandfarbenes bis leuchtend gelbbraunes Fell zeigt große dunkle Rosetten. Diese bilden einen starken Kontrast zum sehr hellen Unterton. Sein Schwanz ist lang, buschig, behaart und lenkt den Körper bei Sprüngen. Auch dient er als Kälteschutz, wenn der Schneeleopard schläft. Auch sein Fell ist etwas länger als üblich. Seine gut behaarten Pfoten sind groß und ähneln denen eines Luchses. Diese schützen ihn vor Kälte und ermöglichen ihm, sich gut über hohen Schnee zu bewegen. Der Schneeleopard sieht einem Leoparden sehr ähnlich. Durch sein üppigeres Fell wirkt er massiger, doch er ist etwas kleiner und leichter gebaut als ein Leopard. Wie üblich sind auch hier die Männchen um einiges größer und schwerer als die Weibchen. Finden kann man ihn in hohen Gebirgslandschaften im Himalaya oder im Hindukusch, in Pamir, Kunlun, Tianshan, Altai, am Baikalsee und in Tibet. Er ernährt sich unter anderem von Murmeltieren, verschiedenen Huftieren, Hasen und gelegentlich verspeist er auch Vögel. Der Schneeleopard lebt als Einzelgänger. Etwas ganz Besonderes ist es, dass er, trotz elastischen Zungenbeins, nicht brüllen kann, was seine Zuordnung etwas schwierig gestaltet. Aber obwohl er nur ein miauendes Fauchen von sich geben kann, wurde er der Familie Pantherinae zugeordnet. Leider ist diese schöne Katzenart stark vom Aussterben bedroht.

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ZOO ZÜRICH

GATTUNG PARDOFELIS

Image Marmorkatze (Pardoflismarmorata)

Diese putzige Mieze würde wohl jeder auf den ersten Blick zu den Kleinkatzen (Felinae) zählen, da sie ja auch nur eine Größe bis 60 cm aufweist und nur um die 8kg wiegt. Sie ist also nicht viel größer als eine Hauskatze. Doch eine genauere Betrachtung zeigte, dass sie zu den Großkatzen (Pantherinae) gehört. Denn vom genetischen Gesichtspunkt aus beurteilt, hat sie mehr gemeinsam mit den Großkatzen. Auch zeigt sie viele Gemeinsamkeiten mit der Gattung der Luchse. Sie könnte vielleicht sogar ein Bindeglied zwischen Groß- und Kleinkatzen darstellen. Marmorkatzen sind leider sehr selten geworden. Man findet sie noch in den Tropenwäldern von Nepal bis Südostasien, Sumatra und Borneo. Ihr Fell zeigt eine goldgelbe bis ockerbraune Färbung mit einer dunklen, attraktiven Zeichnung. Diese ähnelt stark dem Muster auf dem Fell der Nebelparder. Ihr Kopf ist rund mit kleinen, gerundeten Ohren. Der massive Körper steht auf hohen Beinen. Die Marmorkatze besitzt einen sehr auffälligen, langen Schwanz. Satt wird sie von kleineren Säugetieren, Reptilien, Amphibien und von Vögeln. Die Marmorkatze ist ein Einzelgänger. Auch sie verbringt ihr Leben vorwiegend auf Bäumen. Das Klettern meistert sie hervorragend, vor allem weil sie extrem bewegliche Pfoten besitzt. Auch der lange Schwanz unterstützt sie bei ihren Klettertouren. Eine Besonderheit ist nicht nur ihre Größe, sie macht auch häufig den typischen Katzenbuckel. Warum sie dies macht, ist mir leider nicht bekannt.

GATTUNG NEOFELIS

Image Nebelparder (Neofelis nebulosa)

Der Nebelparder erreicht nur eine Größe bis 1,10m und wiegt um die 25kg. Unter den Großkatzen ist er der geschickteste Kletterer. Daher wird er wohl auch von den Einheimischen „Bandar bagh“ genant, das bedeutet Affentiger. Sein gesamter Körperbau ist auf Klettern ausgerichtet. Er gebärt sogar seine Kitten in Baumhöhlen. Der hübsche Einzelgänger zeigt uns ein gelbgraues bis gelbrotes Fell und besitzt weit auseinander gesetzte große Rhomben. Eine entfernte Ähnlichkeit mit einem Leoparden ist zu erkennen, wobei er ein ganz anderes und sehr außergewöhnliches Muster trägt. Das Muster ähnelt eher dem der Marmorkatze. Die Flecken sehen etwas vernebelt aus, daher die Namensgebung. Leider wird der Nebelparder aufgrund seines tollen Fells stark bejagt und gehört zu den bedrohten Arten. Sein Schwanz ist ebenfalls von einer stolzen Länge und dicht mit langem Fell behaart. Seine Beine sind eher kurz und seine breiten, großen Pfoten sind mit besonders langen Krallen ausgestattet. Der Kopf ist eher klein und länglich. Er zeigt uns extrem lange Eckzähne, die uns an seine fernen Vorfahren erinnern. Sie sind im Verhältnis zum Körper viel länger als bei jeder anderen existierenden Katzenart. Wir finden ihn in den Regenwäldern Südostasiens. Dort ernährt er sich vorwiegend von Affen, Vögeln und Wildschweinen. Der Nebelparder ist auch wieder so ein Ausnahmefall, denn er vermag zu schnurren. Dieses Können ist an für sich nur den Kleinkatzen vorbehalten. Seine sonstigen Laute ähneln dem Prusten eines Tiger.

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ZOO DUISBURG

ACINONYCHINAE UMFASSEN NUR EINE EINZIGE GATTUNG UND ART

GATTUNG ACINONYX

Image Geparden (Acinonyx jubatus)

Die Geparde werden weder den Pantherinae noch den Felinae zugeordnet. Sie allein bilden die Gruppe der Acinonyx. Der Grund dafür ist, dass sie nicht in der Lage sind, ihre Krallen vollständig einzuziehen, wie es für ausgewachsene Katzen üblich ist. Geparden sind sehr eindrucksvolle Tiere und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 120 km/h. Der Gepard ist damit das schnellste Landtier der Erde. Sein bis zu 1,50m großer und ca. 65kg schwerer Körper ist genau darauf ausgerichtet, so eine Spitzengeschwindigkeit zu erreichen. Seine Fellfärbung ist auf das Gebiet, wo er lebt, abgestimmt. Er zeigt uns eine prachtvolle Tupfenzeichnung, viele schwarze Spots verteilen sich auf hellerem oder dunklerem Untergrund. Sein Kopf ist rundlich und klein. Das Gebiss ist im Vergleich zu den anderen Katzen mickrig. Im Gesicht ziehen sich zwei markante Streifen von den Augen bis hin zum Mund. Jungtiere besitzen noch ein plüschiges Nackenfell, was sich später mit dem Alter verliert. Geparden haben ein besseres Gehör als Hunde und sind meist Einzelgänger. Sie sind sehr schlank und hochbeinig. Passend zum lang gestreckten Körper haben sie einen ebensolchen Schwanz.

Sein Äußeres lässt von der Statur an einen Windhund erinnern. Auch seine Jagdeigenschaften gleichen eher den Caniden (Hundeartigen). Der Gepard ist ein Hetzjäger und verzeichnet die erfolgreichste Jagdquote der Raubtiere, die einzeln jagen. Er rennt seiner Beute zwischen die Beine und bringt sie damit zum Stürzen. Genetisch gesehen wird der Gepard definitiv den Felidae (Katzenartigen) zugeordnet, nimmt jedoch hier eine Sonderstellung ein. Seine nächsten Verwandten sind der Puma und der Jaguarundi. Er ist auch in genetischer Hinsicht außergewöhnlich und weist eine sehr niedrige genetische Flexibilität auf. Der Gepard ist in vielen Dingen besonders. Aufgrund seiner verblüffend, ähnlichen Genetik untereinander, ist es möglich einem Gepard Gewebe eines anderen Gepards zu übertragen, ohne das man Abstoßungsreaktionen befürchten muss. Bisher war man der Annahme, dass dies nur bei genetischer Identität, also bei Zwillingen möglich wäre. Man vermutet daher, dass der Gepard von einer extrem kleinen Gruppe abstammt. Sein genetisches Material ist sehr reinerbig und daher invariabel, fast wie bei Labormäusen. Ob dies ein Nachteil ist, weiß man nicht sicher, doch man kann davon ausgehen, dass er aufgrund dessen anfälliger gegenüber Krankheiten und äußeren Einflüssen ist. Denn das Immunsystem ist bei zu viel Inzucht sehr unflexibel. Es wird ihm wahrscheinlich bei Veränderungen schwerer fallen sich anzupassen, als es vielleicht andere Raubkatzen es könnten. Heute weiß man, dass es nur zwei verschiedene Unterarten (Afrikanische und Asiatische) gibt, statt den bisher angenommenen sieben. Diese sind untereinander verblüffend ähnlich. Doch gibt es verschiedene Farbmutationen, die wohl hervor stechendste und hübscheste zeigt der sogenannte Königsgepard. Bei seiner Zeichnung verlaufen die einzelnen schwarzen Tupfen ineinander und bilden so zusammenhängende, kurze, dicke Linien, die teilweise durchbrochen sind. In freier Wildbahn sind diese Exemplare extrem selten und nur in bestimmten Gebieten zu finden. Seine Existenz war aufgrund seiner Seltenheit vorerst stark umstritten, bis 1975 nach zahlreichen Gerüchten der Beweis erbracht wurde. Man nahm an, dass es sich hier um eine eigene Art handelt. Doch mittlerweile ist bewiesen, dass diese Farbgebung nur eine Mutation ist, vergleichbar mit den Schwärzlingen der Groß- und Kleinkatzen. Es können in einem Wurf normal gefärbte Geparden und Königsgeparden fallen. Im Wuppertaler Zoo lebte der erste Königsgepard, der in Europa (im Tiergarten Nürnberg) geboren wurde. Es ist ein weibliches Tier mit dem Namen Helen. Der Gepard ist ein sehr erfolgreicher Jäger in den Grasund Buschsteppen, wie auch in den Gebirgen und Ebenen Afrikas, Arabiens und Kleinasiens. Seine Beute besteht aus Huftieren.

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ZOO BASEL

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HELEN † 2010

ZOO WUPPERTAL

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ZOO BASEL

Der Gepard ist eine gefährdete Raubkatze, die afrikanische Art ist „gefährdet bis stark gefährdet“ und die asiatische Art ist sogar „vom Aussterben bedroht“.

FELINAE (KLEINKATZEN) UMFASSEN 13 GATTUNGEN UND 28 ARTEN:

GATTUNG OTOCOLOBUS

Image Manul (Otocolobus manul)

Der Manul wird auch als Pallaskatze bezeichnet, weil sie 1776 von dem Forscher Pallas entdeckt wurde. Diese putzigen, 65 cm großen und ca. 2,5-5kg schweren Wildkatzen haben es mir besonders angetan. Ich finde sie sehen mit ihrem großen, runden Kopf, den weit auseinander gesetzten und gerundeten Ohren und ihren rundlichen, ausdrucksstarken Augen einfach zum Knuddeln aus. Nach der Beschreibung ist es aber wohl auch nicht verwunderlich, dass sie mir gefallen, oder? Wo ich doch auf runde, knubbelige Briten stehe :). Das lange Fell des Manuls geht von einem rötlichgelblichen Ton bis in einen gräulichen hinein. Dies variiert mit seinem Lebensraum. In den nördlicheren Gegenden zeigt er sich in einer gräulichen Farbe, wobei die Spitzen silbrig erscheinen und so einen frostigen Ton vermitteln. In den südlicheren Gebieten findet man die rötlich gefärbten Exemplare. Am Kopf hat der Manul ein paar dunkle Flecken und ein paar Querstreifen zieren den hinteren Teil seines Körpers. Sein Schwanz ist sehr buschig und er zeigt uns einen langen Backenbart. Der drollige Einzelgänger lebt in den Steppen, wie auch Hochsteppen des Orients und Zentralasiens (China, Mongolei, Armenien, Azerbaijan, Iran, Pakistan, Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisien, Russland). Er bevorzugt Gebirge und ist in bis zu 4800m Höhe noch anzutreffen. Der Manul ernährt sich von kleinen Nagern, Hasen und Hühnervögeln. Er hat ein besonderes Talent zum Klettern und bezwingt auch Steilwände und felsige Gebiete. Häufig bewohnt er verlassene Bauten von Füchsen, Dachsen oder Murmeltieren oder aber er legt sich selbst einen Unterschlupf in Felsspalten an. Der dämmerungsaktive Manul galt früher irrtümlicherweise als Vorfahre der Perser, höchst wahrscheinlich wegen seines langen Haarkleids. Obwohl es nicht ganz auszuschließen ist, dass er sich mit einheimischen Katzen paarte und vielleicht doch eine Rolle in der Entstehung unserer heutigen Hauskatzen spielte. In anderen Taxonomien wird er auch zu der Gattung Felis gezählt.

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ZOO ZÜRICH

GATTUNG PRIONAILURUS

Image Flachkopfkatze (Ictalurus planiceps)

Diese kastanienfarbigen Katzen sind ca. 70 cm groß und wiegen um die 8kg. Ihr Fell ist kurz, der Körper stämmig und sie steht auf kurzen, kräftigen Beinen. Die Unterseite ihres Körpers ist etwas heller gefärbt als der Rest des Haarkleids. Ihre Haarspitzen sind hell gefärbt, so dass sie einen silbrigen Schimmer hat. Besonders markant sind die großen Augen, was ihr einen für Katzen untypischen Ausdruck verleiht. Sie lebt in den Sümpfen und Regenwäldern Malakkas, Sumatra und Borneo. Die Beute der Flachkopfkatze setzt sich aus Fröschen, Fischen und Krabben zusammen. Sie lebt entweder einzelgängerisch oder als Paar. Ihre Ernährung lässt schon vermuten, dass sie eine Vorliebe für Wasser hat. Diese faszinierenden Katzen trifft man leider sehr selten an, 1985 hielt man sie schon für ausgestorben, bis man fünf Jahre später wieder vereinzelte Exemplare entdeckte.

Image Bengalkatze (Prionailurus bengalensis)

Zu finden sind sie in den Wäldern und Buschländern Süd- und Südostasiens, wie auch in Sibirien. Auch von der Mandschurei bis nach Indien sind sie vertreten. Ihre Körpergröße, wie auch Gewicht und Fellfärbung, können je nach Gebiet erheblich schwanken. In tropischem Lebensraum ist sie kleiner und wiegt etwa 5kg, dort hat sie einen braunen Grundton mit schwarzen Spots oder Rosetten. In der Mandschurei erlangt eine Bengalkatze bis zu 15kg, also das Dreifache. Dort zeigt sie eher einen gräulichen Untergrund. Sie kann 90 cm groß werden. Die Bengalkatze ist ein Einzelgänger und ein hervorragender Schwimmer. Ganz im Gegensatz zu den meisten Katzen hat sie eine Vorliebe für Wasser. Daher sind Bengalkatzen auch häufig auf Inseln in einiger Entfernung von der Küste anzutreffen. Sie ist ein geschickter Kletterer. Obwohl sie so gut klettern kann, verlässt sie sich bei der Flucht lieber auf ihre Geschwindigkeit. Ihre Beute besteht aus kleine Säugetiere, Reptilien, Fische und gelegentlich Vögel, die größeren Exemplare erlegen gelegentlich sogar Hirschkälber. Sie sind wie viele Arten, nachtaktiv.

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ZOO DORTMUND

Image Fischkatze (Prionailurus viverrinus)

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ZOO AMNÉVILLE

Diese kompakte, muskulöse Katze steht auf stämmigen Beinen und ihre Körpergröße beträgt ca. 80 cm, bei einem Gewicht von 6 bis 12kg. Ihr Schwanz ist kurz, dick und der Körper lang und gestreckt. Das raue Fell zeigt dunkle Tupfen auf silbergrauem Untergrund. Die Augen stehen sehr eng zusammen und die Nase ist sehr ausgeprägt. Ich finde die Fischkatze sieht etwas sonderbar aus. Vor allen Dingen zeigt sie uns aber eine verblüffende Besonderheit, die wohl außer ihr keine andere Katze besitzt. Sie hat Schwimmhäute an ihren Vorderpfoten. Aus diesem Grund kann sie ihre Krallen nicht vollständig einziehen, wie die meisten Katzenarten. Daher lässt es sich schon erahnen, dass sie eine sehr gute Schwimmerin ist. Sie jagt ihre Beute, die aus Säugern und vor allem aus kleinen Wassertieren und Fischen, wie auch Weichtieren und Schlangen besteht, in den waldigen und sumpfigen Gebieten Süd- und Südostasiens, wie auch auf den Inseln Sumatra, Sri Lanka und Java. Interessant ist auch, wie sie ihre Nahrung beschafft. Sie benutzt ihre Pfoten praktisch wie einen Löffel und angelt sich so ihre Lieblingsspeise „Fisch“ aus dem Wasser. Diese sonderbaren Katzen sind übrigens Einzelgänger.

Image Rostkatze (Prionailurus rubiginosus)

Die Rostkatze ist etwa 50 cm groß und um die 3kg schwer. Ihr graubraunes Haarkleid zeigt uns rotbraune Tupfen. Sie lebt in den Sümpfen und Buschlandschaften Südindiens, Ceylon und Sri Lanka. Sie ist ein Einzelgänger und ernährt sich von kleineren Nagern, Vögeln und auch gern von Krabben. Die Rostkatze ist sehr nah verwandt mit der Bengalkatze, wie man auch an der Taxonomie erkennen kann. Man trifft sie häufig in der Nähe von Dörfern und Städten. Vermutlich suchen diese Katzen dort Ratten und Mäuse. Den Urwald meidet sie meist, eher hält sie sich in hohem Gras und Unterholz auf.

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PARC DES FÉLINS IN NESLES

GATTUNG PROFELIS

Image Afrikanische Goldkatze (Profelis aurata)

Die afrikanische Goldkatze ist ein 95 cm großer Vertreter der Kleinkatzen und kann bis zu 17kg wiegen. Ihr Fell ist rotbraun (Goldton) bis grau und zeigt unterschiedliche Flecken und Tupfen, die in der Größe variieren. Sie sieht der asiatischen Goldkatze sehr ähnlich, obwohl sie nicht mehr der gleichen Gattung angehören. Ihre Ähnlichkeit besteht nur äußerlich. Der Körper der Afrikanischen Goldkatze ist recht kräftig, doch der Kopf dagegen eher klein. Das Sozialverhalten ist noch nicht erforscht, doch man weiß, dass sie sich in den Wäldern und Buschwäldern in Zentralafrika zu Hause fühlt. Sie ernährt sich von kleinen Säugern, Vögeln und Reptilien. Es kommen häufig auch schwarze Goldkatzen vor.

GATTUNG CATOPUMA

Image Asiatiche Goldkatze (Catopuma temminckii.)

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ZOO WUPPERTAL

Die asiatischen Goldstücke messen ca. 100 cm und wiegen ca. 16kg. Ihr Fell ist leuchtend rotbraun bis hin zu einem graubraun und ihre Bauchseite ist getüpfelt. Sie sind schlanke Tiere und stehen auf langen Beinen. Wälder, wie auch die Buschwälder Asiens, sind ihr zu Hause. Sie ernährt sich von Vögeln, Reptilien, Amphibien, Insekten und kleineren Säugern bis hin zu Hirschkälber. Diese Katze ist scheu, nachtaktiv und lebt einzelgängerisch. Die Goldkatze lebt und jagt fast nur am Boden, obwohl sie ein guter Kletterer ist.

Image Borneo-Goldkatze (Catopuma badia)

Die Borneokatze ist etwa 80 cm groß und kann bis zu 10kg wiegen. Ihr Körper ist aber eher zierlich gebaut und sie hat einen runden Kopf, verziert mit schwarzen und weißen kurzen Streifen. Ihr prächtiges Haarkleid ist leuchtend braun, der Ton erinnert an Mahagoni. Sie wohnt ausschließlich in den Regenwäldern und Bergwäldern Südostasiens. Ihre Beute sind Nagetiere, kleinere Primaten, Vögel und auch Aas. Es gibt nur noch sehr wenige Exemplare und deshalb ist ihr Sozialverhalten weitgehend unbekannt. Man vermutet, dass diese Katzen nachtaktiv sind und vorzugsweise auf dem Boden jagen. Bisher gibt es kein lebendes Exemplar in menschlicher Obhut. Es wurde zwar mal ein Tier gefangen, was auch noch untersucht werden konnte, doch dieses war in keinem guten Gesundheitszustand und verstarb bald darauf. Es gelang jedoch Fotografen Fotos von dieser seltenen Rasse zu machen. Eine Besonderheit dieser Katze ist der vordere Backenzahn (Prämolar), dieser ist kleiner, abgerundet und besitzt nur eine Wurzel. Dies unterscheidet ihr Gebiss von allen anderen Katzenarten. Es ist eine sehr seltene und scheue Katze.

GATTUNG PUMA

Image Puma (Puma concolore)

Der Puma ist wohl mit seinen 1,80m der Größte unter den Kleinkatzen. Obwohl die Größe auch bei den Unterarten erheblich schwankt, gibt es auch Exemplare die nur einen Meter Körperlänge messen. Er erreicht ein Gewicht von bis zu 110kg und ist sehr variabel in seiner Fellfarbe (Temperaturabhängig - je wärmer das Gebiet, umso wärmer der Farbton). Jungtiere haben anfangs noch Tupfen, die später verschwinden. Schwarzes Fell kommt auch beim Puma vor und ist gar nicht mal so selten. Er besitzt einen kräftigen, muskulösen Körper. Seine Hinterbeine sind ein wenig länger als die Vorderbeine. Das macht ihn zu einem phantastischen Springer in den Bergen, Ebenen, Wüsten und auch Wäldern Nord-, Süd-, und Mittelamerikas bis hin zu Alaska. Er ist sogar in Höhen von 4500m noch anzutreffen. Seine Beute besteht aus Vögeln und Säugetieren, die auch mal etwas Größer ausfallen können. Es kann halt auch zum Mittag mal ein Hirsch sein. Erwähnenswert ist noch sein Balzruf, der als lang gezogenes Heulen in unsere Ohren klingt. Der Puma verzeichnet viele Unterarten, man schätzt sie auf ca. 26. Er ist wie viele Katzen ein Einzelgänger und nachtaktiv. Im Revier des Männchens befinden sich mehrere Reviere von weiblichen Tieren.

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ZOO AMNÉVILLE

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ZOO AMNÉVILLE

GATTUNG LEO PARDUS

Image Tigerkatze (Leopardus tigris)

Auch Tigrillo, Oncilla oder Ozelot Katze genannt. Sie wiegt ca. 3kg bei einer Größe von bis zu 55 cm. Ihr gelbrotes bis gelbgraues Fell zeigt dunkle, offene Rosetten. Der Kopf, wie auch der Körper sind schmal und schlank. Dem Ozelot und dem Margay sieht sie sehr ähnlich und ist kaum von ihnen zu unterscheiden. Die wenigen Unterscheidungsmerkmale sind: Die etwas weiter auseinander stehenden Augen, etwas größere Ohren und ein etwas kürzerer Schwanz. Sie ist auch erheblich kleiner als das Ozelot. Die Tigerkatze scheint auch vermehrt zu Melanismus (Schwarzfärbung) zu neigen. Sie bewegt sich vorwiegend am Boden, kann aber auch hervorragend klettern. Ihre Beute, wie kleine Säugetiere und Vögel, findet sie in den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas. Man trifft diese Katzen immer paarweise, weshalb man vermutet, dass sie ihr gesamtes Leben mit ein und demselben Partner verbringen. Ein seltsames Verhalten zeigt die Tigerkatze vor dem Verzehr von Vögel, denn diese werden erst einmal gerupft.

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ZOO WUPPERTAL

Image Ozelot (Leopardus pardalis)

Er kann bis zu 1m groß und 16kg schwer werden. Sein Fell hat dicke, dunkle Tupfen, die ringartige bis rosettenartige Formen aufweisen und aufgereiht angeordnet sind. Die Tupfen befinden sich auf gelbrotem bis ockerfarbenem Untergrund. Diese Färbung wird mehr in den tropischen Lebensräumen gezeigt, in kargeren Gegenden ist er meist bräunlich bis gräulich gefärbt. Der kräftige, kompakte Körper steht auf stämmigen Beinen. Die Vorderpfoten sind größer als die hinteren Pfoten. Die Wälder, Büsche und Savannen in Süd- und Mittelamerika sind sein zu Hause. Anzutreffen sind diese Katzen immer paarweise. Sie jagen ihre Beute, die aus Kleinsäugern, Antilopen und Schlangen besteht, meist am Boden. Allerdings ruht er lieber auf Bäumen.

Image Margay (Leopardus wiedi)

Er wird auch als Langschwanzkatze bezeichnet oder als Baumozelot. Seine Größe reicht bis an die 80 cm bei einem Gewicht von bis zu 9kg. Der Margay ist ockergelb bis hin ins rötliche und zeigt dunkle, ringförmige Tupfen. Der Körper ist sehr schlank gebaut mit einem langen Schwanz, der von breiten Bändern gezeichnet ist. Seine Pfoten sind sehr beweglich, was eine Hilfe beim Klettern ist, ebenso sein langer Schwanz, der auch als Kletterhilfe genutzt wird. Er erinnert dabei an ein Eichhörnchen. Sein Kopf ist rund und ziemlich klein, dafür sind aber seine Augen extrem groß. Das Sozialverhalten ist noch unbekannt. Sein Lebensraum sind die Wälder Mittel- und Südamerikas. Dort ernährt er sich von kleinen Nagetieren und Vögeln. Unterscheiden lässt sich der Margay vom Ozelot an dem extrem langen Schwanz und an der geringeren Größe.

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OZELOT   ZOO DORTMUND

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MARGAY       PARC DE FÉLINS IN NESLES

GATTUNG LYNX

Image Süd- oder Pardelluchs (Lynx pardinus)

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ROTLUCHS         ZOO BERLIN

Er wird auch Iberischer Luchs genannt, ist ca. 1m groß und wiegt um die 18kg. Sein braungraues Fell hat dunkle Tupfen. Er hat einen Stummelschwanz, was bei Katzen selten vorkommt, und besitzt einen extrem langen Backenbart und Ohrpinsel. Dieser Einzelgänger steht auf langen Beinen, die ihn durch Südwesteuropa tragen. Ursprünglich fand man ihn in felsigen Busch- und Graslandschaften Spaniens und Portugals. Seine Beute besteht aus kleineren Nagern, wie Mäusen und Kaninchen, aber auch aus Vögeln. Seine Hauptbeute ist jedoch das Kaninchen, weshalb der Luchs nur dort anzutreffen sein wird, wo es zahlreiche Kaninchen gibt. Er gehörte zu den am stärksten bedrohten Katzenarten. Im Jahr 2005 erreichte die Art ihren Tiefpunkt und man verzeichnete nur noch 150 Tiere. Doch glücklicherweise hat sich der Bestand wieder etwas erholt und es scheint aufwärts zu gehen. In Portugal existiert er jedoch scheinbar nicht mehr. In hoher Anzahl ist der Pardelluchs in Nationalparks anzutreffen, einmal in Coto de Doñana (Andalusien) und in der Sierra de Andújar (Provinz Jaén). Mit schuld am Rückgang des Bestandes war die Myxomatose-Epidemie der Kaninchen in den Jahren 1958 bis 1961. Denn seine Existenz ist sehr von der seiner Hauptnahrungsquelle, den Kaninchen, abhängig. Sie haben im weitesten Sinne eine Symbiose, wobei das Kaninchen sehr wohl ohne den Luchs leben kann, aber der Luchs schwer ohne das Kaninchen. Traurig ist, dass man das Virus mit der Absicht verbreitete, in manchen Gebieten die Kaninchenpopulation in Schach zu halten. Es wurde nicht bedacht, dass dies auch schwerwiegende Folgen für viele Haustiere und den Luchs haben kann.

Image Polar- oder Kanadaluchs (Lynx canadensis)