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Kelli Ireland, Kira Sinclair, Kimberly van Meter, Anne Marsh

TIFFANY HOT & SEXY BAND 47

IMPRESSUM

TIFFANY HOT & SEXY erscheint in der HarperCollins Germany GmbH

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Postfach 301161, 20304 Hamburg
Telefon: +49(0) 40/6 36 64 20-0
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© Deutsche Erstausgabe in der Reihe TIFFANY HOT & SEXY
Band 47 - 2015 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg

© 2015 by Denise Tompkins
Originaltitel: „Wound up“
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: BLAZE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Andrea Cieslak

© 2015 by Kira Bazzel
Originaltitel: „Under the surface“
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: BLAZE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Alina Lantelme

© 2015 by Kimberly Sheetz
Originaltitel: „The hottest ticket in town“
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: BLAZE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Almuth Strote

© 2014 by Anne Marsh
Originaltitel: „Wicked Sexy“
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: BLAZE
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Renate Moreira

Abbildungen: Forewer / Shutterstock, alle Rechte vorbehalten

Veröffentlicht im ePub Format in 08/2015 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.

E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN 9783733750763

Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:
BACCARA, BIANCA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL

 

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KELLI IRELAND

Der Preis unserer Leidenschaft

Bevor Justin Maxwell in seine seriöse Karriere startet, steht er noch einmal als Stripper auf der Bühne. Da erblickt er die schöne Grace im Publikum. Ohne zu ahnen, was er riskiert, verführt er sie …

KIRA SINCLAIR

Loraleis Geheimnis

Jackson Duchane ist Loraleis gefährlichster Gegner bei der Suche nach einem versunkenen Schatz – und sagenhaft sexy. Doch wenn sie ihm zu nahekommt und er ihr Geheimnis entdeckt, ist sie verloren …

KIMBERLY VAN METER

Lovesong für Laci

Laci weckt überwältigende Lust in Kane – und eine Sehnsucht, die er vergeblich versucht hat zu vergessen. Aber so heiß er sie auch begehrt, passen ihre und seine Welt einfach nicht zusammen, oder?

ANNE MARSH

Insel der Lust

Mit gefährlichen Gewässern kennt Navy-Rettungsschwimmer Daeg Ross sich aus. Aber jetzt wird ihm die Luft knapp! Nicht wegen einer gefährlichen Mission – sondern einer sexy Bikini-Schönheit …

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Der Preis unserer Leidenschaft

1. KAPITEL

Der Metro Transit Bus stieß bei der Abfahrt von der Haltestelle eine widerliche Abgaswolke aus. Justin Maxwell konnte kaum atmen. Er wischte sich gerade die tränenden Augen, da raste ein schickes Coupé durch eine tiefe Pfütze am Straßenrand und spritzte ihn von oben bis unten nass.

Justin schüttelte sich und fluchte. Nächste Woche, wenn er seine neue Stelle antrat, würde er sofort anfangen, für ein Auto zu sparen. Es musste ja kein Sportwagen sein. Es musste nicht einmal ein Neuwagen sein. Verdammt, so eins konnte er sich eh nicht leisten. Hauptsache ein eigenes Fortbewegungsmittel, damit er im miesen Wetter von Seattle nicht mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen war.

Er warf seinen Seesack über die Schulter, ging die Broad Street bis zur Third Avenue hoch und dann die Gasse hinter dem Beaux Hommes entlang.

Die Vorderseite des Revuetheaters, in dem nur Männer auftraten, wirkte ausgesprochen luxuriös. Von hinten sah man dafür nur gewöhnlichen Betonstein, vergitterte Fenster und Stahltüren. Ein Gebäude mit Industriecharme, wenn man es so nennen wollte.

Justin lief die Stufen zur Tür hoch, entsperrte das Schloss mit dem digitalen Zugangscode und trat ein. Zuerst musste er unter die Dusche. So schmutzig, wie er war, konnte er auf keinen Fall auf die Bühne.

Tiefe Stimmen und männliches Gelächter hallten durch den Flur. Als Justin sich durch die Schwingtür schob, wurde er laut begrüßt und sofort wegen seines ramponierten Zustands aufgezogen.

„Hey, ich kann nichts dafür, dass ich an einem schlechten Tag besser angezogen bin als ihr an eurem besten.“ Er warf die Tasche in seinen Spind und begann sich die nassen Sachen auszuziehen. Seit er im Klub arbeitete, achtete er sehr auf sein Äußeres. Diese Angewohnheit hing mit den mageren Zeiten zusammen, als er Kleidung hatte tragen müssen, die ihm zu klein geworden war, weil er kein Geld für neue gehabt hatte.

Diese Zeiten waren vorbei.

Levi, ein Freund und der Star des Klubs, musterte ihn abschätzend. „Was zum Teufel ist dir passiert? Du siehst aus, als ob du dich im Dreck gewälzt hättest. Hast du dich geprügelt oder herumgemacht?“

Justin schnaubte. „Weder noch.“

„Pech für dich.“ Levi reckte sich und ließ seine Muskeln spielen. „Ein wenig Action vor der Show schadet nie.“

Justin schüttelte den Kopf und lachte. „Ich dusche noch schnell. Wann bin ich heute an der Reihe?“

„Als Vierter. Du kommst nach Nick. Ich nach dir.“

„Unser Seelenklempner wird nicht viel verdienen, wenn er sich direkt nach mir zeigen muss“, rief Nick.

Justin lachte. „Stimmt. Du hast größere Brüste als ich.“ Es stimmte. Nick war mit einem Meter achtundachtzig so groß wie Justin, doch er brachte zwanzig Pfund mehr auf die Waage, und das an reiner Muskelmasse.

Nick ließ seine Brustmuskeln tanzen. „Hasst mich nicht, weil ich besser gebaut bin.“

Achselzuckend nahm Justin sein Duschzeug und schlug den Spind zu. „Jeder kann an seinem Körper arbeiten, Bruder, aber du kannst absolut nichts gegen dieses Gesicht machen.“

Schallendes Lachen erklang, auch von Nick, und Justin ging zu den Duschen.

Er würde diese Kameradschaft und das Gefühl von Zugehörigkeit vermissen, wenn er seine Auftritte künftig auf ein paar Abende pro Monat reduzierte. Mit seinem frisch verliehenen Doktortitel hatte er einen angemessenen Job gefunden. Ab Montag würde er nicht mehr festes Ensemble-Mitglied des Beaux Hommes sein, sondern als Dr. Justin Maxwell für Second Chances arbeiten, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für benachteiligte Jugendliche einsetzte. Beratung durch einen ausgebildeten Psychologen war eine wichtige Säule des Programms.

Er musste es wissen.

Heißes Wasser strömte über seinen Körper, während er sich einseifte, doch die Hitze half nicht, seine Anspannung zu lösen. Am liebsten hätte er die heutige Show ausfallen lassen, wäre nach Hause gefahren, um seine Unterlagen für Montag zu packen und ins Bett zu fallen. Aber sein Apartment war bis auf ein Bett und ein paar Töpfe und Pfannen aus dem Trödelladen so gut wie leer. Mit dem größten Teil seiner Einkünfte unterstützte er immer noch seine Mom, damit sie und seine jüngeren Schwestern zu essen und Kleidung hatten. Es war das Mindeste, was er ihnen schuldete.

Justin stützte sich mit dem Unterarm an den kühlen Kacheln der Duschwand ab und senkte den Kopf, sodass das Wasser aus der Brause auf seinen Nacken und seine Schultern trommelte.

Sechzehn Jahre. Sechzehn Jahre war es her, dass das Militär den Kaplan an ihre Haustür geschickt hatte, und es machte ihn immer noch wütend. Doch darüber nachzudenken führte zu nichts. Er musste sich auf seinen Auftritt vorbereiten.

Justin erinnerte sich daran, wie er vor zehn Jahren zu einem offenen Vortanzen ins Beaux Hommes gekommen war. Zuvor hatte er hier bereits einige Wochen als Türsteher gearbeitet und beobachtet, was die Tänzer Abend für Abend allein an Trinkgeld einnahmen. Er hatte geglaubt, dass er auf die Bühne gehen und es allen zeigen würde, aber dazu war es gar nicht erst gekommen. Der Leiter der Truppe hatte nur einen flüchtigen Blick auf ihn geworfen und ihn als ungeeignet fortgeschickt.

Wütend und mit stark angeschlagenem Ego war Justin nach Hause gegangen. Nach ein paar Tagen hatte er mit seinem psychologischen Berater darüber gesprochen. Mit Unterstützung von Second Chances schaffte er es, dass das Beaux Hommes ihn vortanzen ließ und engagierte – unter der Bedingung, dass er sich von seiner Gang lossagte. Er hatte die Wahl: sauber werden und mit zwanzig auf anständige Weise Geld verdienen oder ein Leben auf der Straße. Die meisten Mitglieder der Deuce-8-Gang wurden nicht einmal dreißig Jahre alt. Von daher war die Wahl nicht schwer gewesen.

Justin trocknete sich ab, während schon gedämpfte Musik in den Umkleideraum drang. Das erste Johlen der Menge war zu hören. Sein Magen verkrampfte sich wie vor jedem Auftritt. Für Geld zu tanzen würde ihm nie so leichtfallen wie Levi, doch er hatte immer gut verdient. Und er hatte eine große Schuld zurückzuzahlen – an seine Mom und an Second Chances.

Er schnappte sich sein Kostüm. Zeit, wieder ein paar Rechnungen zu begleichen.

Justin stand hinter den Kulissen und wartete. Nicks Auftritt war fast vorbei, und die Bühnenarbeiter hatten schon zweimal Geldscheine eingesammelt. Der Abend versprach gute Einnahmen.

Levi stellte sich neben ihn, im Kostüm eines Feuerwehrmanns, das beim Publikum besonders gut ankam. „Wir haben volles Haus.“ Er schaute Justin von der Seite an. „Schon komisch, dass dies dein letztes reguläres Wochenende sein soll.“

„Ja.“ Justin umfasste seinen Nacken mit einer Hand und zog so kräftig, dass sein Arm vor Anspannung zitterte. „Es wird allerdings nicht viel ändern.“

„Wir werden sehen.“

Justin ließ seinen Blick über die Menge schweifen, während er in Gedanken seinen Auftritt durchging. Er erkannte ein paar Stammgäste, die großzügig Trinkgeld gaben. An einigen Tischen saßen Frauen mit Brautschärpen und Diademen – Hochzeitsgesellschaften bedeuteten immer gutes Geld. Ansonsten sah er viele unbekannte Gesichter. Er würde diese Gäste beobachten, sehen, wie sie auf ihn reagierten, und entsprechend handeln.

Dies war der Teil, den er hasste – die Menschen daraufhin abzuschätzen, wer seine Zeit wert war.

Die Fähigkeit, den größten Dummkopf oder das schwächste Glied aus einer Menge herauszupicken, hatte er auf der Straße erworben. Diese Erfahrungen auch hier einzusetzen, vermittelte ihm das Gefühl, als ob er nicht nur seinen Körper verkaufte, sondern auch seine hart erarbeitete Integrität. Er hatte es weit gebracht, obwohl er erst vor zehn Jahren aus der Gosse geklettert war. Es war eine Ewigkeit her, und dennoch kam es ihm vor, als wäre es erst gestern gewesen.

„Macht es dir manchmal zu schaffen?“, fragte er leise. „Was wir tun?“

Levi sah ihn nicht an, sondern behielt das Publikum im Auge. „Nein. Wir bedienen eine Fantasie, die Sehnsucht zu begehren und begehrt zu werden. Als Psychologe solltest du das besser als jeder andere von uns verstehen.“ Als Justin nicht sofort antwortete, musterte Levi ihn. „Was hast du?“

„Ich bin mir nicht sicher.“

„Du brauchst Sex.“

Justin grinste und schüttelte den Kopf. „Das ist deine Antwort auf alles.“

„Ich meine es ernst. Wann hattest du zuletzt welchen?“

„Ist ’ne Weile her.“

„Du erinnerst dich nicht einmal daran, stimmt’s?“

Unbehaglich zuckte Justin mit den Schultern. „Ich habe gerade erst ein Bett bekommen. Was hätte ich denn vorher machen sollen, Levi? Eine Frau mit in meine leere Wohnung nehmen und mich mit ihr auf dem Boden herumwälzen?“

Levi drehte sich zu ihm um. „Du musst Dampf ablassen und das Leben ein wenig mehr genießen, als du es in den letzten zehn Jahren getan hast. Du hast dich in der Zeit immer nur um deine Familie gekümmert und studiert. Du hast dir den Hintern aufgerissen, und du hast es geschafft, Mann. Montag beginnt ein neues Kapitel in deinem Leben. Nutze den heutigen Abend und amüsier dich einmal. Alle zehn Jahre oder so wird es dich nicht umbringen.“

„Sehr witzig.“ Aber Justin wusste, dass Levi zumindest teilweise recht hatte. Er hatte immer nur gearbeitet: als Student und später als Assistent eines Dozenten und als Stripper von Donnerstag- bis Samstagnacht. Zeit für Vergnügungen hatte es nicht gegeben.

Erneut über die Menge schauend entdeckte er eine atemberaubend schöne Frau mit kastanienbraunem Haar und leicht schrägen Katzenaugen. Sie war kaum geschminkt, hatte volle Lippen, hohe Wangenknochen, eine kesse Nase und einen eleganten Hals – alles, was er sehen konnte, brachte das Blut in seinen Adern zum Glühen. Und er kannte sie.

„Wer hätte das gedacht?“, murmelte er. Es war Grace Cooper, die einzige Studentin, die ihn beinahe dazu verleitet hätte, gegen die Ethikklausel in seinem Vertrag mit der Uni zu verstoßen. Und sie war sich dessen nicht einmal bewusst gewesen. Sie war einfach nur in die Klasse gekommen, schön, kurvenreich und ausgesprochen scharfsinnig.

Sie hatten verstohlen miteinander geflirtet – hin und wieder eine leichte Berührung, ein heimlicher Blick, der zufällig aufgefangen wurde. Justin war nahe dran gewesen, sie um ein Date zu bitten. Sie hatte alles gehabt, was er sich von einer Frau wünschte. Hatte es noch. Und auch sein Verlangen war immer noch da.

Etwas Grundlegendes hatte sich jedoch inzwischen verändert. Er war nicht mehr ihr Lehrer, nicht mehr aus ethischen Gründen verpflichtet, sein Verlangen zu unterdrücken. Er könnte sich an sie heranmachen. Hier. Heute Abend. Jetzt.

Blitzschnell disponierte er um. „Ich ändere das Programm“, erklärte er Levi. „Sag dem DJ, dass er den Song für mein neues Solo spielen soll. Und ich brauche einen Stuhl.“

Levi reckte den Hals, um zu sehen, wohin Justin starrte, und stieß einen leisen Pfiff aus. „Heißes Gerät auf ein Uhr.“

Justin trat vor ihn und verstellte ihm den Blick. „Achtung, Finger weg.“

Grinsend hob Levi die Hände. „Verstanden.“

„Ausgezeichnet. Jetzt hol mir einen Stuhl und sorg dafür, dass der DJ den passenden Song auflegt.“

Justins Gewissen regte sich, aber seine Lust war stärker. Er hatte sich die letzten drei Jahre an die Regeln gehalten, was Grace betraf. Dies war sein letzter Samstagabend, bevor er in den Berufsalltag startete. Einmal, nur einmal, wollte er ein wenig leben.

Grace Cooper lehnte sich zurück und strich ihr Haar über die Schulter. Dies war die beste Möglichkeit, das Wochenende zu verbringen. Zweifellos. Sich eine Auszeit zu nehmen und sich erlauben, einmal über die Stränge zu schlagen, war wichtig für die seelische Gesundheit. Als Beinahe-Psychologin sollte sie das wissen.

Tagsüber war sie mit ihren Freundinnen am Wasser spazieren gegangen. Am Pike Place gab es den herrlichsten Blumenmarkt. Sie war schwach geworden und hatte einen Strauß Astern für die Küche gekauft. Zum Dinner waren sie ins Crêpe Restaurant gegangen. Himmlisch. Sie war immer noch satt. Und jetzt dies, der Höhepunkt des Wochenendes. Schöne Männer, die sich auf der Bühne auszogen, harmlose Flirts und Spaß mit ihren Freundinnen, bevor sie alle die Stadt verließen und ihre berufliche Karriere in unterschiedlichen Landesteilen starteten.

Meg, ihre beste Freundin, beugte sich herüber und klopfte ihr auf die Schulter. „Das war die beste Idee, die du je hattest.“ Sie fächerte sich Luft zu. „Ich würde sehr oft wiederkommen, wenn ich nicht nach Baltimore ziehen würde.“

„Und ich komme nach, sobald das Praktikum vorbei ist.“ Grace nahm ihre Margarita und trank einen kräftigen Schluck.

Zwei Wochen. Danach würde sie Meg nach Baltimore folgen, um vollkommen mit dem Leben abzuschließen, in dem sie von Geburt an gefangen war. Nichts hatte sie sich je so sehr gewünscht wie die Freiheit, selbst zu bestimmen, wer sie sein und wie sie leben wollte. Damit endlich Schluss mit ihrem Dasein als unerwünschtes Anhängsel ihrer Mutter war.

Mit fester Entschlossenheit hatte sie es durch die harten Jahre, die hungrigen Nächte, die einsamen Feiertage geschafft. Und nachdem sie nun schon so weit gekommen war, würde sie es auch noch weiter bringen. Sie würde ihre Nische finden und etwas Besonderes leisten, nach einem Leben, das kaum erwähnenswert gewesen war. Wenn sie nur wüsste, was und wo ihre Nische war. Sie konnte es sich nicht leisten, einen Fehler zu machen – die Rückzahlung ihres Studentendarlehens ließ sich nicht länger aufschieben, und ihre Wohnsituation in den nächsten zwei Wochen war fatal.

Stirnrunzelnd schaute Grace in ihr Glas. Sie war gezwungen gewesen, bei ihrer Mutter einzuziehen, weil der Mann, der Meg und ihr seine Wohnung überlassen hatte, früher als erwartet von seiner Ärzte-ohne-Grenzen-Reise zurückgekehrt war. Für Meg war es keine große Sache gewesen – sie war einfach zu ihren Eltern nach Hause gegangen. Für Grace war es … komplizierter. Zu Hause war für sie nie der sichere Ort gewesen, der er eigentlich sein sollte. Ihre Mutter war nur ein Elternteil im biologischen Sinn. Fürsorge und Liebe hatten nie zum Vokabular dieser Frau gehört.

Grace atmete tief durch. Zwei Wochen. Zwei Wochen hält man es überall aus.

„Ladies, Ihnen steht ein echter Leckerbissen bevor.“ Die tiefe Stimme des Moderators riss sie aus ihren Gedanken. Erwartungsvolles Raunen ging durch die Menge. „Einer unserer Publikumslieblinge hat beschlossen, heute Abend sein Alter Ego zu enthüllen, und eine Glückliche unter unseren Gästen wird ihm dabei helfen.“

Grace beobachtete, wie das Licht des Scheinwerfers über die Menge schweifte. Einige Frauen hoben die Hände und winkten wild, um auf sich aufmerksam zu machen. Sie schüttelte den Kopf und beugte sich vor, um ihre Handtasche aufzuheben. Auch wenn sie noch nicht ausgetrunken hatte, könnte sie sich schon einen neuen Drink bestellen, bevor der angekündigte Auftritt begann.

Ein Luftzug erreichte sie, und direkt vor ihr blieb jemand stehen, der schwarze Budapester trug. Sie erstarrte. Ein Eau de Cologne, moschusartig und schwer, kitzelte ihre Nase. Der Lichtkegel fiel auf sie, und sie hätte schwören können, dass er so heiß brannte wie die Mittagssonne.

Ein Finger fasste unter ihr Kinn und hob es sanft an.

Das passiert nicht, dachte Grace. Sie wollte nicht auf die Bühne, um dem Polizisten, Koch, Zauberer, oder als was auch immer der Tänzer kostümiert sein mochte, beim Ausziehen zu helfen. Sie wollte nur zuschauen. Und Trinkgeld geben. Und noch mehr zuschauen. Aber ein Teil der Show sein? Nein.

Trotzdem ließ sie es zu, dass ihr Kopf angehoben wurde. Ihr Blick fuhr über einen großen muskulösen Körper. Der Mann zog sie vom Stuhl hoch und ermutigte sie mit sanftem Druck, ihm ins Gesicht zu sehen. Als sie es tat, rang sie schockiert nach Luft.

Dunkle Brauen wölbten sich elegant über hellblauen Augen mit dunkelblauem Rand. Seine Wimpern waren so dicht, dass sie ihn beinahe darum beneidete. Beinahe. Sein Kinn war kantig. Seine Mundwinkel gingen nach oben wie bei jemandem, der viel lachte, und sie verspürte den seltsamen Wunsch, dass er ihr jetzt sein Lächeln zeigte. Nicht das Bühnenlächeln, sondern ein echtes. Seine Unterlippe war voll, wie gemacht, um daran zu knabbern, die Oberlippe perfekt geschwungen. Sie konnte nicht aufhören, diesen Mund anzustarren. Kein Wunder – sie hatte diesen Mund schon immer bewundert.

„Justin Maxwell“, flüsterte sie. Der eine Mann auf der Welt, nach dem sie sich in jeder Hinsicht gesehnt hatte. Der eine Mann, der drei Jahre lang außer Reichweite gewesen war. Sie fing an zu schwitzen und fuhr sich mit der Zungenspitze über die Lippen. Was machte er hier? Heute Abend? Warum? Und warum konnte er nicht mehr Sachen anhaben, wenn er sie berührte?

Er tippte an seinen Filzhut, der schief auf seinem Kopf saß. „Sie müssen mitkommen, Ms Cooper.“

Das weiche Timbre seiner Stimme war wie ein Streicheln, das sie innerlich entflammte.

Grace öffnete den Mund, um höflich abzulehnen. Ja, sie hatte seit Jahren eine große Schwäche für diesen Mann, doch das bedeutete nicht, dass sie auf seine Aufforderung hin mit ihm auf die Bühne hüpfte. Nein, das konnte sie nicht. „Selbstverständlich, Professor.“

„Ich war nie Professor, und ich stehe auch nicht mehr vor irgendeiner Tafel, Schätzchen.“ Und sie saß nicht mehr in einem Hörsaal.

Vor Aufregung drehte sich ihr fast der Magen um.

Justin nahm sie bei der Hand und führte sie durch den Saal. Erst mitten auf der Bühne blieben sie stehen. „Achte nicht aufs Publikum. Konzentrier dich auf mich. Ich kümmere mich um dich“, sagte er leise.

Ihr inneres wildes Kind streckte sich und schnurrte, es einfach satt habend, in einen Käfig eingesperrt zu sein. Während des Studiums hatte Grace sich keinerlei Vergnügungen gegönnt. Jetzt wollte der wilde Teil von ihr ein Stück davon zurückhaben. „Ich verlass mich darauf.“

Das ersehnte Lächeln umspielte seine Mundwinkel. „Tu das.“

Sie nickte kurz, und er hob eine Hand, als er zurücktrat. Sofort wurde das Licht gedimmt. Einige Frauen im Publikum kreischten auf, andere pfiffen.

Musik erklang. Sie begann leise, bis die ersten Akkorde einer elektrischen Gitarre den Synthesizer übertönten. Bassgitarren fielen ein. Der trommelnde Rhythmus entfachte eine Glut in Grace und ließ sie das Reiben von Stoff auf ihrer Haut plötzlich intensiv spüren.

Ein Scheinwerfer blitzte wieder auf. Der Lichtkegel richtete sich auf Justin, der mit geschmeidigen Bewegungen durch den künstlichen Nebel auf der Bühne auf sie zukam. Mit einem Fingerschnippen öffnete er seinen Trenchcoat, der sich beim Gehen hinter ihm aufblähte. Eine Hose im Smoking-Stil wurde von schwarzen Hosenträgern gehalten. Der Kummerbund war aus weißem Satin. Das war alles. Sein Oberkörper war nackt. Grace hätte alles dafür gegeben, ihre Finger über diese definierten Brust- und Bauchmuskeln gleiten lassen zu dürfen.

Sie sah in sein Gesicht und erstarrte.

Sein Blick war heiß, sein Lächeln Verführung pur. Er zog eine Braue hoch, während er sich ihr langsam näherte.

Grace fuhr sich wieder mit der Zungenspitze über die Lippen, teils vor Nervosität, aber hauptsächlich vor Erwartung. Sie wollte seine Hände auf sich spüren und wunderte sich selbst darüber, dass die Zuschauer um sie herum, die ihr zusahen, sie erregten.

Als ob Justin ihre Gedanken gelesen hätte, leuchteten seine Augen auf. In immer engeren Kreisen ging er um sie herum. Er zog den Mantel aus und warf ihn beiseite, während die Musik sie weiter in ihren Bann zog. Doch anstatt Grace dazu aufzufordern, wie die Frau in dem Lied auf die Knie zu sinken, tat Justin es selbst. Hinter ihr.

Mit kräftigen Händen fuhr er an den Rückseiten ihrer Beine hoch, über ihren Po und zu ihrer Taille. Sein heißer Atem streifte ihr Kreuz, als er den Saum ihres Shirts hob und seine Lippen fest an ihren Rücken presste.

Unwillkürlich reckte sie sich.

Er packte fester zu und zog mit der Zungenspitze eine zarte Linie über ihre Haut.

Grace unterdrückte ein Keuchen. Eine Hitzewelle durchflutete sie.

Justin richtete sich hinter ihr auf und ließ seine Hände sanft unter ihr Shirt und an ihrem Bauch hinaufgleiten. Als er die untere Wölbung ihrer Brüste streifte, wurden die Spitzen hart.

Machtlos gegen ihre Gefühle schloss Grace die Augen.

Dann war er weg.

Ruckartig drehte sie den Kopf, um Justin zu suchen.

Er holte einen Stuhl aus den Schatten am Rand der Bühne und schob ihn ihr hin, alles mit erstaunlich eleganten Bewegungen. Die glatte Haut über seinen Muskeln schimmerte, seine Augen glühten. Und je näher er kam, desto heißer wurde sein Blick.

Drei Dinge wurden Grace auf einmal klar.

Erstens, sie begehrte diesen Mann im wahrsten Sinne des Wortes.

Zweitens, sie würde ihn haben.

Drittens, sie würde jede Minute davon genießen und sich um die Konsequenzen später Gedanken machen.

2. KAPITEL

Justin hatte seine Smokinghose noch nicht aufgerissen. Er hätte es tun sollen. Der Ablauf seines Auftritts verlangte es. Doch er konnte es nicht. Nicht bevor er seinen kleinen Freund unter Kontrolle hatte. In der Sekunde, in der er seine Lippen an Graces Rücken gepresst hatte, hatte der Verräter sich selbstständig gemacht. Der leicht salzige Geschmack ihrer Haut und ihr Duft hatten unbändige Lust in ihm geweckt. Noch nie hatte er so stark auf eine Frau reagiert. Sie hatte etwas an sich, das ihn die Beherrschung verlieren ließ, was ihn zugleich faszinierte und ärgerte. Schließlich war er berühmt für seine Selbstbeherrschung.

Er drückte Grace auf den Stuhl und ging vor ihr auf die Knie, die Beine weit gespreizt. Sich zurücklehnend stützte er sich auf eine Hand und bewegte aufreizend die Hüften auf und ab. Sicher, seine Erregung war offensichtlich – es hatte keinen Sinn, sie vor Grace zu verbergen. Die Dinge so zu belassen, wie sie immer gewesen waren, stand jetzt nicht mehr zur Debatte. Da sie nun schon wusste, dass er hier auftrat, würde er so weit wie möglich gehen, bis sie Stopp rief. Zum ersten Mal, seit er mit dem Tanzen angefangen hatte, wollte er, dass der Gast, dieser Gast, ihn als verfügbar ansah.

Ihr Blick fiel auf seinen Schoß, wanderte von dort an seinem Körper hoch, bis sie sich in die Augen sahen.

Die Leidenschaft in ihrem Blick raubte ihm den Atem.

„Berühr mich“, forderte er Grace auf, ohne darüber nachzudenken.

„Bettle.“

Ein heißer Schauer durchlief ihn bei dem Befehl. Also schien sie auf den Liedtext zu achten. Mit einem Raubtierlächeln richtete er sich vor ihr auf die Knie auf. „Das wirst du bereuen.“

„Ich bin gespannt.“

Pulsierendes Verlangen durchströmte ihn. Langsam glitt er an ihr hoch, lehnte sich zu ihrem Ohr vor und hauchte: „Bitte.“

Sie erschauerte.

Justin zog sie hoch, tauschte die Plätze mit ihr und nahm sie auf seinen Schoß. Während seine Hände über ihre Hüften fuhren, hob er rhythmisch das Becken, um pantomimisch Sex darzustellen. Er spürte die Hitze zwischen ihren Beinen durch seine dünne Hose und wünschte sich nichts mehr, als sie dort zu berühren. Seine Finger zitterten. „Bitte“, wiederholte er, diesmal lauter.

Zart strich sie über seine Brust.

Justin beobachtete Grace. Die Art, wie sie seinen Oberkörper betrachtete und die Konturen seiner Muskeln mit den Fingerspitzen nachzeichnete, feuerte sein Verlangen an. Er legte die Arme um ihren Po und stand mit ihr auf.

Mit großen Augen starrte sie ihn an.

Er lehnte sich vor, bis ihre Lippen sich beinahe berührten. „Bitte“, flüsterte er und streifte für einen Sekundenbruchteil ihren Mund. Sie schmeckte nach frischer Limone, herb und süß zugleich. Eine berauschende Mischung.

Grace schnappte nach Luft, als er herumwirbelte und sie wieder auf den Stuhl setzte. Während er sich ein paar Schritte von ihr entfernte, kickte er sich die Schuhe von den Füßen, und dann, mit dem Rücken zur Menge, riss er seine Hose herunter.

Grace biss sich auf die Unterlippe. Ihre Nasenflügel bebten. Die Zeichen waren eindeutig. Sie wollte ihn.

Also tanzte er für sie.

Ohne den Blick von ihr zu lassen, sank er auf die Knie und fuhr mit den Händen über seinen Körper, bevor er sie mit einem Finger anlockte.

Sie stand auf und stolzierte im Takt der Musik mit schwingenden Schritten auf ihn zu. Die Art, wie sie sich ihm näherte, lasziv und selbstbewusst, brachte sein Blut zum Kochen. Er hockte sich auf die Fersen und zog Grace wieder rittlings auf seinen Schoß, schob eine Hand zwischen ihren Brüsten hoch und bewegte rhythmisch das Becken. Dann sprang er auf, stellte sich hinter sie und hielt sie an den Hüften fest, während er sich mit ihr vorbeugte und seine Erektion direkt an ihren Po presste.

Grace zitterte.

Oder war er es selbst gewesen?

Die Musik hörte auf, und das Licht ging aus.

Justin nahm Grace bei der Hand und zog sie hinter die Kulissen. Sie folgte ihm, ohne zu zögern, was er erleichtert feststellte. Verlangen brannte in ihm. Er begehrte sie so sehr, dass er befürchtete, er könnte sie tatsächlich über seine Schulter werfen und mit ihr davonlaufen. Wohin? Er hatte er keine Ahnung. Wahrscheinlich ins erste Hotel, an dem sie vorbeikamen.

Die spartanische Einrichtung hinter der Bühne stand im krassen Gegensatz zum luxuriösen Zuschauerraum. Justin eilte mit Grace einen langen Korridor hinunter, zog sie in eine dunkle Ecke und drückte sie an die Wand. „Ich brauche dich.“

Mit großen grünen Augen starrte sie ihn an. „Das Gefühl ist gegenseitig.“

Ihre Finger miteinander verschränkend zog er ihre Hände über ihren Kopf. Sie drängte sich an ihn, und er stöhnte, als ihre Lippen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss fanden. Ihr Mund bot endloses Vergnügen, ihr Körper verführte zu Sünde. Sie rieb sich an ihm und hakte ein Bein um seine Hüfte, als er einen Oberschenkel zwischen ihre schob. Ihr leises Seufzen brachte ihn beinahe um den Verstand.

Er war verrückt nach ihr und hatte gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, sie in einen dunklen Winkel zu zerren, ohne vorher mit ihr zu reden. Wenn jemand eine seiner kleinen Schwestern so behandeln würde, er würde ihn umbringen. Der Schock über sein Benehmen kühlte ihn ab wie ein Kübel Eiswasser. Keuchend wich er zurück und sah sie an. „Es tut mir leid.“

„Nicht reden.“ Grace küsste ihn wieder, biss leicht in seine Unterlippe und linderte den Schmerz mit ihrer Zungenspitze. „Noch nicht.“

Justin löste sich von ihr. „Ich mache so etwas nicht. Niemals.“

Seufzend entspannte sie sich an der Wand. „Glaub es oder nicht, ich normalerweise auch nicht.“

Er lehnte seine Stirn an ihre und schloss die Augen. „Möchtest du hier weg?“

„Ja.“

„Ich treffe dich in zehn Minuten am Vordereingang.“

Sie küsste ihn schnell. „Schaff es in acht.“ Dann tauchte sie unter seinem Arm hindurch und ging den Weg zurück, den sie gekommen waren, wobei sie hypnotisierend die Hüften wiegte.

„Die Tür zum Klub ist rechts“, rief er ihr nach.

Sie hob bestätigend eine Hand, drehte sich jedoch nicht um und wurde auch nicht langsamer.

Justin lief zur Umkleidekabine.

Er hatte noch ungefähr sechs Minuten, um sich einen Plan auszudenken, der damit endete, Grace nackt in seinen Armen zu halten.

Er würde sich Levis Auto leihen. Sie könnten ein spätes Dinner haben. Oder in sein Lieblingscafé fahren, um etwas Süßes zu essen. Das kleine Lokal war nicht schick, aber gemütlich. Sie könnten reden. Er könnte ihr zeigen, dass er besser war, als sein Verhalten heute Abend bisher vermuten lassen könnte.

Ein Lächeln glitt über sein Gesicht, als er zu seinem Spind ging.

Vielleicht würde er gleich aufs Ganze gehen und versuchen, Grace zum Frühstück zu überreden – morgen früh.

Grace kehrte an den Tisch zurück, wo ihre Freundinnen sich aufgeregt unterhielten.

Meg hielt sie am Handgelenk fest. „Mensch, Mädchen. Du bist die glücklichste Frau, die ich kenne.“

„Ja?“ Sie schnappte sich ihre Handtasche. „Ich werde noch glücklicher werden.“

„Du machst Witze.“ Lynn lehnte sich über den Tisch. „Du gehst doch nicht mit ihm aus?“

„Nein.“ Grace konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. „Wir werden den Abend mit ziemlicher Sicherheit zu Hause verbringen.“

Meg und Lynn jauchzten. Gretchen, die Vernünftigste von ihnen, nippte an ihrem Drink und beobachtete Grace über den Rand ihres Glases. „Hältst du das für eine gute Idee? Du kennst ihn doch gar nicht.“

„In Wahrheit schon.“ Ihre Freundinnen wollten mehr wissen, doch sie winkte ab. „Wir sind uns im Psychologie-Fachbereich begegnet. Nein, ich hatte keine Ahnung, dass er hier tanzt. Ja, er küsst fantastisch. Nein, weitere Einzelheiten werde ich nicht verraten, also fragt nicht.“ Sie schaute Gretchen an. „Nur dieses eine Mal möchte ich ein wenig leben.“

Gretchen nickte. „Das verstehe ich. Wirklich.“ Sie trank noch einen Schluck und musterte Grace stirnrunzelnd. „Außerdem könnte es Schlimmeres geben, als dass du es mit einem Stripper treibst.“

Grace verkrampfte sich und nickte knapp. „Genau.“

Ihre drei Freundinnen blieben still. Dass sie ihnen offensichtlich leidtat, ärgerte Grace im Stillen. Sie schaute auf die Uhr. „Ich muss jetzt los. Ich melde mich morgen bei euch.“

Sie versuchte, langsam und ruhig zu gehen, obwohl sie am liebsten gerannt wäre. Unterwegs schnappte sie einige Bemerkungen über ihren Auftritt auf. Die meisten waren harmlos, wenn vielleicht auch ein wenig neidisch, doch einige waren richtig gemein. Grace ließ sich nicht davon beirren. Sie würde sich nicht dafür entschuldigen, dass sie Sex wollte und dass sie die Gelegenheit nutzen und genießen würde.

Kühle feuchte Luft schlug ihr entgegen, als sie auf die Straße trat. Sie blieb stehen und schaute sich um.

Justin kam um die Ecke des Gebäudes, einen knielangen Trenchcoat über Jeans und einem weißen T-Shirt tragend. Ohne nachzudenken, ging Grace auf ihn zu und schlang ihm die Arme um den Hals.

Justin küsste sie kurz. „Hi“, sagte er weich.

„Hi.“

Er sah ihr ins Gesicht.

Sie zog die Brauen zusammen. „Problem?“

„Nein. Nur …“ Er zuckte mit den Schultern.

Sie bekam ein mulmiges Gefühl und wich einen Schritt zurück.

Justin ergriff ihre Hand. „Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich so über dich hergefallen bin.“ Er fuhr sich mit den Fingern durchs Haar und schaute weg. „Ich möchte, dass du weißt, dass das sonst nicht meine Art ist.“

„Hey.“ Sie neigte den Kopf zur Seite und erheischte seinen Blick. „Ich bin absolut in der Lage, Nein zu sagen.“

„Ja, nur …“

Sie legte ihre Finger an seine Lippen und schüttelte den Kopf. „Nein.“

„Was ich meine, ist …“

„Nein.“ Sie zog ihre Hand fort. „Siehst du? Ich habe keine Schwierigkeiten, Nein zu sagen.“

Er zog eine Augenbraue hoch.

„Ich meine es ernst, Justin. Wir kennen uns kaum. Du wirst dich darauf verlassen müssen, dass ich dir sage, was ich will.“ Sie legte ihm eine Hand aufs Herz und die andere in seinen Nacken. Mit sanftem Druck zog sie ihn näher. „Und was ich will, bist du.“ Sanft küsste sie ihn.

Er erwiderte den Kuss, bis er seinen Mund von ihren Lippen löste und zarte Küsse über ihre Wange bis zu ihrem Ohr verteilte. „Könnte ich dich dazu überreden, essen zu gehen?“

Sie schüttelte leicht den Kopf. „Ich habe schon gegessen.“

„Ich bin am Verhungern.“

Verlangen schwang in den einfachen Worten mit, und Grace begriff, dass es nicht nur Essen war, das er brauchte. Sie schmiegte sich an ihn und genoss, wie er sie noch fester an sich zog. Der Geruch von Waschmittel aus seiner Kleidung vermischte sich mit seinem Cologne zu einem frischen, männlichen Duft, den sie liebte.

Er legte das Kinn auf ihren Kopf und streichelte anrührend zärtlich ihren Rücken. „Ich möchte gern mit dir essen gehen. Ich möchte dies richtig machen. Wir können dabei überlegen, wo wir danach hingehen, okay?“

„Worauf hast du Appetit?“

„Ich brauche Eiweiß und Kohlenhydrate. Tanzen schlaucht mich.“ Justin trat einen Schritt zurück, umfasste ihr Kinn und hob es. „Du warst wirklich gut auf der Bühne.“

„Danke. Du auch.“

Er lachte. „Du hast mir kein Trinkgeld gegeben.“

„Vielleicht hebe ich mir das für eine Privatvorstellung auf.“

Seine blauen Augen wurden dunkel vor Verlangen. „Das lässt sich arrangieren.“

Grace strich über seine Brust und dachte nach. Sie könnte alle erdenklichen Spielchen spielen, doch das war nicht ihre Art. Ihr waren offene Worte lieber. Also atmete sie tief ein und sah Justin an. „Ich denke, wir sollten uns entscheiden für Dinner oder … Frühstück.“

Sein Herz setzte unter ihrer Hand einen Schlag aus, bevor es wieder gegen seinen Brustkorb hämmerte. Er öffnete die Lippen, sagte aber nichts.

„Oder wir könnten …“

„Frühstück ist perfekt.“ Er führte ihre Hand an seine Lippen und küsste sie sanft. „Möchtest du fahren?“

„Ich bin mit meinen Freundinnen gekommen.“ Sie löste sich von ihm und begann in ihrer Handtasche zu kramen, um ihr Handy herauszuholen. „Ich kann uns ein Taxi rufen.“

Justin schwieg einen Moment, bevor er sagte: „Ich habe ein Auto im Parkhaus stehen.“

Etwas in seiner Stimme ließ sie aufschauen. „Bist du sicher?“

Sein Lächeln wirkte ein wenig zu fröhlich. „Ich bin mir ziemlich sicher, wo es ist.“

Fragend sah sie ihn an, aber das Lächeln blieb. „Okay.“

Er legte einen Arm um ihre Schultern und führte sie Richtung Parkhaus. Kaum hatten sie dort den Fahrstuhl betreten, drehte er sich zu ihr um. „Nur fürs Protokoll: Dass ich ein wenig das Tempo drossele, bedeutet nicht, dass ich nicht verrückt nach dir bin. Klar?“

Grace ließ ihre Tasche fallen, als er seine Hände durch ihr Haar schob und den Kopf senkte. Sie konnte nur seinen Mantelkragen packen und sich festhalten.

Justin küsste sie auf atemberaubend sinnliche Weise. Er schmeckte nach Pfefferminz und fühlte sich wie die Verkörperung von Versuchung an. Gierig labte er sich an ihr, ein Mann, der sie wollte und nur sie. Es war zu viel und doch noch lange nicht genug.

Sie schnappte nach Luft und drängte sich an ihn, als er eine Brust berührte und die empfindsame Spitze streichelte. Dann umfasste er ihren Po und presste sie an seine Erektion. Seine Erregung wirkte ansteckend und entfachte ein Feuer in ihr, das sie geradezu verzweifelt aufstöhnen ließ.

Er erstickte das Geräusch mit seinem Kuss. Es war nur noch scharfes Atmen und Keuchen zu hören.

Der Fahrstuhl hielt an, die Türen gingen auf.

Justin hob den Kopf und starrte Grace wortlos an.

Die Türen fingen an sich zu schließen.

Er drückte auf den Knopf, um sie offen zu halten.

„Ich dachte, du wärst hungrig“, sagte Grace weich.

„Ich habe mich vielleicht geirrt.“

In dem Moment knurrte sein Magen. Er fluchte.

„Vergiss Frühstück. Je eher du gegessen hast, desto eher können wir …“ Hitze brannte in ihren Wangen. Verfluchte helle Haut.

Er streichelte ihr Gesicht. „Wir sind beide erwachsen, Grace. Wenn du nicht von einem Monopoly-Marathon sprichst, sind wir beide auf derselben Seite.“

„Auf das Erwachsensein“, flüsterte sie.

Justin grinste. „Ja, auf das Erwachsensein.“ Er hob ihre Tasche auf und legte eine Hand an ihre Taille. „Lass uns gehen, meine Hübsche.“

Grace verließ mit ihm den Fahrstuhl. Diese eine Nacht konnte sie sich gönnen. Am Montag begann ihr zweiwöchiges Praktikum, das sie noch für ihr Abschlusszeugnis brauchte. Danach würde sie ihr neues Leben in Baltimore beginnen und frei sein.

Also ja, diese Nacht konnte sie genießen.

3. KAPITEL

Während Justin durch den abendlichen Verkehr in Seattle fuhr, waren seine Gedanken bei der Frau, die auf dem Beifahrersitz des Camaros saß, den er sich von Levi geliehen hatte. Die Tatsache, dass Grace ihm für diese Nacht die Führung überlassen hatte, war zuerst reizvoll gewesen. Es war nur zu einem Problem geworden, als sie nicht angeboten hatte, zu fahren oder ihn mit in ihre Wohnung zu nehmen. Was sollte er tun? Er konnte sie nicht in seine Wohnung bringen. Ein Hotel, das er sich leisten könnte, würde schäbig sein. Er könnte sie einfach fragen, ob sie zu ihr gehen könnten, doch das schien ihm unangemessen. Es gab noch die Möglichkeit, dass Levi ihm seine Bude überließ. Aber das kam ihm noch unwürdiger vor als ein billiges Hotel. Vielleicht sollte er …

„Worauf hast du Lust?“

Justin umklammerte das Lenkrad fester. „Auf dich.“

Ihr sinnliches Lachen raubte ihm beinahe den Verstand. „Ich dachte eigentlich an Essen.“

Während sein Herz wild klopfte, riskierte er einen Blick auf Grace. Ihre Augen glitzerten in der Straßenbeleuchtung, ihre Haut schimmerte beinahe durchsichtig. Sie kaute auf ihrer Unterlippe und rieb sich die Oberschenkel, was ihr wahrscheinlich gar nicht bewusst war.

„Ich werde dieses Auto zu Schrott fahren, wenn du nicht aufhörst, mich so anzusehen“, murmelte er, den Blick wieder auf die Straße richtend.

„Wie denn?“

Grinsend schüttelte er den Kopf. „Genau wie du mich immer im Unterricht angesehen hast – so, dass ich beinahe vergaß, worüber ich gerade referiert habe.“ Er ergriff ihre Hand und führte sie an seine Lippen. Ihre Haut war weich und duftete nach Sheabutter und Vanille. „Ich habe mich gefragt, wie du wohl schmecken würdest, wenn ich dich küsse.“

Ihre Finger schlossen sich fester um seine. „Warum hast du es nicht getan?“

„Hauptsächlich, weil ich den Job brauchte. Doch insgeheim war ich immer neugierig, was passieren würde, wenn wir uns jemals außerhalb der Universität begegnen und keine Regeln mehr zu beachten hätten.“

„Ich schätze, jetzt ist die Gelegenheit, deine Neugier zu befriedigen. Und meine.“

Justin schaute sie an und hatte Mühe, klar zu denken. „Du sagtest, du hast schon gegessen, aber hattest du auch Nachtisch?“

„Nein.“

„Es gibt ein nettes kleines Café im Marktviertel. Es ist vielleicht voll, doch das Warten lohnt sich.“

„Klingt großartig.“ Grace drehte sich im Sitz zu ihm um. „Seit wann tanzt du im Beaux Hommes?“

Er zuckte mit den Schultern. „Ich fing damit an, als ich zwanzig war, also seit zehn Jahren.“

„Wow.“

„Warum?“ Er warf ihr einen kurzen Blick zu.

„Ich frage mich, wie lange ich dafür büßen muss, nicht gewusst zu haben, dass du dort auftrittst – und nicht eher in den Klub gekommen zu sein, um dich zu sehen. Sieht so aus, als müsste ich mir ein ganzes Jahrzehnt lang den Rücken peitschen.“

Justin lachte. „So sehr hast du es also genossen?“

Grace strich sich das Haar aus der Stirn und nickte. „Weit mehr, als wahrscheinlich in den meisten Staaten erlaubt ist.“

„Vorsicht, Ms Cooper. Wir können es uns nicht leisten, dass der Klub geschlossen wird.“ Er bog auf den Parkplatz des Cafés ein und fand eine Lücke. „Nur aus Neugier, wie hätte die Anklage gelautet?“

Sie zögerte nicht. „Zügellose Lustgefühle an einem öffentlichen Ort.“

Justin grinste. „Du bist schlagfertig.“

Dieses Mal war sie es, die mit den Schultern zuckte. „Ich habe lange genug gelitten, um es zu wissen.“

Die Hand schon am Türgriff zögerte er. „Gelitten?“

„Drei Jahre, Justin“, sagte sie sanft. „Drei Jahre lang habe ich dich beobachtet und dich gewollt.“ Sie lächelte bittersüß. „Ich werde nicht so tun, als wäre es nicht so gewesen. Nicht jetzt. Nicht mehr.“

Sein Herz klopfte wild. „Nein. Kein Verstecken mehr.“ Er atmete tief durch und stieß die Tür auf. „Zuerst essen. Dann reden.“ Er schaute Grace an. „Wir werden die besonderen Regeln von Monopoly besprechen.“

„Abgemacht.“ Sie stieg aus und traf ihn an der Tür.

Ihre Hand zu nehmen erschien ihm völlig natürlich. Schweigend führte er Grace ins Café und an den ersten freien Tisch. Eine Serviererin kam zu ihnen und fing sofort an, mit ihm zu flirten, was ihn ärgerte. Er wollte nicht, dass Grace ihn für einen Idioten hielt, der sich bei einem Date nicht benehmen konnte.

Date.

Genau das war es. Es hatte als etwas anderes begonnen und sich dahin entwickelt, dass er Grace gegenüber an einem Tisch saß, sie beobachtete und sie wollte. Letzteres hatte sich nicht geändert.

„Sir?“ Die Kellnerin drehte ihren Kugelschreiber zwischen den Fingern. „Sieht hier irgendetwas … verlockend aus?“

Justin sah Grace in die Augen, während er antwortete: „Ja, etwas hier ist geradezu perfekt, aber es steht nicht auf Ihrer Karte.“

Grace errötete bezaubernd.

Er ergriff ihre Hand und küsste sie. „Ich nehme ein Truthahnsandwich, ohne Mayo, mit Pommes. Grace?“

„Ich habe die Karte nicht gelesen.“

„Magst du Vanille?“

„Ja.“

„Vertraust du mir?“

Sie schaute ihn an. „Ja.“

„Wir nehmen die Crème brûlée mit frischem Obst. Nur einen Löffel. Danke.“

„Gern.“ Die Serviererin stolzierte davon.

„Sie scheint ein wenig enttäuscht zu sein, dass du in Begleitung hier bist“, meinte Grace schwach lächelnd.

„Nun, dann ist sie allein mit ihrer Enttäuschung.“

„Nett, dass du das sagst.“ Grace strich mit dem Daumen über seinen Handballen, dann öffnete sie den Mund und schloss ihn wieder.

„Stimmt etwas nicht?“

„Was geht hier vor, Justin?“

„Was meinst du?“

Sie neigte den Kopf und ließ ihren Blick über das Café schweifen. „Das hier.“

„Schockierend, nicht wahr. Menschen essen.“ Er lehnte sich vor. „Und wir werden es ihnen gleichtun.“

Schnaubend schüttelte sie den Kopf. „Das meine ich nicht, und du weißt es.“

Justin ließ ihre Hand nicht los und wartete mit seiner Antwort, bis Grace ihn wieder ansah. „Wir sitzen endlich in einem Restaurant und halten Händchen, ohne dass es gegen ethische Grundsätze verstößt. Wir ergründen, was passieren könnte, wenn nur noch wir beide übrig bleiben.“

Ihr stockte der Atem, und ihre Finger verkrampften sich. „Und was könnte passieren?“

„Was immer wir beide wollen. Nicht mehr. Nicht weniger.“

„Ich werde nicht mehr lange in Seattle bleiben, Justin. Ich möchte nichts Festes. Alles, was ich möchte, ist … spielen.“

Grinsend schüttelte er den Kopf. „Du hast eine Schwäche für Brettspiele?“

„Nicht bis vor ungefähr dreißig Minuten.“

Die missbilligenden Blicke anderer Gäste ignorierend lehnte er sich über den Tisch, um Grace zu küssen, bis die Serviererin mit seinem Sandwich kam.

„Möchtest du einmal abbeißen?“, fragte er Grace, als sie wieder allein waren.

Sie schüttelte den Kopf. „Nein danke.“

„Ah. Du wartest aufs Dessert. Ich wusste, dass du mein Typ bist.“

„Das werden wir noch sehen.“ Sie nahm eine Pommes von seinem Teller und steckte es sich in den Mund. „Heiß.“

„Ich bin gewarnt“, raunte er.

Ihre Pupillen wurden groß. „Wie zum Teufel schaffst du es, einem einzigen Pommes Sexappeal zu verleihen?“

„Schätzchen, das war nicht ich. Du warst es.“ Er biss von dem Sandwich ab und beobachtete sie.

Ihr Lachen löste eine Art chemischer Reaktion in ihm aus. Sein Verlangen wurde stärker als jede Vernunft. „Grace“, murmelte er erstickt.

Sie sah ihn an, schob seinen Teller beiseite und winkte die Serviererin heran. „Können wir unser Dessert bekommen?“

„Ist etwas mit dem Sandwich nicht in Ordnung?“, fragte das Mädchen.

„Nein“, antwortete Grace. „Wir sind nur gespannt auf den Nachtisch.“

„Sehr gespannt“, fügte Justin hinzu.

Die Serviererin verdrehte die Augen, nahm den Teller mit dem halb gegessenen Sandwich und ging.

Als sie wieder ihre Finger miteinander verschränkten, war er überrascht, wie klein ihre Hand in seiner wirkte.

„Justin?“

Er schaute ihr in die Augen und legte all seine Gefühle in seinen Blick. „Jedes Mal, wenn du in den Unterricht oder mit einer Frage zu mir ins Büro kamst, jedes Mal, wenn wir uns auf dem Campus über den Weg liefen, spürte ich, dass du klüger und getriebener warst als alle anderen Studenten. Du warst besonders. Es gab nur Hindernisse, Grenzen, die ich nicht überschreiten wollte. Die sind jetzt weg. Ich will dich.“

Die Serviererin stellte die Crème brûlée zwischen ihnen auf den Tisch. „Guten Appetit.“

Justin ließ Graces Hand nicht los. Stattdessen tauchte er den Löffel mit seiner freien Hand in das Dessert und hielt ihn ihr danach hin. „Probier.“

Ohne zu zögern schloss sie die Lippen um den Löffel. Ihre Lider flatterten genießerisch.

Hitze durchströmte ihn und seine Jeans wurde ihm plötzlich zu eng.

„Das ist köstlich“, murmelte sie, sich die Lippen leckend.