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Für Philip Spitzer, agent extraordinaire,

Lukas Ortiz, mi hermano,

Joel Gotler, den Zauberer,

Renate Hutton,
die, wunderbarerweise, die Bücher kauft

Er lenzte die letzte der pints, dachte:

»Heiland, das war gut.«

Noch einen J?

Verlockung? Versuchung?

Manno.

Aber er hatte, das Sperrfeuer der pints flankierend, bereits zwei gehabt. Vorrangig brauchte er eine Lulle. Gegen das lästige Ungleichgewicht. Er konnte das erste Zuschlagen ungezügelten Nikotins bereits spüren. Er entfernte sich von seinem Hocker, wischte sich Schuppen von der Jacke. Normalerweise bemerkte er sie nicht, aber er hatte sich kurz in dem alten Spiegel gesehen, auf dem der Slogan stand:

»My Goodness, My Guinness.«

Und ein völlig erschöpfter Zoowärter, der einen Pelikan jagt, der seinerseits pints vom Schwarzen im Schnabel trägt. Hätte fast gelächelt; diese alten Slogans sah man nirgends mehr. Umso dümmer gelaufen für Irland. Wieder einmal verfluchte er diese verdammten schwarzen Jacken, auf denen man jedes bisschen Weiß sah. Wie verirrte Schneeflocken. Er sagte:

»Nacht zusammen.«

Bekam ein paar gemaulte:

»Gott segne.«

Aber ohne Wärme.

Scheißmedien hatten seinen Stand zu Aussätzigen gemacht. Widerwillig gestand er sich ein, dass der Umstand, dass er den ganzen Abend kein einziges Getränk gezahlt hatte, auch ein Faktor sein könnte.

Er dachte:

»Euch weiterhin noch alles Schlechte.«

Draußen starrte er die Kirche an. Nikolai. Einer der zwei protestantischen Läden in der Stadt, und innen drin waren angeblich Hufabdrücke, die Columbus hinterlassen hatte, bevor er in See stach, um die Neue Welt zu finden. Die brauchten wohl jedes Lockmittel, dessen sie habhaft werden konnten. Er zog seine Packung Major hervor, die stärkste irische Zigarette, für ihn bitte nicht diesen Marlboro-Light-Scheiß. Rauche, Raucher, oder verpisse dich. Er wäre nicht überrascht, wenn an diesem Gerücht mit koffeinfreiem Tee was dran wäre.

Klickte sein Bic.

Bekam die ersten tödlichen Züge Rauch in seine ausgehungerte Lunge.

Als ihn der Schlag am Hinterkopf traf.

Heftig.

Er ließ die Lulle fallen, fiel fast selbst. Dann haute ihn ein massiver Tritt in den Bauch auf die Knie. Der Mix aus Jameson und Guinness ergoss sich wie eine fahrige Beichte. Er hörte:

»Scheißschweinehund kotzt.«

Ein weiterer kraftvoller Tritt legte ihn flach auf den Rücken. Er konnte kaum was sehen, hatte den irren Gedanken:

»Was kann man vor einer Evangelenkirche schon anderes erwarten.«

Er konnte vor Schmerz kaum gucken, aber er registrierte drei Gestalten. War eine ein Mädchen? Er hörte:

»Er hat sein Hundehalsband an.«

Und es wurde ihm vom Hals gerissen, und dazu wurde skandiert:

»Wuff

Wuff.«

Eine Hand in seiner Jacke riss sein Portemonnaie heraus. Hielt es hoch, damit es die anderen sehen konnten, eine männliche Stimme:

»Er hat ein Foto drin.«

Der Chor:

»Wer ist es denn?

Britney?

Lindsay Lohan?«

Eine Antwort:

»Irgend so ’ne alte Fotze.«

Seine Mutter.

Er machte den drastischen Fehler, aufstehen zu wollen, die jungen Leute brachten doch bestimmt noch genügend Respekt für so was auf?

Genau.

Der nächste Tritt brach ihm das Nasenbein.

Er fiel zurück.

Das Mädchen stand über ihm, feixte:

»Versuchst mir untern Rock zu glotzen, perverse Sau.«

Und zerriss ihm das Foto ins Gesicht, Pause, setzte nach:

»Fast vergessen.«

Spuckte ihm ins Gesicht. Er hörte:

»Wer kommt auf eine pint?«

Als sie abschoben, gestattete er sich ein winziges bisschen Hoffnung − bis einer zögerte, zurückkam, langsam und tödlich zielte, ihm seitlich gegen den Kopf trat, lachte:

»Vergib mir, Pater, denn du hast gesündigt.«

Ein leichter Regen begann zu fallen und weichte auf, was vom Foto seiner Mutter übrig war. Sie hatte immer gewollt, dass er Pfarrer wird. Während ihm die Augen zurück in den Kopf rollten, maulte er:

»Danke, Ma, geht mir ganz prima.«

Ein Grabstein ist nur eine Scheibe Granit,
von gleichgültigen Winden gepeitscht.

Es heiterte auf. Der späte Oktober hatte eine Woche Altweibersommer gebracht. War das die Erderwärmung, ging die Welt zum Teufel? Wen scherte es?

Wir griffen zu, solang so was noch zu haben war.

Eyre Square, die Menschen lagen in der Sonne aus. Eisverkäufer dealten Schneematsch zu fünf Euro die Kugel. Das Land hatte, bei einem zweiten Referendum, zu den Lissabonner Verträgen Ja gesagt. Wir nahmen das als das, was es war,

………..………………… einen kurzen Freigang aus der Todeszelle.

Ich hatte gerade den schlimmsten Fall meiner verschlampten Karriere hinter mir. War im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Teufel aneinandergeraten. Ich quengelte:

»Sichtbar gemachte Dunkelheit.«

Hatte geschworen:

»Nie, nie wieder werde ich diesen dunklen Pfad beschreiten.«

Was es auch sein mochte,

das Okkulte,

grober Unfug,

Xanax,

Illusionen,

es hatte mich bis tief ins Innerste aufgewühlt. Ich ließ immer noch bis in die frühen Morgenstunden das Licht brennen. In meiner Wohnung auf der, muss man sich mal vorstellen, Nonneninsel.

Wer sagt, Gott hat keinen Sinn fürs Lächerliche?

Um alles noch verwirrender zu machen, hatte ich eine Frau kennengelernt. Nach dem Teufel war ich mit so einem Last-Minute-Internet-Angebot nach London gereist. Lernte Laura kennen. Amerikanerin, zweiundvierzig Jahre alt und, fand ich, über alle Maßen schön.

Bei ihr setzte mein Herzschlag eine Sekunde lang aus. Sie war Krimiautorin. Wenn ich besonders zynisch sein wollte, konnte ich sagen, dass ich nur Material für ihr nächstes Buch war. Ein abgehalfterter irischer Privatermittler, hinkend und mit Hörhilfe.

Ja, würde hinhauen.

Machte mir das was aus?

Am Arsch machte mir das was aus.

Sie mochte mich.

Daran klammerte ich mich wie an die letzten Perlen des Rosenkranzes. Sie hatte ein Haus in Notting Hill gemietet, wo wir zusammen eine Woche verbringen sollten. Aber um auf Nummer sicher zu gehen, fuhren wir für fünf Tage nach Paris, mal sehen, ob das, was wir zu haben glaubten, auch irgend echte Substanz besaß. Februar in dieser wundersamen Stadt. Hätte kalt und bitter sein sollen.

Nichts davon.

Was es für Götter geben mag – sie gaben uns dies bewegliche Fest, dies Fest fürs Leben. Wir hatten ein muckeliges Hotel gleich beim Irischen Institut und waren nur ein Bonjour vom Jardin du Luxembourg entfernt, wo wir die meiste Zeit verbrachten. Ich war nervös wie eine Katze, so lang nicht mehr mit einer Frau im Bett gewesen, das heißt, mit einer, für die ich nicht gezahlt hatte. Mein narbenübersäter Körper, ich hatte Angst, der könnte sie abstoßen. Im Gegenteil, sie schien meine Verletzungen und Verwundungen zu umarmen. Flüsterte mir zu, während sie mit den Fingern eine längliche Narbe entlangfuhr:

»Keine Schlägereien mehr, okay, Jack?«

Konnte ich gern drauf verzichten.

In Hemingways wunderschönen Memoiren schildert er in Pastichemanier die fabelhafte Zeit, die er und Hadley zusammen hatten, und wie sie meinten, das würde ewig so weitergehen. Und … um sie herum war überall Holz, und kein einziges Mal haben sie dreimal drangeklopft, damit das Glück anhält. Das sagte ich Laura, sie antwortete:

»Du hast bei meinem Herzen angeklopft, mehr Glück brauche ich nicht.«

Süßer Heiland.

Ich hatte geschworen, egal, was in Paris Sitte ist, nie würde man mich im Park beim Essen erwischen, nie würde ich so tief sinken, mir ein französisches Brötchen zu schnappen und es, im Grase liegend, zu essen. Ich tat es aber doch, fand es toll, eine Flasche Nuits-Saint-Georges, die erstaunlichen französischen Klappstullen, Käseecken, der fast warme Sonnenschein und Laura. Heiland, es war der Himmel. Ich krempelte mir sogar die Hemdsärmel hoch. Da lachte sie laut, sagte:

»Mein Gott, du Heide.«

Einfach so.

Wir machten den ganzen Touristenkack und genossen ihn. Ließen uns auf dem Boulevard Saint Michel fotografieren. Ich trage das Foto im Portemonnaie mit mir herum und sehe es nie an, nie. Kann ich nicht. Aber es ist da, wie der Segen, der, wie ich einst glaubte, auf mir ruht. Gingen in den Louvre, und ich brachte sie wieder zum Lachen, als ich sagte, die Mona Lisa wäre nicht viel mehr als eine Briefmarke.

Auf dem Montmartre, am vorletzten Tag unseres Urlaubs, tranken wir café au lait in einem der Früh-Bistros, sie griff über den Tisch, nahm ohne jeden Grund meine Hand, sagte:

»Du machst mich glücklich.«

Heiland, mon Dieu. Ausgerechnet ich. Mache jemanden glücklich. Ich hätte platzen können.

Unser letzter Abend, in einem Restaurant auf der Rive Gauche, sie fütterte mich buchstäblich mit Escargots, und ich dachte:

»Scheiße, wenn sie mich jetzt in Galway sehen könnten.«

Und dann ihre Idee:

»Jack, wenn das mit dem Vertrag für mein nächstes Buch klappt, meinst du, es käme für dich infrage, sechs Monate hier zu leben?«

Beliebte sie zu scherzen? Ich hätte auf der Stelle dableiben wollen.

Nachts, im Bett, nachdem wir uns langsam, zögerlich geliebt hatten, lagen wir ineinander verwickelt, und sie sagte:

»Bist du zufrieden, wenn du bei mir bist, Jack?«

Ich sagte die Wahrheit:

»Mehr, als mein verschlamptes Herz sich je hätte träumen lassen.«

Als ich wieder zu Hause war und wir Vorbereitungen trafen, dass Laura nach Galway kommt, ging ich in die Kirche, zündete eine Kerze an, flehte:

»Ich habe nie um viel gebeten, aber sofern ich damit keinen unumstößlichen göttlichen Plan durcheinanderbringe, kann ich dann bitte diese Frau bei mir haben, könnte Paris tatsächlich zum Fest fürs Leben werden?«

Und, keine Ahnung, die Kerze flackerte, ging aus.

Ein Omen?

Vielleicht.

Mein Saufen. Sie wusste davon, Heiland, wie denn auch nicht? Schien aber zu glauben, dass es Hoffnung gab.

Ich unterstützte die Illusion. Ich würde das jede Wette wieder in den Sand setzen. So sicher wie der Granit der Mauern des Doms von Galway. Aber wenn dies mein letzter Tag in der Sonne war, dann war ich fest entschlossen, mich zu sonnen.

* * *

Mein gelegentlicher Freund / Komplize / Gewissenswurm war Stewart. Ein früherer Drogendealer, der sich als Zen-salbadernder Unternehmer neu erfunden hatte. Er hatte mir bei mehr als einer Gelegenheit das Leben gerettet. Ich war mir nie sicher, ob er mich tatsächlich mochte, aber so sicher wie Scheiße machte ich ihn neugierig.

Die leichte Brise wehte Gesangsfetzen von Loreena McKennitt aus einem fremden Radio an mein Ohr. War mir recht, bis mein Handy schrillte.

Ich ging ran, hörte:

»Jack.«

»Ja?«

»Stewart hier.«

Bevor ich ihm eine markige Replik hinballern konnte, sagte er:

»Malachy wurde schlimm verletzt.«

Pater Malachy, Schierling meines Lebens. Als enger Vertrauter meiner verstorbenen Mutter verabscheute er mich fast so sehr wie ich mich. Stewart dagegen klammerte sich immer noch an die Idee, ich könnte erlöst werden. Malachy glaubte daran, dass ich keine Zukunft hatte und dass meine Gegenwart ebenfalls ziemliche Kacke war. Sein tief verwurzelter Hass auf mich wurde durch den Umstand, dass ich ihm einst seinen klerikalen Arsch gerettet hatte, bloß noch verstärkt. Er war das fleischgewordene Motto »Keine gute Tat bleibt ungesühnt«.

Aber es bereitete mir dennoch keine Freude, wenn ihm ein Leids geschah, es sei denn, ich hätte es ihm zugefügt. Er war Teil meines schrumpfenden Werdegangs, und ich klammerte mich an die verhauenen Überreste wie ein Penner frühmorgens an seine letzten Tropfen Fusel.

Ich fragte:

»Wie?«

Stewart versuchte, es so feinfühlig wie möglich zu formulieren, gab es auf, sagte:

»Raubüberfall.«

Fast hätte ich gesagt:

»Er ist aber doch Priester.«

Schlimm war nicht, dass in unserem glänzenden neuen Land Priester überfallen wurden, schlimm war, dass weit mehr Priester nicht überfallen wurden.

Stewart sagte, Malachy sei in der Uniklinik, auf der Intensivstation. Ich sagte, ich bin schon unterwegs. Er druckste, sagte:

»Äh, Jack, sachte.«

Dann traf mich ein Gedanke.

Heftig.

Mit Stahl in der Stimme, um meine Ansage dringlicher zu machen, fragte ich:

»Meinen Sie etwa, ich war’s?«

»Natürlich nicht.«

Ich beruhigte mich, sagte:

»Na, immerhin trauen Sie mir noch immer die Einhaltung gewisser menschlicher Normen zu.«

Er schoss zurück:

»Wenn Sie ihn überfallen hätten, läge er jetzt nicht im Krankenhaus.«

»Was?«

»Sondern in der Leichenhalle.«

Und er legte auf.

* * *

Widerstrebend verließ ich den Eyre Square. Bildete ich mir das ein, oder machte sich die Sonne bereits davon? Die Rezession hatte voll zugeschlagen. Den Keltischen Tiger hatten wir längst beerdigt. In den Zeitungen standen jeden Tag grässliche Prophezeiungen zu lesen − es konnte nur noch schlimmer kommen. Das Schreckgespenst der Auswanderung dräute wieder allüberall.

Und doch.

Eine große TK-Maxx-Filiale in nagelneuer Pracht. »Designermode zu erschwinglichen Preisen«. Bei der Großen Neueröffnung eine Woche zuvor hatten die Menschen sieben Stunden lang Schlange gestanden. Die Schlange rezessionsresistenter Menschen hatte vom Standbild Liam Mallows, unseres republikanischen Helden, vorbei an Boyles Wettbüro (Gratiskaffee für Zocker!), an der rosa Fassade vom Cuba’s, dem Nachtklub, und natürlich der unvermeidlichen Wein- und Spirituosenhandlung (zehn Dosen bayrisches Bier zehn Euro) entlang bis zu den Toren des neuen Shopping-Mekkas gereicht.

An jenem großen Tage hatte ein Einheimischer das Breve des hl. Antonius beschworen:

……… flieht, ihr feindlichen Mächte

……… der Löwe aus dem Stamme Juda

Die Wurzel Davids, so bezwungen ……. Alleluja.

Der hl. Antonius konnte an dem Tag nicht, die einzigen Allelujas, die wir kannten, waren Versionen von Leonard Cohens Klassiker, übel zugerichtet von Leuten, die gern bei X Factor mitgespielt hätten.

Rezession, dass ich nicht lache.

Die Schweineseuche grassierte weiter, langsam, aber tödlich, überall im Land. Mehr Todesopfer, als die Regierung zugeben mochte. Aber, hey, es gab auch gute Nachrichten: Wir brauchten nur noch ein Jahr auf den Impfstoff zu warten.

Und nur um das Ganze noch um einen Tritt in die Eier zu ergänzen, sagten sie:

»Die Verteilung des Impfstoffs wird unter Dringlichkeitsgesichtspunkten erfolgen.«

Hieß, dass meinesgleichen nicht unter den Top Ten zu finden sein würden.

Ich ging am Videoladen vorbei, der die dritte Staffel von Dexter anpries, dem Serienmörder, der nur die Bösen umbringt.

Vielleicht sollten wir den importieren.

Dann weiter am Abrakebabra vorbei, Heimat des geliebten Spät-Döners für den Trunkenbold. Ich bog da ab, wo früher Moon’s Laden war und wo jetzt das noble Brown Thomas ist. Hier gibt es die neueste Gucci-Handtasche zum erstaunlichen Preis von lumpigen dreitausend Euro.

Ich bezweifle, dass mein verstorbener Dad in seinem ganzen elenden Leben je dreitausend Pfund zu sehen gekriegt hat.

Golden Discs links liegen gelassen − inzwischen dichtgemacht (der Mietvertrag war ausgelaufen) − und die Abteikirche erreicht. Frisch renoviert, sah sie ziemlich aus wie vorher, nur dass der Preis für ein Hochamt in die Höhe geschossen war. Ich tunkte die Finger ins Weihwasserbecken, bekreuzigte mich und ging zum Altar des hl. Antonius. Ich zündete eine Kerze für Malachy und für meine Legion lieber Dahingeschiedener an. Bei dem Tempo, mit dem die, die ich kannte, wegstarben, konnte ich meinen eigenen Privatfriedhof eröffnen, Treuepunkte und, warum eigentlich nicht, Vielfliegerrabatt geben.

Wenn man was vom hl. Antonius will, ist das ganz einfach:

»Zahlen.«

Ich zahlte.

Führte einen ordentlichen Geldschein in den Schlitz ein, und mir fehlten kurz die Worte:

So viele tot.

Wie immer die Besten und die Heitersten. Ich betete für ein kleines Mädchen, Serena-May, das mir immer noch das Herz aus der Brust riss.

Damals, als ich versucht hatte, den Mörder von Stewarts Schwester zu finden, hatte ich viele Stunden mit dem Kind verbracht. Es hatte Downsyndrom und war die Tochter meiner lieben Freunde Jeff und Cathie. Das kleine Mädchen erfüllte mich mit Staunen und Sehnsucht; ich fand, mein Leben hatte etwas Bedeutung. Ihr glucksendes Lachen, wenn ich ihr vorlas, schaffte das, was Gallonen von Jameson nicht geschafft hatten: Ich fühlte mich locker, behaglich gar. Ihr schrecklicher Tod, buchstäblich in meiner Gegenwart, war ein Jammer von so horrenden Ausmaßen, dass ich einen kompletten Zusammenbruch hatte und monatelang in einer Nervenheilanstalt war. Es gibt Dinge, mit denen man sich nie abfinden kann, und Serena-May war meine tägliche Bürde an Liebe und Sorge, zerschmettert bis zu jeglicher Unkenntlichkeit.

Ich betete für Cody, meinen Ersatzsohn, durch meine Schuld gestorben.

Als ich mit den Tinkers, oder Kesselflickern, oder, wertfrei ausgedrückt, Landfahrern zu tun hatte, war mir ein leicht zu beeindruckender Junge zugelaufen, einer dieser jungen irischen Möchtegern-Amerikaner, die die Welt durch eine Kinolinse sahen. Zu Anfang hatte ich ihm regelrechte Botengänge aufgetragen, aber mit der Zeit hatten wir eine gegenseitige Anhänglichkeit entwickelt, sodass ich ihn zunehmend als den Sohn betrachtete, den ich nie haben würde. In meinem zerrütteten Leben war dies eine Zeit des Reichtums, der Freude, der Erfüllung. Und was die Götter geben ………… das nehmen sie einem auch wieder, so sicher wie das Scheißamen in der Scheißkirche.

Gnadenlos.

Er wurde scharfschützenmäßig niedergestreckt, von jemand Wahnsinnigem, der es auf mich abgesehen hatte.

Sein Verlust war ein Kreuz, von dem es keine Kreuzabnahme gab.

Zum Schluss bat ich um ein Quäntchen Frieden.

Es kommt nicht drauf an, was du liest oder gar studierst,
entscheidend ist, wie du das Material zurechtbiegst,
damit es Form und Stütze
deines eigenen finsteren Planes wird.

Caz, Exilrumäne in Galway

Der Keller wurde von dreizehn schwarzen Kerzen erleuchtet. Eine Granitplatte, etwa von der Form eines Grabsteins, lag auf Bierkästen und diente als Tisch. Drei gewöhnliche Küchenstühle waren so angeordnet:

zwei auf der rechten Seite

einer, irgendwie einsam, auf der linken.

An der Schmalseite stand ein prunkvoller Thron, aus einem Requisitenladen gerettet – wie die meisten Geschäfte pleitegegangen, und der Thron war im Bauschuttcontainer gelandet. Jetzt war er geputzt und prangte mit Samtkissen sowie einem dekorativem Spruchband, das

DIE NEUE ORDNUNG

verkündete.

Dahinter, an die Wand gepinnt, waren:

A) ein großes Hakenkreuz.

B) die Schwarz-Weiß-Reproduktion des Fotos einer Schule.

C) das abgetragene, zerrissene T-Shirt einer Death-Metal-Gruppe.

Rechts am Tisch saßen zwei Brüder, Jimmy und Sean Bennet. Sie hätten als Zwillinge durchgehen können, aber Sean war drei Jahre älter. Sie hatten beide langes schwarzes Haar, das sie sich abwechselnd aus den jeweiligen Augen zu wedeln schienen. Sie kamen aus einer der wohlhabendsten, ältesten Familien von Galway und hatten – außer einem veritablen Arschvoll Geld – Folgendes geerbt:

1) Arroganz.

2) Ansprüche.

3) tief sitzenden, brodelnden Groll.

Eine irische Version der Brüder Menendez, aber es war unwahrscheinlich, dass sie von diesem ruchlosen Duo jemals gehört hatten. Ihr Wissen war ohnehin begrenzt, wie bei Absolventen der teuersten Schulen nicht unüblich. Sie rauchten fortwährend, Marlboro Red, und hatten identische Zippo-Feuerzeuge, klobige Teile mit dem Logo:

HEADSTONE / GRABSTEIN

Ihnen gegenüber saß das Mädchen. Hörte zurzeit auf den Namen Bethany. Der wechselte so oft wie ihre Stimmung. Ihr aktueller Look war Grufti, totenblasses Gesicht, schwarze Lidschatten, ordentlich Mascara, Lippenstift und natürlich rabenschwarzes schulterlanges Haar. Wie der Titel des Krimis von Ruth Rendell,

Die Unfreundlichkeit der Raben.

Sie war hübsch unter dem ganzen Klebekram, und sie wusste es. Und sie wusste es zu nutzen. Sie war dreiundzwanzig, brannte vor Wut und wusste den Grund für die Wut schon selbst nicht mehr. Sie hatte den Hass mit allem Eifer des Eiferers umarmt und genoss den schwarzen Treibstoff, mit dem die ganze Hasserei sie versorgte.

Auf dem Thron saß Bine.

Älter als sie alle und von der Macht so berauscht, dass er nie mehr daran dachte, wie er wirklich hieß. Vor ihm stand eine kleine Büste von Charles Darwin. Bine hatte studiert und alles, was er las, komplett missverstanden.

Seine Mannschaft war, wie er befohlen hatte, mit schwarzen Sweatshirts, Kampfhosen und Doc Martens angetan. Mit Stahlkappen. Neben ihm stand eine Holzkiste mit Inhalt:

drei Sturmgewehre.

eine wilde Mischung Handfeuerwaffen.

acht Stangen Plastiksprengstoff.

Zwei Jahre, mal nachzählen, zwei volle beschissene Jahre, um dieses Arsenal zusammenzubestechen, zusammenzuschwätzen, zusammenzustehlen. Sie waren, fand er, fast …………… fast bereit. Er gestikulierte in Richtung Bethany, sagte:

»Getränke.«

Wie die meisten, die privilegiert aufgewachsen waren, hatte er scheißkeinerlei Manieren.

Ein Runzeln huschte über ihre Stirn, aber sie erhob sich, holte die Flasche Wild Turkey, die unvermeidlichen Colas, denn ………. things go better with Coke, stimmt’s?

Brachte das Zeug an den Tisch, dachte:

»Die ewig gleiche Macho-Scheiße.«

Jimmy, stets bestrebt, gefällig zu sein, holte die schweren Bechergläser aus Galway-Kristall, und Bethany schenkte tödliche Mengen vom Turkey ein, mit einem Spritzer Cola, überreichte Bine das erste.

Er hob sein Glas, brachte einen Trinkspruch aus:

»Auf das Chaos.«

Wie üblich, tranken sie mit dem ersten Schluck fast auf ex, und allen gelang es, das

»Heilige Scheiße auch«

auszustoßen, das bei einer solchen Dosis Wild obligatorisch war.

Bine, mit flammenden Wangen, sagte:

»Zur Geschäftsordnung.«

Sean stand auf.

Einmal war er sitzen geblieben, während er Rapport machte, und Bine hatte ihm das Gesicht mit dem Stanley-Messer aufgeschlitzt. Sean sagte:

»Zugriffe:

Wir haben bei dem alten Pfaffen und bei der Lesbe zugeschlagen und erwarten deinen nächsten Einsatzbefehl.«

Bine bewegte den Zeigefinger, und das bedeutete:

»Nachschenken.«

Nachdem dies geschehen war, schien er fast entspannt. Er streichelte sein Manifest. Indem er Darwin auf das Wüsteste ausgelegt hatte, war es ihm gelungen, sie von der Dringlichkeit zu überzeugen, mit der es geboten war, die Stadt von folgenden Elementen zu befreien:

den Unangepassten,

den Behinderten,

den Verletzlichen,

den Schwachen,

den Erbärmlichen.

Bethany hielt das für Stuss, aber Bine bot ihr einen eiskalten Kanal zur Ableitung ihrer Wut, also tat sie, als gingen für sie seine Motive vollst in Ordnung. Und obwohl sie sich dafür verachtete, war sie so scharf auf ihn, dass sie bereit war, bei welcher Raserei auch immer mitzumachen, die er ersann. Das befriedigte ihr Bedürfnis, auf eigene Faust um sich zu schlagen.

Bine sagte:

»James?«

Jimmy sprang auf, nahm Habtachtstellung ein, zog los und holte was für die Nase, einen Minigrabstein, auf dem das Kokain in schönen parallelen Linien angerichtet war, wozu er folgerichtig einen zusammengerollten Fünfzig-Euro-Schein präsentierte. Den kompletten Bausatz bot er zuerst Bine dar.

Dieser zog sich rasch drei Linien rein, schob den Kram Sean zu, der es ihm gleichtat, dann zu Jimmy, und zum Schluss zu Bethany.

Es war ihr schwerst wurscht, dass sie so chauvinistisch waren wie die Gesellschaft, die sie schlechtmachten, sie nahm vier Linien, nur um es dem System zu zeigen.

Sie lächelte, als das Dope zu rütteln begann, und sie lächelte über die fast jungenhaften Schreie:

»Süßer Heiland, Darwin, hau rein,

zeigt, was ihr draufhabt, Scheißkerle.«

Sie beobachtete Bine genau, sogar noch, als sie bereits das eisige Tröpfeln im Hals spürte. Jesus mit Klingel, das war 1-A-Spitzengift, fast hätte sie was gesagt, so kraftvoll war der Stoff. Sie wusste, dass das K bei ihm in beide Richtungen wirken konnte:

großherzig

oder

bösartig.

Er bemerkte ihren Blick, fragte:

»Das Messer?«

Sie zog die neue japanische Klinge hervor, die er bestellt hatte, mit Sägezähnen und scharf wie ein Bischof, der sich des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs erwehrt.

Er begutachtete es ausführlich, fragte:

»Und für wen ist es?«

Sie biss sich auf die Unterlippe, sagte:

»Für wen es dir beliebt.«

Scheiße, sie selbst fand, dass sie sich anhörte wie ein Frauenzimmer in einem elisabethanischen Theaterstück oder, weit schlimmer, wie in einem Mittelalterklamauk mit Russell Crowe. Er zog den Finger über die Schneide, ließ die feine Klinge Blut sehen, lutschte daran, Blut auf den Lippen, die Augen in Flammen, und sie wusste, der Sex würde rau werden, und gewalttätig, und der dämliche Sauhund würde wahrscheinlich das Messer mit ins Bett nehmen. Männer und ihre Macho-Spielsachen. Er sagte:

»Mmmm ……. unserer Strategie folgend, möchte ich einen geistig Behinderten, aber ich möchte ihn ausgeweidet.

Kannst du das?«

Sie wollte sagen:

»Wie schwierig soll denn das wohl sein, einen Behinderten umzubringen?«

Beließ es bei:

»Wann möchtest du, dass es geschieht?«

Er lächelte. Wenn je Wärme bei diesem Gesichtsausdruck im Spiel gewesen sein sollte, so war sie längst geflohen. Er hatte sich die Zähne spitz zufeilen lassen, was den sardonischen Effekt noch verstärkte. Er sagte:

»Sobald du einen passenden sabbernden Idioten findest.«

Sie wollte sagen:

»Letztens mal in den Kneipen in der Quay Street gewesen?«

Aber Ironie war nicht seine starke Seite.

Plötzlich sprang er auf die Beine, das japanische Messer krümmte sich in seiner rechten Hand. Er sagte zu Sean:

»Wir bedürfen, deucht mich, weiterer Getränke.«

Sean wusste, wenn Bine einen auf piekfeiner Brite zu machen versuchte, war die Kacke im Anmarsch. Und zwar bösartig. Er schenkte den Wild in Bines Becherglas, versuchte, das Zittern seiner Hand zu verbergen. Bine begann, sich den Tisch entlang zu bewegen, summte »We Are the Champions«. Blieb hinter Jimmy stehen, der sich umdrehte, bis Bine ihm eine Hand auf die Schulter legte, fragte:

»Warum lebt der Pfaffe immer noch?«

Fast eine metaphysische Frage.

Bevor Jimmy irgendeine Antwort maulen konnte, beugte sich Bine vor, schlitzte ihm die Backe von Auge bis Mund auf. Blut spritzte auf den Grabstein. Jimmy keuchte, hob die Hand, um das Fließen einzudämmen. Bine sagte:

»Lass es bluten.«

Stichwort für Bethany, die zur Beschallungsanlage ging, Exile on Main St auflegte. Als Jagger anfing zu stöhnen und Keith es schwer krachen ließ, ging Bine zurück zur Reproduktion mit der Schule drauf, sagte: »Achter Dezember, das Fest der Unbefleckten Empfängnis, da wird es im Speisesaal leckerlecker Truthahn geben.« Wirbelte herum, fasste seine Mannschaft ins Auge, sagte, wobei er richtiggehend keckerte:

»Ein sogenanntes Truthahn-Schießen, ein Wettschießen auf lebende Ziele.«

Gott hat mit denen,
die andere behindert nennen,
ganz was Besonderes vor.

Jeff, Vater von Serena-May

Tom Reed war mit Downsyndrom geboren worden.

»Mild«,

hatte der Arzt gesagt.

Tess, Toms Mami, schrie beinah:

»Scheißmilde für Sie, Sie golfspielender Schweinehund!«

Und, richtig, der Doc wurde in, äh, also recht bald auf dem Platz erwartet, hatte also nicht überrissen viel Zeit, die Plattitüden zu murmeln. Die Frau zeterte Mord und Totschlag, und er wollte sagen:

»Sie werden sich dran gewöhnen.«

Sie gewöhnte sich nicht daran.

Nie.

Als ihr Mann es hörte, tat er, was immer üblicher wurde: Er verpisste sich.

Für alle Zeiten.

Dann die Legion der Sozialarbeiter, mit den Gestapo-Vorschlägen:

»Geben Sie ihn zur Adoption frei.«

Aber genau.

Da standen sie doch geradezu Schlange, um ein Kind mit DS abzugreifen. Für zehn Riesen kriegte man einen cherubinischen Wonneproppen aus Russland oder der Dritten Welt. Tess fasste sich mit ihren Reaktionen auf die Vorschläge kurz:

»Verpisst euch.«

Sie zog Tom mit jeder Unze an Elan und Mumm groß, die sie hatte. Kriegte ihn durch die Schule, besorgte ihm dann einen Job in einem Lagerhaus. Manchmal drücken die Götter, so es sie gibt, bei einer armen Trine ein Auge zu, nicht richtig sackzu, aber zu genug. Die Jungs im Lagerhaus waren alle aus Tess’ Stadtteil, Bohermore, einer der wenigen echt nachbarschaftlichen Gegenden in der Stadt. Sie passten auf ihn auf. Er fing als Laufbursche an, lernte dann, den Jungs sei Dank, Gabelstapler fahren, und das war ein wahrhaft scheißemäßig stolzer Tag für sie alle. Ganz zu schweigen von den paar Extra-Euros, die das ins Haus brachte. Tom war groß, ungewöhnlich für Leute mit DS, mit dunklem Haar, den Augen eines Hirschkalbs und dem Charakter eines Engels. An dem Tag, an dem er den Gabelstapler fahren durfte, rannte er buchstäblich nach Hause, um es seiner Mami zu sagen, rief:

»Mum …… Mum, ich hab meinen Führerschein, ich kann die große Maschine fahren.«

Sie wischte sich die Tränen ab, sagte:

»Also heute Abend was zum Mitnehmen vom Inder und deinen Lieblingsfilm.«

»Stirb langsam 3.«

Hätte sie nur gewusst, was das für ein Omen war.

Tatsächlich sah sich Tom alles mit Bruce Willis an. Tess sah ihm zu, wie er den Film sah, und fragte sich, ob er sich für Bruce Willis hielt.

* * *

Sie hatten kein so richtig leichtes Leben, aber sie genossen, was sie hatten, und sie hatten einander.

Freitagabend, Tom hatte seine Lohntüte, und das Ritual konnte beginnen. In den Laden von Holland’s gehen, höflich zu Mary sein, die große Schachtel Dairy Queen für Mami kaufen und dann nach Hause gehen. Bei Holland’s stöberte ein Mädchen in den Postkarten, lächelte ihn an, und er kriegte einen roten Kopf. Er schnappte sich seinen Einkauf und ging. Er ging am Eyre Square entlang und hinauf in Richtung Prospect Hill; er beschleunigte immer seine Gangart, wenn er zu der Gasse kam, die zur Kirche des hl. Patrick führte. Dort waren Schatten, und die mochte er nicht. Dann erschien die Kundin aus dem Laden, das hübsche Mädchen, fragte:

»Könnten Sie mir bitte helfen?«

Seine Mami hatte ihm die Tugend eingebläut, Menschen immer zu helfen. Aber in der Gasse?

Das Mädchen hatte ein niedliches Lächeln, sagte:

»Ich hab da drin mein Handy verloren, und jetzt hab ich Angst, es ganz allein zu suchen.«

Bruce Willis würde helfen.

Er trat in die Gasse ein und bekam sofort einen heftigen Schlag in den Nacken. Zwei junge Männer standen über ihm, das Mädchen genau davor. Sie sagte:

»Schokopralinen. O Süßigkeit, mich stets ergötz!«

Tom kam auf die Beine, benommen, konnte aber noch stehen, protestierte:

»Die sind für meine Mum.«

Einer der jungen Männer, mit einer ganz, ganz frischen Narbe, holte mit seinem Doc Martens aus, trat Tom damit die Zähne ein, und der andere fragte:

»Och, hat das wehgetan?«

Und trat Tom wildwütig in den Schritt.

Tom erbrach sich auf die Stiefel des Mädchens. Sie sagte:

»Beim weinenden Jesulein, ich hab sie grad geputzt.«

Tom war auf den Knien, würgte immer noch, und das Mädchen kniete sich auf seine Augenhöhe hinunter, fragte:

»Du willst nach Hause zu deiner Mutti, ist es das?«

Er greinte jämmerlich, und das Mädchen sagte:

»Aber wir wollen die schönen Schokopralinen doch nicht verschwenden.«

Einer der Männer ergriff Toms Kopf und zwang ihn, den Mund zu öffnen, das Mädchen riss das Zellophan auf, griff sich eine Handvoll Süßigkeiten und stopfte sie ihm in den Mund. Dann zog sie ein Messer hervor, von der Arbeit wusste Tom, dass es ein Stanley war, und sie sagte:

»Kannst sie nicht alle selbst verdauen, du gieriger, verfressener Junge, du, ich werd dir helfen.«

Und schlitzte ihm mit einer einzigen eingeübten Bewegung die Kehle auf. Der andere Mann nahm die Schachtel Dairy Queen, verstreute die Reste über dem fallenden Tom, sagte:

»Dem Süßen Süßes: Lebe wohl!«

Das Mädchen bückte sich, wartete, bis Tom ausgeblutet war, sagte, während er gurgelte:

»Heiland, behalt es bei dir.«

Untersuchte dann seine Jacke, fand seine Lohntüte, sagte:

»Zahltag.«

Sie sahen sich nicht um, als sie aus der Gasse schlenderten.